Umfrage mit 3.600 Investoren Der Kapitaldruck auf ESG-Anlagen könnte in einem lauten Knall enden

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Ein Großteil der institutionellen Investoren hat eine klare Vorstellung darüber, wie sie die Werte ihrer Organisation mit verschiedenen Investmentansätzen in Einklang bringen wollen. Auch für Privatanleger ist das wichtig. 77 Prozent der von Natixis in anderem Zusammenhang befragten Anleger gaben an, dass die Integrierung ihrer persönlichen Werte beim Investment wichtig für sie ist.

Hilfe dabei erwarten sie in erster Linie von ihren Finanzberatern. Diese sollten, um Missverständnissen vorzubeugen, die Erwartungshaltung ihrer Kunden kennen. Dave Goodsell, Geschäftsführender Direktor das Natixis Zenters für Investoreneinblicke dazu: „Für Berater ist nicht immer klar, was Kunden mit persönlichen Werten meinen, und ob sie in erster Linie durch den Wunsch nach einer besseren Welt, nach einer besseren Rendite oder gar durch beides motiviert sind. Diese Dinge müssen aber zwingend geklärt sein, bevor Empfehlungen ausgesprochen werden. Die ansonsten nicht ausbleibende Unzufriedenheit, könnte sonst schnell zu einem Vertrauensverlust in die nachhaltige Geldanlage insgesamt und damit zu einem Problem für die weitere Entwicklung dieses noch jungen Investmentbereichs führen."

Bei der Handhabung zur Berücksichtigung von ESG-Kriterien verfolgen die Investoren keinen einheitlichen Weg. Genutzt werden in der Regel Ansätze mit Risiko/Rendite-Eigenschaften, die je nach Zielsetzung ein individuelles Vorgehen ermöglichen. Dabei binden 54 Prozent der Fondsselektoren und 48 Prozent der institutionellen Investoren ESG-Kriterien in den gesamten Investmentprozess ein.

Das Negative-Screening wird von 42 Prozent der Fondsselektoren und 40 Prozent der institutionellen Investoren genutzt. Der seit den 1970er Jahren betriebene Ausschluss von Unternehmen oder Branchen, die als unethisch oder schädlich eingestuft werden, verlor zuletzt etwas an Bedeutung, da es keine belastbaren Beweise dafür gibt, dass er entweder einen finanziellen oder gesellschaftlichen Nutzen bringt. Dennoch findet der Ausschluß sich nach wie vor im Werkzeugkasten von Fondsselektoren und Großanlegern.

Aktive Ownership, also das Einwirken auf die Unternehmensleitung, ob und wie ESG-Kriterien berücksichtigt werden, wird seit Jahren immer beliebter. 35 Prozent der Fondsselektoren und 34 Prozent der Großanleger gehen diesen Weg. Ein gutes Drittel der institutionellen sieht in Investoren Active Ownership sogar ein Hauptmittel bei der Umsetzung von ESG-Interessen. Impact Investing gewinnt ebenfalls an Bedeutung. 42 Prozent der Fondsselektoren und 34 Prozent der Institutionellen berücksichtigen diesen Ansatz.