Die Verantwortlichen der Dekabank ändern die Vertriebsstuktur für institutionelle Kunden. „Finanz-Szene“ berichtete zunächst darüber. Wie ein Sprecher der Bank gegenüber diesem Medium bestätigte, werden im Vertriebsdezernat weiterhin institutionelle Sparkassen- und Verbundkunden angesiedelt sein. Für diesen Bereich wird jetzt – vier Monate nach der Kündigung von Thomas Leicher, der Bereichsleiter für den Vertrieb an institutionelle Kunden war – im Zuge der „Veränderung der Aufbauorganisation“ ein neuer Verantwortungsträger gesucht
Umstrukturierung geschieht „stellenneutral“
Externe institutionelle Investoren, wie beispielsweise Versorgungswerke oder Pensionskassen, werden demnach zukünftig nicht etwa in einem Vertriebsdezernat 2 betreut, sondern direkt von den Tochterunternehmen der Bankengruppe, also beispielsweise von Deka Investment oder Deka Immobilien. Personelle Änderungen im Spitzenmanagement seien nicht geplant. Auch würde der Umbau des Geschäfts im Allgemeinen keine Arbeitsplätze kosten, sondern „stellenneutral“ verlaufen. Offen sei hingegen bislang, inwieweit Mitarbeiter neue Aufgaben übertragen bekämen.
Der Banksprecher begründet den Umbau damit, dass ein„dezidierter Relationship-Ansatz“ wie im Vertriebsdezernat 1 nicht nötig sei, da die Kunden spezialisiert seien und wüssten, welche Dienste sie benötigen.
Institutioneller Vetrieb stagniert
Für die Verantwortlichen der Deka sei das institutionelle Geschäft ein Wachstumsfeld, wie der Sprecher betont. Die neue Struktur solle dem Rechnung tragen. Grundlos kommen die Neuerungen nicht. Im vergangenen Jahr verlor die Deka ein Großmandat im Umfang von 19 Milliarden. Der Vorstandsvorsitzende Georg Stocker nannte das Mandat aus Ertragssicht zwar „nicht relevant“, auffällig war dennoch, dass es nicht der erste großvolumige Abzug war. 2022 ging bereits ein Milliardenmandat an die Helaba. Und auch bei der aktuellen Asset-Management-Studie des Thinking Ahead Instituts gehört die Deka zu den wenigen Verlierern.
Im ersten Halbjahr 2024 lag der Spezialfonds-Nettoabsatz bei 1,9 Milliarden Euro. Ein überschaubares Stück vom Kuchen. Laut Zahlen des BVI sammelten institutionelle Spezialfonds hiesiger Asset Manager seit Anfang 2022 knapp 80 Milliarden Euro ein – wovon allein 15 Milliarden Euro auf das erste Quartal dieses Jahres entfielen. Das verwaltete Volumen institutioneller Kunden stagniere laut „Finanz-Szene“ seit 2020 bei rund 175 Milliarden Euro, der Immobilienbereich stehe seit einiger Zeit bei 16,7 Milliarden Euro.