Der Wert ist nicht genug Warum Flossbach von Storch mehr als 200 Millionen Euro kostet

Bert Flossbach: Was führt wohl der Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch im Schilde?

Bert Flossbach: Was führt wohl der Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch im Schilde?

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Der (teilweise) Verkauf einer Vermögensverwaltung ähnelt einem James-Bond-Film. Zumindest, wenn man den Schilderungen eines Finanzexperten glaubt, der dieses Prozedere bereits mitmachen durfte. Er spricht von Codenamen, konspirativen Treffen, ahnungslosen Sekretärinnen. Lediglich fünf bis sechs Personen seien eingeweiht gewesen, erzählt er. Der Firmenchef, ein hausinterner Steuer-Experte, das Top-Management. Sonst niemand.

Wann man die Mitarbeiter informiert hätte? Erst wenn der Deal über die Bühne gegangen ist. Hätten die Angestellten womöglich erst aus der Zeitung davon erfahren? Ja, das wäre wohl möglich. Wäre das fair? Natürlich nicht. Doch die Mitarbeiter und Kunden vorher einzuweihen wäre kein kluger Schachzug und hätte negative Folgen für das Unternehmen gehabt.

„Bert Flossbach und Kurt von Storch sind Vollprofis“

Der Verkauf klappte nicht. Man konnte sich nicht einigen, die Eigentümer überlegten es sich anders, es blieb alles beim Alten. Die Öffentlichkeit bekam nichts von den Plänen mit. Unser Gesprächspartner verließ kurz darauf das Unternehmen, gründete eine eigene Vermögensverwaltung. Um keine Rückschlüsse auf seinen früheren Arbeitgeber und dessen Verkaufspläne zu ermöglichen, möchte er anonym bleiben. Diskretion sei in der Branche das oberste Gebot, sagt er.

Auch unser zweiter Gesprächspartner sieht das so. Der Vermögensverwalter aus Süddeutschland ist gerade selbst in einen aktuellen Fall involviert - „nein, Flossbach von Storch ist es nicht“ - und möchte daher seinen Namen ebenfalls an dieser Stelle nicht lesen. Umso offener spekulieren die beiden darüber, was Bert Flossbach zu seiner unvorsichtigen Äußerung gegenüber dem „Manager Magazin“ bewogen haben könnte. Während der erste Vermögensverwalter die Meinung des private-banking-magazin-Herausgebers Peter Ehlers teilt und von einer unbedachten Äußerung des gesprächigen Firmengründers ausgeht, sieht sein süddeutscher Kollege das anders. „Bert Flossbach und Kurt von Storch sind Vollprofis“, sagt er. Eine derart unprofessionelle unbedachte Äußerung traue er Flossbach nicht zu. Er könne sich eher vorstellen, dass bereits irgendwelche Informationen über geplante Gespräche nach außen durchgesickert waren und Flossbach lediglich Schadensbegrenzung betreiben wollte.

1,5 bis 1,75 Prozent des verwalteten Vermögens sind realistisch

Wie dem auch sei: Wenn die Firmengründer Flossbach und von Storch tatsächlich neue Partner aufnehmen beziehungsweise teilweise verkaufen würden, wie hoch wäre dann der Preis? Bei der Bewertung einer Vermögensverwaltung orientiert man sich hauptsächlich an dem verwalteten Vermögen. Dieses beträgt bei Flossbach von Storch 16 Milliarden Euro. Doch die 200 Millionen Euro, die derzeit in einigen Medien im Gespräch sind, sind nach Meinung der Experten zu niedrig angesetzt. 1/80 beziehungsweise 1,25 Prozent des verwalteten Vermögens seien viel zu wenig, sagt der Vermögensverwalter aus Süddeutschland. Er bezeichnet 1,5 bis 1,75 Prozent als realistisch. Hinzu käme noch das Eigenkapital, so dass die Gesamtsumme seiner Einschätzung nach bei 240 bis 250 Millionen Euro liegen dürfte.

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