Ingo Speich von Deka Investment Nachhaltigkeit bedeutet für mich …

Ingo Speich von Deka Investment: „Der Nachhaltigkeitserfolg muss in der variablen Managementvergütung stärker berücksichtigt werden.“

Ingo Speich von Deka Investment: „Der Nachhaltigkeitserfolg muss in der variablen Managementvergütung stärker berücksichtigt werden.“ Bildquelle: Deka Investment

… Prioritäten setzen. Zuallererst einmal ist Nachhaltigkeit für mich der harmonische Dreiklang aus dem Zusammenspiel der drei Säulen E – der Umwelt, S – das Soziale und G – die Unternehmensführung, die optimalerweise eine gute ist. Genau diese drei Dimensionen sind es, die – mit Augenmaß beachtet – Ertrags- oder Risikovorteile mit sich bringen. Die vielfach unterschätzte und gleichwohl wichtigste Nachhaltigkeitssäule stellt das G dar.

So bleibt eine verantwortungsvolle Unternehmensführung der entscheidende Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg, auch wirtschaftlich. Stimmen die Unternehmensführung und die Kultur in der Gesellschaft, führt dies häufig zu besseren Resultaten bei den Säulen E und S. Mehr noch: Verantwortungsvolles und nachhaltiges Management schafft es regelmäßig, auch wirtschaftlich erfolgreicher zu sein als Unternehmen, die diesen Themen keine oder nur untergeordnete Bedeutung beimessen.

Denn der Einfluss, den Unternehmen auf die Menschen im Arbeits- und im privaten Leben haben, rückt stärker in den Fokus. Es sind Unternehmen, die Veränderungen positiv beeinflussen können und müssen.

Insofern muss Nachhaltigkeit auf der Prioritätenliste von Unternehmen, Investoren und Politik fest verankert werden. Ziel der Akteure muss es sein, einen gemeinsam konzeptionellen Rahmen mit einem zielorientierten Ansatz zu entwickeln, Risiken zu steuern und abzuwenden, Veränderungen anzustoßen und voranzutreiben sowie Chancen zu nutzen. Wir als nachhaltig agierende Asset Manager können gemeinsam mit den börsennotierten Unternehmen ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten.

 

Damit nachhaltiges Handeln erfolgreich sein kann, müssen sämtliche Aktivitäten, die Richtung Nachhaltigkeit führen sollen, quantifiziert sein, um dann präzise analysiert werden zu können. Dies gilt für jede der drei Dimensionen gleichermaßen. Verläuft die Analyse nicht präzise, hat dies zur Konsequenz, dass falsche Rückschlüsse für das Handeln daraus gezogen werden. Daraus folgt somit eine Fehleranfälligkeit bei der Unternehmenssteuerung, Verlustrisiken können insofern massiv zunehmen. Dies wird insbesondere deutlich, wenn wir uns schlechte Unternehmensführung bei einem Betreiber von erneuerbaren Energien vorstellen.

Von einer regulatorischen Perspektive aus betrachtet erhält das E aktuell die höchste Aufmerksamkeit. Kein Wunder, liegt uns allen doch daran, die Pariser Klimaziele einzuhalten und die Erderwärmung auf ein Höchstmaß von 1,5 Grad zu begrenzen. Ein sehr ambitioniertes Ziel, das wir gemeinsam erreichen müssen. Alles in allem müssen Nachhaltigkeitselemente fest in die Strategie von Unternehmen integriert werden und in die internen Kontrollsysteme implementiert werden, damit die Zielerreichung sich exakt messen lässt und Unternehmen so in die richtige Richtung gelenkt werden können. Nur, was gemessen wird, lässt sich auch steuern. Damit das Management auch motiviert ist, an dieser Aufgabe tatkräftig mitzuarbeiten, muss der Nachhaltigkeitserfolg in der variablen Managementvergütung stärker berücksichtigt werden.

Mit einem der Nachhaltigkeit zugewandten Management kommen wir unseren Anstrengungen, effizienter und effektiver mit unseren Ressourcen umzugehen, einen deutlichen Schritt näher. Die Zeit drängt. Wir müssen uns beeilen.

Über den Autor:

Ingo Speich ist seit fünf Jahren Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment. Vor dieser Zeit verantwortete er unter anderem Nachhaltigkeitsthemen bei Union Investment.

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