ACM-Bernstein RMB Income Plus „Der Yuan gehört in jedes gut strukturierte Portfolio“

Erin Bigley, Fondsmanagerin des ACM-Bernstein RMB Income Plus

Erin Bigley, Fondsmanagerin des ACM-Bernstein RMB Income Plus

Ein Rentenfonds mit Fokus auf den chinesischen Yuan – das klingt spannend, aber irgendwie auch reichlich kompliziert.

Erin Bigley: Bis vor ein paar Jahren war es das auch. Da brauchten Sie noch eine Lizenz, um chinesische Papiere zu kaufen. Seit 2010 gelten jedoch neue Regeln, und mittlerweile ist die Währung deutlich einfacher zu handeln. In Hongkong etwa entsteht gerade ein Offshore-Anleihemarkt, auf dem jeder Anleihen in Yuan herausgeben kann.

Wer macht so etwas?

Bigley: Größtenteils internationale Unternehmen, die sich in Yuan refinanzieren wollen. Etwa, um eine Fabrik in China bezahlen zu können. Bisher sind Anleihen im Gesamtwert von 150 Milliarden Yuan notiert, das entspricht umgerechnet 16 Milliarden Euro. Dagegen liegen in Hongkong über 500 Milliarden Yuan in Wartestellung auf Konten bei entsprechend zugelassenen Banken. Für Ende 2012 rechnen wir sogar mit einem Volumen von 2 Billionen Yuan.

Wenn so viel Geld auf wenig Angebot trifft, drückt das nicht die Rendite?

Bigley: Die Renditen der Yuan-Anleihen in Hongkong sind im Augenblick in der Tat nicht sehr hoch. Sie sind auch deutlich tiefer als vergleichbare Anleihen in China. Die meisten rentieren unter 2 Prozent.

Warum ist die Nachfrage trotzdem so groß?

Bigley: In der gegenwärtigen Marktphase wollen viele Investoren ihr Depot breiter diversifizieren. In globalen Anleihe-Indizes sind Yuan-Papiere jedoch nur gering oder gar nicht enthalten, dasselbe gilt für global ausgerichtete Rentenfonds. Der Yuan ist aber mittlerweile eine wichtige Währung, deren Bedeutung kontinuierlich steigt. Deshalb gehört sie in jedes gut strukturierte Anleihe-Portfolio. Davon losgelöst liegt die durchschnittliche Rendite in unserem Fonds immerhin fast doppelt so hoch, nämlich bei 3,6 Prozent.

Wie kommt die Differenz zustande?

Bigley: Wir wissen, dass die Kurse in Hongkong im Augenblick durch die Geldmassen und das schmale Angebot aufgebläht sind. Wenn das Angebot wächst – und das wird es – werden die Kurse jedoch sinken, da sich die Offshore-Renditen den chinesischen Onshore-Renditen anpassen werden. Deshalb investieren wir dort derzeit nur 10 Prozent unseres Portfolios. Der Rest verteilt sich auf Hartwährungsanleihen aus ganz Asien, die per Derivat komplett in Yuan umgewandelt sind.