Professionelle Anleger in Europa rechnen damit, dass Defined-Outcome-Strategien in den kommenden fünf Jahren mehr Geld anziehen. 80 Prozent der Befragten, die solche Strategien kennen, erwarten steigende Allokationen am europäischen Markt. In Deutschland sind es 76 Prozent. Das ergibt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Censuswide im Auftrag des ETF-Anbieters Wisdomtree.
Defined-Outcome-Strategien nutzen Optionen, um Verluste zu begrenzen und das Auszahlungsprofil vorab festzulegen. Über strukturierte Wertpapiere sind solche Profile in Europa seit Jahrzehnten verbreitet, im ETF-Mantel dagegen neu. 55 Prozent der befragten Anleger in Europa investieren bereits in optionsbasierte ETFs oder Investmentfonds, in Deutschland 54 Prozent. In den USA verwalten optionsbasierte ETFs nach Angaben von Wisdomtree rund 270 Milliarden US-Dollar, 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bekannt, aber schwer zu erklären
An der Bekanntheit scheitert es nicht. 98 Prozent der Befragten in Europa geben an, die Strategien zu kennen, in Deutschland 100 Prozent. Beim Ausblick sind die deutschen Anleger dennoch vorsichtiger: Nur 13 Prozent erwarten einen deutlichen Anstieg der Allokationen, europaweit sind es 22 Prozent. Als Nutzen nennen 30 Prozent eine bessere Verhaltensdisziplin, 28 Prozent mehr Sicherheit über das Anlageergebnis; die deutschen Befragten liegen mit 25 und 24 Prozent darunter. Als Hürden führt die Umfrage die Produktstruktur, die begrenzte Verfügbarkeit, die Komplexität und die Schwierigkeit an, die Strategien Kunden zu erklären.
Alexis Marinof, Europachef von Wisdomtree, sagt: „Vertrautheit allein reicht noch nicht aus, um Anwendung zu finden.“ Anleger bräuchten neben dem Produkt vor allem Analysen und Erläuterungen, die die Umsetzung erleichterten. Tom May, der bei Wisdomtree die Outcome- und Derivatestrategien verantwortet, verweist darauf, dass der ETF-Mantel in Europa neu sei, die zugrunde liegenden Strategien aber nicht. Wisdomtree bietet selbst optionsbasierte ETFs an und verwaltet weltweit 176,9 Milliarden US-Dollar.
Censuswide befragte insgesamt 800 Wholesale-Berater, institutionelle Anleger, Vermögensverwalter und Multi Family Offices in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, der Schweiz, den nordischen Ländern und den Benelux-Staaten.