Der richtig große Überblick Wo die Vermögen am stärksten wachsen

Es ist eine zweigeteilte Welt, in der sich internationale Vermögensverwalter zurechtfinden müssen. In Industrieländern geht es in erster Linie darum, aus vorhandenen Vermögen das meiste herauszuholen. Und das bei schwankenden Wachstumsraten. In Schwellenländern wächst der Kuchen dagegen gerade erst. Hier geht es darum, sich einen großen Anteil zu sichern. So lautet sinngemäß eines der Ergebnisse aus der aktuellen Studie „Riding a Wave of Growth: Global Wealth 2014“, die die Boston Consulting Group (BCG) einmal im Jahr erstellt.

Auch diese 14. Ausgabe davon befasst sich mit den globalen Vermögensmärkten, dem Offshore-Banking und Erkenntnissen, wie sich die Marktteilnehmer dort schlagen.

Zumindest ihr Spielfeld hat sich sichtlich vergrößert. Hier ein Überblick übers Vermögen 2013 (abwertende Währungen nicht berücksichtigt)

Gesamt: plus 14,6 Prozent auf 152 Billionen Dollar (2012: plus 8,7 Prozent)
Asien-Pazifik: plus 30,5 Prozent
Osteuropa: plus 17,2 Prozent
Nordamerika: plus 15,6 Prozent
Nahost und Afrika: plus 11,6 Prozent
Lateinamerika: plus 11,1 Prozent
Westeuropa: plus 5,2 Prozent
Japan: plus 4,8 Prozent

Warum? Weil in Schwellenländern derzeit enorm große Vermögen neu entstehen. So rechnet man bei BCG für die kommenden fünf Jahre mit einem um weitere 46,2 Billionen Dollar gewachsenen Vermögen. Davon sollen 24 Billionen Dollar aus der Asien-Pazifik-Region kommen. Und rund zwei Drittel davon sind wiederum neu. Nordamerika soll rund 8,8 Billionen Dollar Wachstum beisteuern, hier gehen aber zwei Drittel auf Zuwächse bereits bestehender Vermögen zurück.

Bei der Zahl der Millionäre hat sich die Rangliste der Länder kaum verändert. Die Plätze 1 bis 3 gehen weiterhin an die USA (7,1 Millionen), China (2,4 Millionen) und Japan (1,2 Millionen). Deutschland hat mit der Schweiz getauscht und ist auf Platz 6 gerutscht – 386.000 Millionärshaushalte.

Zumindest beim Volumen haben Vermögensverwalter 2013 ordentlich zugelegt. Das verwaltete Vermögen wuchs um 11 Prozent, das meiste davon geht auf das Konto der gestiegenen Aktienkurse. Die Gewinnmargen blieben gleich, weil auch die Kosten gestiegen sind.

Gespannt blicken die Studienautoren nun darauf, wie Vermögensverwalter die schöne neue Technikwelt für sich nutzen. Hier könnten sich noch einige Marktanteile deutlich verschieben, heißt es. Viele hätten das jedoch noch nicht wahrgenommen, um ihre Produktpalette aufzubessern. Da die Kunden aber genau das erwarten, sollten Vermögensverwalter künftig vor allem digital kräftig nachlegen.

Weitere Informationen, Grafiken und Details gibt es (in englischer Sprache) unter www.bcgperspectives.com.