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Demografischer Wandel Warum eine alternde Gesellschaft auch Chancen bietet

Ältere Menschen haben oft viel Geld zur Verfügung, um den Ruhestand zu genießen. | © Pixabay

Ältere Menschen haben oft viel Geld zur Verfügung, um den Ruhestand zu genießen. Foto: Pixabay

Um 42 Prozent soll die Anzahl der über 60-Jährigen bis 2030 weltweit steigen – und damit mehr als fünfmal so stark wie der Anteil jener Menschen unter 60 Jahren. Kinder, die heute in reichen Ländern auf die Welt kommen, haben gute Chancen 100 Jahre und älter zu werden. Diese Entwicklung hat verschiedene Gründe: Unter anderem führen steigender Wohlstand, medizinischer Fortschritt aber auch ein insgesamt gewachsenes Bewusstsein für eine gesündere und ausgewogenere Lebensweise dazu, dass wir immer älter werden.

Mit der gestiegenen Lebenserwartung haben sich auch die Lebenszyklen gewandelt. Das Modell, dass Menschen ihr gesamtes berufliches Leben im gleichen Beruf und Unternehmen absolvieren, verschiebt sich allmählich hin zu einem Modell mit mehreren verschiedenen Berufen, Positionen und Laufbahnen. Auch das Renteneintrittsalter wird überdacht und angepasst, mit der Folge, dass wir heute auch immer länger arbeiten als frühere Jahrgänge.

Lebenslanges Lernen setzt die richtigen Angebote voraus

Damit wächst aber auch die Bedeutung lebenslangen Lernens: Im hohen Alter kann möglicherweise nicht mehr jeder Beruf ausgeübt werden, weil er körperlich oder geistig zu anspruchsvoll geworden ist. Entsprechend wandelt sich das moderne Lebensmodell von einem dreistufigen – mit Ausbildung, lebenslanger Anstellung und Ruhestand – hin zu einem mehrstufigen Modell mit mehreren Berufswechseln und lebenslangem Lernen sowie, bedingt durch die erhöhte Lebenserwartung, einem längeren Ruhestand.

Lebenslanges Lernen setzt jedoch voraus, dass die entsprechenden Angebote auch für ältere Menschen verfügbar sind. In Deutschland gehören Gasthörer zwischen 50 und 80 Jahren bereits seit langem zum gängigen Bild an Universitäten. Hochschulen bieten älteren Erwachsenenstudenten die Möglichkeit, an den Vorlesungen teilzunehmen ohne Prüfungen abzulegen und auf einen bestimmten Abschluss hinzuarbeiten.

Der demografische Wandel hat auch Folgen für den Arbeitsmarkt

In anderen Ländern können Menschen der Generation 50+ zum Teil jedoch schon seit vielen Jahren auch im höheren Alter noch reguläre Abschlüsse an den Universitäten erlangen. In Frankreich beispielsweise wurde die erste Universität für das dritte Lebensalter bereits 1973 gegründet, auch in China gab es schon 1983 die erste derartige Einrichtung. Mittlerweile gibt es aber auch in Deutschland universitäre Angebote, die gezielt älteren Menschen eine Weiterbildung ermöglichen, etwa die U3L, die Universität des 3. Lebensalters, die zur Goethe-Universität in Frankfurt gehört.

Wenn ältere Menschen sich weiterbilden, um auch nach Erreichen des Rentenalters weiterzuarbeiten, wirkt sich diese Entwicklung auch direkt auf den Arbeitsmarkt aus. Menschen über 55 stellen eine immer größere Gruppe der Erwerbstätigen dar – für die USA etwa geht das Bureau of Labor Statistics (BLS) davon aus, dass bis 2024 ein Viertel der dann 164 Millionen Erwerbstätigen über 55 Jahre alt sein wird. Der starke Anstieg der US-Beschäftigtenzahlen zwischen 1998 und 2018 um gut 24 Millionen geht laut BLS zu 85 Prozent auf Erwerbstätige über 55 Jahren zurück.