Frontier Markets Derzeit sind Afrika-Investments angesagt

James Bannan

James Bannan

Sein Rüstzeug eignete sich James Bannan in Vietnam an. Dort war er für einige Jahre im Bereich Private Equity tätig, bevor er Fondsmanager wurde.

„Ich lernte die Unternehmensanalyse und den Umgang mit fremden Unternehmenskulturen von Grund auf“, so Bannan, der heute zusammen mit Hans-Henrik Skov den Aktienfonds BI New Emerging Markets Equities (WKN: A0M7XH) der dänischen Fondsgesellschaft Bank Invest managt.

Voll im Trend

Schon damals hatten ihn die Dynamik der Frontier Markets und die Möglichkeiten für Investoren überzeugt. Daran ändert sich aktuell nichts: „2012 war für die Frontier Markets ein gutes Jahr. Vor allem wurden die Aktienkurse von gesteigerten Gewinnzahlen nach oben getrieben.

Auch für 2013 bleiben wir sehr optimistisch, denn an den Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert.“ Auf der Suche nach Rendite und Risikostreuung sind bereits einige Anleger auf die Frontier Markets gekommen. „Derzeit sind vor allem Afrika-Investments angesagt“, so Bannan.

Das Problem sei nur, dass es relativ wenig Firmen gibt, in die aus Governance- und Liquiditätsgründen investiert werden kann. Irgendwann werden dann die Erwartungen nicht erfüllt, und das Geld fließt wieder ab. „Ähnliches haben wir in Vietnam 2006 erlebt“, so der Manager. Für Skov und ihn spielen diese kurzfristigen Investorengelder keine Rolle.

„Wir schauen auf die zu erwartenden Gewinne und den Cashflow eines Unternehmens. Und dann, ob es günstig zu kaufen ist. Strikte Unternehmensbewertungen also.“ Wichtig sei, einen Sinn dafür zu entwickeln, mit welchen Leuten man Geschäfte macht.

Nur so könne man auch gewisse Governance-Standards im Fonds erreichen. Um diesen Einblick zu bekommen, greifen Skov und Bannan auf Unternehmensanalysen zurück. „Das ist richtig langweiliges, aber notwendiges Lesen und Verstehen von Bilanzen. Darüber finden wir schnell raus, wie ein Unternehmen aufgestellt ist“, so der Fondsmanager.

Zudem reisen die beiden sehr viel und schalten sich oft in Video-Konferenzen ein. Gerne auch übers Handy. Im Idealfall haben die Fondsmanager dann über einen längeren Zeitraum eine Firma aus den Frontier Markets beobachtet. Gekauft wird deren Aktie aber nur, falls das Unternehmen zwischenzeitlich besser geworden ist als eine Firma, die bereits Bestandteil des Portfolios ist.“

Ganz andere Banken

Die Top-Positionen des BI New Emerging Markets Equities sind weit davon entfernt, ersetzt zu werden. Mit 7,2 Prozent nimmt die Guaranty Trust Bank die größte Position im Portfolio ein.

„Nigerias Reformen im Bankensektor haben seit der Krise 2008 zu einem sehr konservativen Bankensystem geführt. Die Bank selbst überzeugt dank eines guten Managements“, erläutert Bannan.

Gleiches gelte für die drittgrößte Position Bank of Georgia (4,6 Prozent), die sich hinter dem vietnamesischen Lebensmittelhersteller Viet Nam Dairy Products JSC (4,7 Prozent) einreiht.

Auch hier hätten Reformen zu einem soliden Geschäftsmodell geführt. Vor allem da es nur zwei Banken in Georgien gebe, habe die Bank eine Preismacht im Land, was zu höheren Gewinnen führe.

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