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Reisen, Einzelhandel, Gesundheitswesen Der zunehmende Wohlstand lässt in Asien die Kauflaune steigen

Foto: Berenberg

Es war eine Zäsur von globaler Bedeutung, als China am 14. April 2023 auf Platz 2 verwiesen wurde: Mit seinen mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern war Indien in der Rangliste der bevölkerungsreichsten Länder just an diesem Tag vorbeigezogen und hatte sich an die Spitze gesetzt, schätzen die Vereinigten Nationen (UN). Auf dem Subkontinent leben mehr als dreimal so viele Menschen wie in der Europäischen Union oder jeder fünfte Erdbewohner.

Indien hat jedoch nicht nur die weltweit meisten Einwohner. Das Land verfügt gleichzeitig über eine sehr junge Bevölkerung: Das Durchschnittsalter liegt bei 28,7 Jahren, während es in Deutschland stolze 44,8 Jahre beträgt. Damit ist Indien aber kein Sonderfall, sondern reiht sich ein in eine Riege junger und bevölkerungsreicher Länder in der Region. Ebenfalls dazu gehören beispielsweise die Philippinen mit einem Durchschnittsalter von 24,7 Jahren oder Indonesien, dessen 275 Millionen Einwohnern im Schnitt 29,6 Jahre alt sind (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Bevölkerungszahl und Durchschnittsalter in ausgewählten Ländern

Ranking

Land

Einwohnerzahl
(in tausend)

Durchschnittliches Alter

1

Indien

1.417.173

28,7

2

China

1.412.175

38,5

3

USA

333.288

38,9

4

Indonesien

275.501

29,6

     

13

Philippinen

115.559

24,7

16

Vietnam

98.187

32,4

19

Deutschland

84.080

44,8

Quelle: World Bank, United Nations. Stand 2022

 

Die sehr junge Bevölkerung in Asien birgt viel Potenzial für Innovationen, Produktivitätssteigerungen und starkes Wirtschaftswachstum. Für das kommende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für Indien und die Philippinen mit Wachstumsraten von 6,3 Prozent beziehungsweise 6,1 Prozent. Für Indonesien prognostiziert er ein Konjunkturplus von immerhin 5 Prozent, während die Weltwirtschaft den Erwartungen zufolge um lediglich 3,2 Prozent zulegen wird.

Mehr als zwei Milliarden Asiaten sind online

Über besonders starke Wachstumsperspektiven im aufstrebenden Asien verfügt der Konsumsektor: Junge Menschen geben in der Regel einen größeren Teil ihres Einkommens aus als ältere Semester.

Die mehr als eine Milliarde jungen Leute in der Region wollen reisen, brauchen Bildung sowie Bankkonten und sind potenzielle Nutzer sozialer Medien. In Asien sind bereits jetzt über zwei Milliarden Menschen online – und damit mehr als anderswo auf der Welt. Nicht zuletzt deshalb ist die Region führend bei E-Commerce-Innovationen sowie im Bereich Social Media. All dies deutet in Verbindung mit dem steigenden Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf einen starken Anstieg des Konsums in den kommenden Jahren hin.

Geringe Verschuldung spricht für steigenden Konsum

Neben der jungen Bevölkerung spricht auch die geringe Verschuldung für Aufwärtspotenzial im Konsumbereich. Insbesondere in Indonesien sind Haushalte, Unternehmen und Staat nur in geringem Maße verschuldet; in Indien und auf den Philippinen ist die Schuldenquote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ebenfalls niedrig (siehe Grafik 2).

Das lässt steigende Ausgaben erwarten: In der Vergangenheit haben solche geringen Verbindlichkeiten darauf hingedeutet, dass die Verbraucher noch viel Spielraum haben, ihren Konsum zu erhöhen und ihre Verschuldung auszuweiten – ohne den Finanzsektor übermäßig zu belasten.

