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Tech‑Konsolidierung und Energie‑/Netzinfrastruktur dominieren. Technologie bleibt der aktivste Sektor, weil Konsolidierung im Software‑Mittelstand, Cybersecurity sowie Daten‑ und Cloud‑Stacks strukturell nachgefragt werden und Buy-and-Build‑Strategien in einem planbareren Finanzierungsklima wieder leichter umzusetzen sind.
Energie‑ und Netzinfrastruktur gewinnen zusätzlich an Gewicht. Denn Elektrifizierung, Speicher und Netzmodernisierung halten Investitionsprogramme in Gang und schaffen damit planbare Cashflows für Infrastruktur‑ und Private‑Equity‑Investoren.
Digitale Infrastruktur als Energie‑Case: M&A entlang der Versorgungskette
Ein zusätzliches Infrastruktur‑Narrativ entsteht durch den steigenden Energiebedarf von Datenzentren und Digitalisierungsprojekten. Dies erhöht die Attraktivität von Projekten rund um Netzanschluss, Effizienztechnologie, Kühlung und Energieversorgung. Hier werden sowohl Plattformaufbauten als auch projektbezogene Finanzierungsstrukturen mit langfristigeren Cashflow‑Profilen möglich.
In Sicherheits‑ und Industriepolitik gibt es mehr Rückenwind, mehr Prüfungsdichte. Der sicherheitspolitische Investitionsimpuls bleibt ein wesentlicher Faktor. Die europäischen Verteidigungsausgaben werden weiter auf neue Rekordniveaus ansteigen. Für Transaktionen in Dual‑Use‑ und kritischen Infrastruktursegmenten erhöht sich zugleich die Relevanz von Außenwirtschafts‑ und Complianceprüfungen, was insbesondere bei Finanzierungen die Dokumentation, die Conditions Precedent und das Timing beeinflusst.
Exits und Kapitalrückflüsse: Rückkehr, aber häufig über hybride Pfade
Im Private‑Equity‑Bereich wächst 2026 der Druck, Exits wieder stärker zu realisieren und Kapital zurückzuführen, während gleichzeitig neue Deployments attraktivere Entry‑Bewertungen und mehr Sondersituationen finden. Es ist zudem mit zunehmender Traktion von Buy‑and‑Build‑Transaktionen zu rechnen.
Key Takeaway für dieses Jahr:
Daraus lassen sich klare Leitlinien ableiten: Vorbereitung, Strukturierung und Tempo werden die Ergebnisse in 2026 stärker bestimmen als reine Marktstimmung. Wer frühzeitig Finanzierungssicherheit herstellt, einen belastbaren Equity‑Case entwickelt, Separations‑ und Integrationsrisiken identifiziert und quantifiziert und die passende Kapitalstruktur einschließlich Private‑Credit‑Optionen sauber orchestriert, erhöht die Abschlusswahrscheinlichkeit und kann Bewertungs‑Gaps eher über Vertragsmechanik als über Preisnachlässe schließen.
Über die Autoren:
Jakub Lorys ist Partner der Praxisgruppe Corporate/M&A im Münchner Büro von Baker McKenzie. Er ist auf deutsche und internationale M&A und Private Equity-Transaktionen spezialisiert und berät Unternehmen, institutionelle Investoren, Finanzinvestoren, Family Offices und Portfolio-Unternehmen von institutionellen Investoren und Finanzinvestoren.
Jan Schubert ist Partner der Praxisgruppe Corporate/M&A bei Baker McKenzie in Frankfurt. Er konzentriert sich hauptsächlich auf inländische und grenzüberschreitende Unternehmenstransaktionen, fremdfinanzierte Übernahmen durch Private-Equity-Fonds, Umstrukturierungen und Joint Ventures.