Demica-Studie So ticken Unternehmens-Treasurer 2015

Fast 80 Treasurer von Unternehmen befragte das Beratungshaus Demica für seine 2015er Studie

Fast 80 Treasurer von Unternehmen befragte das Beratungshaus Demica für seine 2015er Studie

Die Weltkonjunktur zieht wieder an. Vor diesem Hintergrund hat die Optimierung des Betriebskapitals für Unternehmen auch im Jahr 2015 weiterhin hohe Priorität. Auf der Suche nach Wettbewerbsvorteilen agieren die Treasurer in den Finanzabteilungen nicht mehr in den Grenzen traditioneller Finanzierungsformen, sondern erkunden auch alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für ihren Betriebskapitalbedarf.

Das Spektrum reicht von der Lieferkettenfinanzierung (supply chain finance (SCF)) über die Verbriefung von Forderungen (trade receivables securitisation (TRS)) bis hin zu Factoring. Dies sind die Erkenntnisse der neuesten Demica-Studie, für die eine Stichprobe von 78 Corporate Treasurern und Finanzmanagern befragt wurde. Durchgeführt wurde die Studie in Zusammenarbeit mit Treasury Management International (TMI).

Als Hauptprioritäten für das kommende Jahr nannten die befragten Treasurer effektiveres Cash-Management oder effektivere Prognosen (63 Prozent der Befragten), Freisetzung von Betriebskapital (60 Prozent) und Verbesserung der Risikosteuerung des Working-Capital-Managements (58 Prozent). 60 Prozent sahen für die nächsten fünf Jahre noch viel bis sehr viel Potenzial für die Freisetzung von gebundenem Betriebskapital in ihren jeweiligen Branchen.

In dem wirtschaftlichen Umfeld nach der Finanzmarktkrise ist es noch wichtiger geworden, gebundene Liquidität freizusetzen, weil die Konditionen für die herkömmlichen Bankkredite immer schärfer werden. Deshalb, so sagten 80 Prozent der Befragten, suchen die Unternehmen jetzt zunehmend nach alternativen Finanzierungsmethoden.

Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Möglichkeiten, zusätzliche Liquidität aus ihren Forderungen zu gewinnen, wie 87 Prozent der befragten Treasurer bestätigten. 83 Prozent der Studienteilnehmer beobachteten in ihrem Vergleichsumfeld ein wachsendes Interesse an Lieferkettenfinanzierung (SCF), die längere Zahlungsziele für die Käufer bei gleichzeitig frühzeitigen Zahlungen an die Lieferanten ermöglicht – und das alles zu günstigen Finanzierungskonditionen.

Wieder im Angebot

Weitere 60 Prozent bestätigten, dass Unternehmen wieder zunehmenden Geschmack an der Verbriefung von Forderungen (TRS) finden, um ihre Forderungsbestände zu Geld zu machen. Die befragten Organisationen wiesen eine außergewöhnlich hohe Nutzungsrate von SCF auf – 40 Prozent bieten ihren Lieferanten heute schon eine solche Finanzierungsfazilität. Liquiditätsstärkung zugunsten des Käuferunternehmens ist dabei das primäre Motiv für die Einführung des Programms, gefolgt von Liquiditätsversorgung der Lieferanten und Reduzierung der Lieferkettenrisiken.

Zugleich spielt die Verbriefung von Forderungen (TRS) in der Betriebskapitalstrategie der Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. 16 Prozent der Befragten haben zurzeit ein TRS-Programm.

Das entscheidende Motiv ist auch hier die Verbesserung der Liquidität, während an zweiter und dritter Stelle die günstigeren Finanzierungsbedingungen und die Diversifizierung der Refinanzierungsmöglichkeiten stehen. Unter denjenigen Teilnehmern, die noch kein TRS-Programm eingeführt haben, plant ein Viertel eine entsprechende Implementierung in den kommenden zwölf Monaten.

Aufgrund des anhaltenden Trends zur Diversifizierung der Unternehmensfinanzierung wird zudem Factoring, das früher eher als Notbehelf galt, bei Unternehmen jeder Größenordnung immer beliebter. Mehr als 25 Prozent der befragten Treasurer setzen Factoring bereits heute als effektives Finanzierungsmittel zur Liquiditätserhöhung ein, wobei das Factoring-Volumen von 700.000 bis 800 Millionen reicht.

>>Zu den vollständigen Ergebnissen der Demica-Studie