Grafik 2: Verschuldung in ausgewählten asiatischen Ländern

Quelle: CEIC, Morgan Stanley. Stand Q1 2022

 

Rasch wachsender Wohlstand

Essenziell für die Wachstumschancen im Konsumsektor sind ein steigendes Vermögen und eine zunehmende Kaufkraft. Und in Asien nimmt der Wohlstand rasant zu. Das gilt für viele Volkswirtschaften in der Region, Indien ist aber auch hier ein gutes Beispiel: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf hat bereits die Marke von 2.000 US-Dollar überschritten (siehe Grafik 3).

Grafik 3:  Steigender Wohlstand in Indien fördert den Konsum

Quelle: Morgan Stanley. Stand 2021

 

Die Historie zeigt, dass sich die Konsumgewohnheiten von diesem Moment an verschieben: Das zusätzliche Einkommen wird verstärkt für Güter und Dienstleistungen ausgegeben, die nicht nur den täglichen Bedarf decken. Aktuell machen Lebensmittel mehr als 40 Prozent der jährlichen Haushaltsausgaben aus – einer der höchsten Werte weltweit. Während sich das BIP pro Kopf bis zum Jahr 2031 in Richtung der 5.000 US-Dollar bewegt, wird sich der Anteil der Ausgaben aber voraussichtlich immer stärker in den Non-Food-Bereich verlagern.

Höhere Ausgaben im Non-Food-Bereich

Der Gesamtkonsum dürfte sich in den kommenden zehn Jahren auf 4,5 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Ausgaben im Nicht-Lebensmitteleinzelhandel bis zum Jahr 2031 um das 3,5-fache auf knapp 900 Milliarden US-Dollar steigen. Vor diesem Hintergrund halten wir aus Investorensicht die Bereiche Bildung, Social Media & Unterhaltung, Einzelhandel & E-Commerce, Gesundheitswesen sowie insbesondere die Reisebranche für interessant.

Die Beispiele Südkorea und China zeigen, wie mit steigendem Einkommen die Reiselust zunimmt (siehe Grafik 4). Indien, Indonesien oder auch die Philippinen befinden sich trotz aller bereits erzielten Fortschritte noch am Anfang ihres Weges zu mehr Wohlstand. Die Richtung aber stimmt – und für Anleger kann es interessant sein, sie auf ihrer Reise zu begleiten.

Grafik 4:  Steigende Reiseausgaben bei steigendem verfügbarem Einkommen

Quelle: World Bank, Bloomberg, Bernstein. Stand 2019

 

Im Berenberg Emerging Asia Focus Fund bevorzugen wir qualitativ hochwertige Unternehmen, die von diesem durch Demografie und gesellschaftlichem Wandel getriebenen Konsum-Megatrend überdurchschnittlich stark profitieren werden. Dabei entfallen etwa 45 Prozent des Portfolios auf diesen Bereich. Wir unterteilen unsere Investitionen in Subthemen wie sozialer Wandel, Bevölkerungswachstum und Alterung (siehe Grafik 5).

Grafik 5: Thematische Übergewichtung im Berenberg Emerging Asia Focus Fund

Quelle: Berenberg. Stand Januar 2024

 

Folgende Unternehmen könnten aus unserer Sicht am wachsenden Konsum in Asien teilhaben.

·       MakeMyTrip (MMYT) – Reisen, Indien

Das 2000 gegründete Unternehmen MMYT ist die größte Online-Reisebuchungsplattform in Indien mit einem Marktanteil von rund 45 Prozent. Über seine etablierten Marken wie MakeMyTrip, Goibibo und Redbus bietet das Unternehmen Flugtickets, Hotelbuchungen, Bustickets und Urlaubsplanung an. MMYT hat derzeit mehr als 74 Millionen monatlich aktive Nutzer und ist Marktführer in einem wenig durchdrungenen sowie strukturell wachsenden Marktsegment. Mit steigendem verfügbarem Einkommen könnte MMYT langfristig von den zunehmenden Reiseausgaben der indischen Haushalte profitieren.

