b) Der demografische Wandel sorgt für eine zunehmende Überalterung der Gesellschaft: Weltweit sind rückläufige Geburtenraten in fast allen Nationen zu verzeichnen. In den meisten entwickelten Industrieländern sind sie inzwischen deutlich unter ein Niveau gefallen, das für einen Erhalt der Bevölkerungszahl notwendig ist. Weiterhin haben steigende Lebenserwartungen dazu geführt, dass der Anteil junger Menschen relativ zu demjenigen älterer Menschen sukzessive immer weiter abnimmt.
Junge und alte Menschen unterscheiden sich normalerweise grundlegend in ihrem Ausgabeverhalten: Jüngere Personen sollten in Erwartung eines steigenden Lebenseinkommens ausgabefreudiger sowie bei Kreditaufnahme und Investments risikofreudiger sein. Ältere Menschen hingegen würden mit dem Ziel einer Absicherung ihres Lebensabends agieren, sparten daher eher und konsumierten zurückhaltend.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Deutschland in Zahlen]
Stagnation trotz sprudelnder Steuereinnahmen, hoher Beschäftigung und steigenden Gewinnen bei börsennotierten US-Unternehmen: Wie geht das?
Selbst wenn die Daten zur Entwicklung von Produktivität und Demografie die Theorie säkulare Stagnation auf den ersten Blick stützen, gibt es auch Zeitreihen, die ein völlig anderes Bild vermitteln. Insbesondere die Entwicklungen bei Beschäftigung, Steuereinnahmen und Gewinnen börsennotierter US-Unternehmen vermitteln den entgegengesetzten Eindruck.
So entstanden in den OECD-Staaten – also genau in denjenigen Nationen, die angeblich besonders von der säkularen Stagnation geplagt sind – zwischen 2013 und 2018 insgesamt 43 Millionen neue Arbeitsplätze. In Deutschland ging die Arbeitslosenquote in diesem Zeitraum von 6,9 Prozent auf 5,4 Prozent zurück. In den USA ermäßigte sie sich in dieser Periode sogar von 6,7 Prozent auf 3,9 Prozent. Inzwischen ist die Arbeitslosenquote in den USA sogar auf 3,5 Prozent gefallen, den tiefsten Stand seit 50 Jahren.