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Wirtschaftssanktionen und Militärhilfe Der Ukraine-Krieg beschleunigt Europas Politikwandel

Europäisches Parlament in Straßburg

Europäisches Parlament in Straßburg: Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat Europa in politischer, wirtschaftlicher und verteidigungspolitischer Hinsicht geeint. Foto: Imago Images / Future Image

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat dem Jahrzehnte währenden Frieden in Europa ein jähes Ende bereitet. Er brachte zugleich einen neuen Unsicherheitsfaktor in die globalen Märkte ein, die bereits mit Inflation, strafferer Geldpolitik und Unterbrechungen in den globalen Lieferketten zu kämpfen haben. Durch den Widerstand der Ukraine hat sich der Konflikt über die von vielen erwartete kurze Krise hinaus ausgedehnt, was eine gewisse Marktstabilisierung ermöglicht und Anlegern Zeit gibt, den Ausblick für die europäischen Aktienmärkte neu zu bewerten.

Die Wirtschaftssanktionen lassen die Rohstoffpreise in die Höhe schnellen

Die Verhängung von Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland hat den Beitrag der elftgrößten Volkswirtschaft der Welt und eines der weltweit größten Rohstoffproduzenten erheblich verringert. Der Verlust von Russlands 4,3 Millionen Barrel Öl pro Tag, die für die Erholung der Weltwirtschaft benötigt werden, ließ die Preise in die Höhe schießen: Der Ölpreis überschritt zum ersten Mal seit 2014 die Schwelle von 100 US-Dollar pro Barrel und erreichte Anfang März einen Höchststand von 130 US-Dollar pro Barrel, bevor er wieder zurückging. Auch der Preis für das Edelmetall Palladium, bei dem Russland laut Bloomberg der größte Lieferant der Welt ist, ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen geklettert, da die ohnehin schon geringen Lagerbestände zur Neige gehen könnten. Weil Russland und die Ukraine laut Statista zu den fünf größten Weizenexporteuren der Welt gehören, hat der Krieg darüber hinaus zu einem Anstieg der Weizenpreise geführt, was gesellschaftliche Risiken für zahlreiche Schwellenländer birgt.

Der Krieg verstärkt nicht nur den Inflationsdruck. Er dürfte darüber hinaus auch die Beeinträchtigungen in den weltweiten Lieferketten weiter verschärfen. Der fehlende Zugang zu Rohstoffen und Edelmetallen aufgrund der Sanktionen wird zweifellos zu Verzögerungen in der Produktion führen, weil Unternehmen jetzt gezwungen sind, nach alternativen Materialquellen zu suchen. Durch die Kombination aus zusätzlichen Unterbrechungen der globalen Lieferketten, stärkerem Inflationsdruck und Einkommensverlusten der Verbraucher aufgrund höherer Energiekosten steigt die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Rezession in Europa. Sollte eine Rezession oder Stagflation eintreten und sich weltweit ausbreiten, würden die Straffungsmaßnahmen der großen Zentralbanken wahrscheinlich nachlassen. Trotz dieser Ungewissheiten schafft das klare Bewusstsein Europas für die Bedeutung der Sicherheitsautonomie starke Impulsgeber, die unserer Meinung nach die langfristige Attraktivität der Region für Anleger erhöhen könnten.

Die Europäer sind sich in der Ausrichtung der Wirtschaftspolitik einig

Der Konflikt hat Europa zu einem Umdenken in seiner Wirtschaftspolitik veranlasst. In den vergangenen 20 Jahren haben politische Entscheidungsträger in ihrem Streben nach Wohlstand Sparmaßnahmen ergriffen, doch der Ausbruch des Krieges hat eine Neuordnung der Prioritäten erzwungen. Die Länder haben erkannt, dass die Wahrung ihrer nationalen Souveränität die Entwicklung eines einheitlicheren Ansatzes in der Wirtschaftspolitik, umfassendere Militärausgaben und eine größere Energieunabhängigkeit erfordert. Die jüngsten Vereinbarungen über Wirtschaftssanktionen, Militärhilfe und die erneute Forderung nach einer Vergemeinschaftung der Schulden unter EU-Mitgliedstaaten zeigen die Bereitschaft Europas, sich in politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Fragen zu einigen. Einigkeit allein reicht jedoch nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Die europäischen Länder sind sich bewusst, dass sie mehr Anreize, Finanzmittel durch den Privatsektor und Investitionen in Industrien benötigen, die für die Gewährleistung ihrer politischen und energiewirtschaftlichen Sicherheit von entscheidender Bedeutung sind.

