In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 2026 verschafften sich bislang unbekannte Täter unberechtigten Zugang zum liechtensteinischen Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen (VwbP), das 2021 im Rahmen der EU-Geldwäscherichtlinie eingeführt wurde. Kopiert wurden Namen, Geburtsdaten, Wohnsitzländer und Staatsangehörigkeiten der Personen hinter rund 31.000 Rechtsträgern – Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften. Die Regierung Liechtensteins bestätigte den Vorfall am 2. August.
Was daraus folgen kann
Für die Betroffenen ist weniger der einzelne Datensatz das Problem als seine Verknüpfbarkeit. Wer weiß, welche natürliche Person hinter einer Stiftung steht, kann daraus Angriffsvektoren bauen: von glaubwürdig wirkenden Kontaktaufnahmen über Erpressung bis zur Vorbereitung schwerer Straftaten. Dass auch staatliche Stellen solche Datensätze ankaufen, ist keine Theorie – man denke an die Steuer-CDs, die etwa Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit erwarb.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
In der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 2026 verschafften sich bislang unbekannte Täter unberechtigten Zugang zum liechtensteinischen Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen (VwbP), das 2021 im Rahmen der EU-Geldwäscherichtlinie eingeführt wurde. Kopiert wurden Namen, Geburtsdaten, Wohnsitzländer und Staatsangehörigkeiten der Personen hinter rund 31.000 Rechtsträgern – Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften. Die Regierung Liechtensteins bestätigte den Vorfall am 2. August.
Was daraus folgen kann
Für die Betroffenen ist weniger der einzelne Datensatz das Problem als seine Verknüpfbarkeit. Wer weiß, welche natürliche Person hinter einer Stiftung steht, kann daraus Angriffsvektoren bauen: von glaubwürdig wirkenden Kontaktaufnahmen über Erpressung bis zur Vorbereitung schwerer Straftaten. Dass auch staatliche Stellen solche Datensätze ankaufen, ist keine Theorie – man denke an die Steuer-CDs, die etwa Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit erwarb.
Das Spektrum reicht entsprechend von behördlichen Nachfragen, denen sich Betroffene stellen und die sie widerlegen müssen, bis zu kriminellen Handlungen.
Der politische Kontext
Hinzu kommt ein Klima, das viele vermögende Unternehmer als zunehmend feindlich empfinden. Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas erklärte beim Juso-Bundeskongress Ende November 2025, ihr sei klar geworden, „gegen wen wir gemeinsam kämpfen müssen“ – gemeint waren die Arbeitgeber und das Unternehmertum an sich.
Zugleich bringt Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil eine Einkommensteuerreform auf den Weg, die sehr hohe Einkommen stärker belastet und in der Debatte als „Reichensteuer“ firmiert. Ob berechtigt oder nicht: Solche Signale verschieben aus Sicht vieler Unternehmer die gesellschaftliche Wahrnehmung ihnen gegenüber – und für manche ist damit eine Linie überschritten.
Warum viele Mittelständler bleiben – und dennoch handeln
In vielen Gesprächen mit mittelständischen Unternehmern und Beratern aus dem Private Wealth Management zeigt sich ein gemeinsames Muster. Anders als manch jüngere, gut ausgebildete Fachkräfte, die mobiler sind, wollen die meisten Unternehmer das Land gerade nicht verlassen. Zwei Bindungen wiegen schwer. Da ist die Loyalität gegenüber den Mitarbeiterfamilien, die zum Teil seit Generationen im Betrieb arbeiten und den Wohlstand der Unternehmerfamilie mit erarbeitet haben – die gibt man nicht ohne Weiteres an einen rein kennzahlengetriebenen Finanzinvestor ab.
Und da ist die regionale Verwurzelung: Wer in einer reiferen Lebensphase gewachsene soziale Netzwerke pflegt, für den bedeutet ein Wegzug auch den Verlust zwischenmenschlicher Bindungen und persönlicher Bedeutung. Noch einmal bei null anzufangen, ist für viele keine Option.
Die Konsequenz: bei der Eigentümerstruktur ansetzen
Und doch bleibt vielen kaum etwas anderes, als die Struktur des Familienvermögens zumindest zu prüfen. Denn – auch das eine Erkenntnis aus den Gesprächen – Vermögensschutz beginnt nicht beim Vermögen selbst, sondern bei der Eigentümerschaft. Ansätze, die nicht das Vermögen ins Ausland verlagern, sondern zunächst die Eigentümerstruktur, rücken deshalb stärker in den Blick. Ist wirtschaftlich Berechtigter etwa ein Treuhänder und kein Familienmitglied, besteht keine unmittelbare Verbindung zur Familie – ein Umstand, der nach einem solchen Datenleck spürbar wichtiger wird. Damit ist jedoch ausdrücklich keine Familienstiftung gemeint – denn gerade die sind ja vom Datenhack besonders betroffen. Da gibt es bessere, weil mitunter diskretere Lösungen.“
Solche Strukturen können zudem außerhalb des deutschen Erbrechts stehen und gegen den plötzlichen Ausfall des Prinzipals resilient sein. In aller Regel bringen sie eine Family Governance mit: den Grundsatz, dass Entscheidungen dem Ganzen dienen und nicht der genealogischen Reihenfolge – ein Prinzip, das große Kaufmanns- und Bankiersfamilien seit jeher kennen.
Über den Autor
Ferenc von Kacsóh ist geschäftsführender Gesellschafter der Münchner Pariter Fortis, eines Family Office, das vermögende Familien bei Vermögensstrukturierung und Nachfolgeplanung berät. Der Autor berät geschäftlich unter anderem zur Verlagerung von Eigentümerstrukturen. Dieser Gastbeitrag gibt seine persönliche Einschätzung wieder
Fast geschafft
Bitte auch im Spam-Ordner schauen!
