Immobilien Der Investmenterfolg jenseits der Metropole ist auch eine Frage der Finanzierung

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Klassischerweise gelten viele Landesbanken als sehr zuverlässige Finanzierungspartner. Doch angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten und der schnell wechselnden Marktrealitäten kann es durchaus der Fall sein, dass ein lokaler Finanzierungspartner wie die Volksbanken oder die lokale Sparkasse die besseren Konditionen bereithalten. Gerade bei kleineren Städten und Gemeinden kann es sich auch lohnen, als professioneller Investor mit einer Bank zusammenzuarbeiten, die ansonsten überwiegend im Privatkundengeschäft tätig ist.

Der Faktor Mensch ist wichtiger als der digitale Prozess

Diese Regionalbanken verfügen gegenüber den Großbanken über einen entscheidenden Vorteil: Sie kennen in der Regel den jeweiligen Investmentstandort sehr gut und können daher die Potenziale und Risiken exakter einschätzen. Dementsprechend können sie zu verlässlichen Partnern für den Investor werden. Gerade für komplexere Vorhaben wie umfangreiche energetische Ertüchtigungen nach einem Ankauf fehlt jedoch aufseiten der Finanzierer womöglich die Erfahrung, wie das Investitionsvorhaben einzuschätzen ist. In diesem Fall sind also Aufklärungsarbeit und ein vertrauensvoller Umgang umso wichtiger.


Weniger relevant sind hingegen durchgehend digitalisierte Prozesse und Datenräume, wie sie bei großen Investmentmanagern und Maklerhäusern inzwischen gang und gebe sind. Diese helfen zwar bei der internen Bearbeitung. Regionalbanken und Sparkassen sind jedoch in der Regel nicht so stark digitalisiert wie Großbanken, weshalb die „klassische“ Dokumentenarbeit inklusive E-Mail-Anhang oder Papierakten oftmals zur Realität gehört. Im Umkehrschluss können Partner mit einer starken Vor-Ort-Präsenz und jahrelang gewachsenen Netzwerken von unschätzbarem Wert sein. Genauso wichtig jedoch sind mittelständische Tugenden wie Verbindlichkeit und langfristige Partnerschaften, die sich im Idealfall nicht nur über ein einzelnes Projekt definieren, sondern über mehrere Investitionen hinweg gefestigt haben.

Fazit: Überdurchschnittliche Renditen sind nach wie vor möglich

Immer wieder klagen Immobilieninvestoren über schrumpfende Renditen, oft ist von unter drei Prozent die Rede. Das muss schlicht nicht sein. Attraktive Renditen für Wohnimmobilien können recht konservativ bei fünf Prozent oder darüber liegen. Wohlgemerkt für immer noch recht risikoarme Produkte. Standorte jenseits der Metropolen machen es möglich. Und wenn künftig zinsbedingt die Ankaufsfaktoren in der Peripherie sinken sollten, da eine niedrigere Marktliquidität befürchtet wird, ergibt sich für standhafte Investoren eine noch aussichtsreichere Ausgangslage. In diesem Fall sind Renditen von mehr als fünf Prozent bei einem hohen Sicherheitsniveau durchaus im Bereich des Möglichen.

Über den Gastautor:
Moritz Kraneis ist Gründer und Gesellschafter bei der Deutsche Zinshaus. Er begann seine berufliche Laufbahn mit einer Banklehre bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA. Nach einem Studium startete er bei Ernst & Young Real Estate. Später wechselte er zu Madison Capital Management. 2010 gründete Moritz Kraneis als  geschäftsführender Gesellschafter mit seinem Zwillings-Bruder Philipp Kraneis die Deutsche Zinshaus. Ende 2013 folgte die Gründung der DIO Deutsche Immobilien Opportunitäten.