·       Mahindra & Mahindra (M&M) – Automobile, Indien

Das 1947 gegründete Unternehmen M&M verfügt über eine breite Produktpalette. Sie umfasst SUVs, Pickups, Nutzfahrzeuge, Elektrofahrzeuge, Traktoren und Baumaschinen. Das Unternehmen verfügt über 45 Produktionsstätten und 21 Fertigungsanlagen in Indien sowie insgesamt 67 Ländern in der ganzen Welt. M&M ist Marktführer im Traktor- und Landwirtschaftssegment mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent und einer hohen Rentabilität. Das Unternehmen profitiert mit seinem neuen SUV-Schwerpunkt von den aktuellen Präferenzen der Verbraucher und mit seinen Elektrofahrzeugen vom Aufschwung der E-Mobilität in Indien.

·       Mitra Adiperkasa (MAPI) – Einzelhandel, Indonesien

Das 1995 gegründete Unternehmen MAPI ist der führende Lifestyle-Einzelhändler in Indonesien mit über 3.200 Einzelhandelsgeschäften. Das breit gefächerte Portfolio umfasst Sport, Mode, Kaufhäuser, Spezialgeschäfte, Gastronomie und Lifestyle-Produkte. Mit exklusiven Vertriebsrechten für viele Marken dürfte das Unternehmen auf auf dem indonesischen Einzelhandelsmarkt für mittlere bis hochwertige Produkte gut positioniert sein und expandiert auf die Philippinen, nach Malaysia und Thailand. Zu den bekannten Marken im Portfolio von MAPI gehören unter anderem Zara, Massimo Dutti, Footlocker, Reebok, Starbucks und Subway. Es wird voraussichtlich von den steigenden verfügbaren Einkommen und der wachsenden Mittelschicht nicht nur in Indonesien, sondern langfristig auch in anderen südasiatischen Ländern profitieren.

·       Bangkok Dusit Medical Services (BDMS) – Gesundheitsversorgung, Thailand

Das 1969 gegründete Unternehmen BDMS verwaltet Krankenhäuser und Wellness-Kliniken. Es ist Thailands größte private Krankenhausgruppe. Sie ist als Experte für die Behandlung einer Vielzahl von Leiden und Krankheiten anerkannt – von Wellness und Prävention bis hin zu fortgeschrittener Tertiärversorgung. Sie zieht neben einheimischen auch internationale Patienten an, die wegen der erweiterten privaten Gesundheitsdienstleistungen nach Thailand reisen. Wir sehen BDMS als langfristigen Profiteur des zunehmenden Bewusstseins und der steigenden Ausgaben für die Gesundheitsversorgung.

 

Über die Autoren


 

 

 


Javier Garcia
ist seit Oktober 2022 Portfoliomanager bei Berenberg. Er begann seine Investmentkarriere 2002 bei Julius Bär Asset Management (später Swiss & Global Asset Management). Von 2013 bis 2022 war er als Senior Portfolio Manager Emerging Markets Equities bei UBS Wealth Management tätig. In dieser Funktion hat er den Bereich Global-Emerging-Markets und Asien-Aktien aufgebaut und gemanagt. Javier Garcia hält einen Bachelor in Business Administration und Economics der Universität Zürich und ist CFA Charterholder.

  


 

 

 

Dr. Jianan He ist seit Juli 2023 Portfoliomanagerin bei Berenberg. Sie begann ihre Karriere 2020 bei ODDO BHF Asset Management, wo sie als Quantitative Analyst Equities mit Schwerpunkt auf Multi-Faktor-Anlagestrategien für globale Aktienmärkte tätig war. Jianan He hält einen Doktortitel in empirischer Finanzwissenschaft von der Technischen Universität Darmstadt und ist CFA Charterholder.

 

 

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Datum: 11.03.2024

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