Grafik: Energieerzeugung in der EU nach Quelle

Die im Raum stehenden Sanktionen gegen russisches Erdöl und Erdgas verdeutlichen die Abhängigkeit des europäischen Kontinents von Kohlenwasserstoffimporten aus einem autoritären Regime und die Dringlichkeit einer Beschleunigung der Energiewende hin zu erneuerbaren Energien. Die Notwendigkeit für Europa, eine relative Energieunabhängigkeit und -sicherheit zu erreichen, wird erhebliche Investitionen in die entsprechenden Fundamente seiner Wirtschaft erfordern. Die Politik hat mit bemerkenswerter Geschwindigkeit reagiert: Anfang März kündigte die Europäische Union (EU) ihren „REPowerEU“-Plan an, der Europa bis 2030 völlig unabhängig von russischen fossilen Brennstoffen machen und die Nachfrage nach russischem Erdgas bis Ende 2022 um zwei Drittel reduzieren soll. Mehrere Länder in Europa haben bereits eine Kehrtwende in ihrer Energiepolitik vollzogen und die Nutzung von Kernenergie als wichtige Komponente ihrer Energiesicherheit überdacht: Deutschland hat die Abschaltung seiner bestehenden Kernkraftwerke gedrosselt und Frankreich hat sich zum Bau von sechs neuen Anlagen verpflichtet.

Um die vollständige Energieunabhängigkeit und -sicherheit zu erreichen, müssen sowohl die EU als auch die einzelnen Länder ihre Investitionen in erneuerbare Energien, Energiespeicherung und die Infrastruktur zur Unterstützung eines modernen Stromnetzes erheblich steigern. Die Finanzierung dieser Projekte muss durch staatliche Ausgaben und Darlehen des Privatsektors unterstützt werden. Dank des frühen Umstiegs auf erneuerbare Energien in Europa verfügen die europäischen Banken über reichlich Erfahrung bei der Finanzierung von Großprojekten in den Bereichen Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie erneuerbare Energien, was Innovatoren und Entwicklern einen besseren Zugang zu Kapital verschaffen dürfte. Diese Maßnahmen werden zusammen mit den Beiträgen regionaler und multinationaler Unternehmen aus dem Versorgungs-, Industrie-, Werkstoff- und Technologiesektor sowie der herkömmlichen Energieunternehmen, die ihre Geschäftsmodelle mit Blick auf eine Netto-Null-Zukunft umgestalten, von entscheidender Bedeutung sein, um die echte Energieunabhängigkeit zu verwirklichen.

Europa ist trotz des Konflikts weiterhin attraktiv

Trotz der unzähligen Unsicherheitsfaktoren und der schwerwiegenden humanitären und finanziellen Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine sind wir der Meinung, dass europäische Aktien weiterhin die weltweit attraktivsten Anlagemöglichkeiten bieten. Wir sind nach wie vor fest vom europäischen Finanzsektor und der entscheidenden Rolle überzeugt, die seine Unternehmen dabei spielen werden, Europa den Weg für Investitionen in Branchen zu ebnen, die für eine größere nationale Sicherheit erforderlich sind. Unseres Erachtens sind die Unternehmen fundamental gut aufgestellt, um eine Rezession zu überstehen, die aus einem längeren Konflikt resultieren könnte. Die Invasion hat auch viele der langfristigen Trends beschleunigt, die wir verfolgen, darunter die globale Energiewende, die Elektrifizierung und die Umkehr von der Konzentration auf digitale Lösungen zu physischen Produkten. Hierbei handelt es sich um langfristige, ressourcenintensive Übergänge, die unseren prozyklischen Ausblick und unsere Positionierung unterstützen.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton Investments veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.