Datensalat Datenpanne enttarnt Credit-Suisse-Kunden

Datensalat: Datenpanne enttarnt Credit-Suisse-Kunden | © Pixelio

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Datenpannen gibt es anscheinend überall: im Vatikan, beim Verfassungsschutz und jetzt auch – mal wieder – bei der Credit Suisse (CS). Wie DAS INVESTMENT.com gestern berichtete, ermitteln Steuerfahnder gegen rund 7.000 Kunden der CS wegen Steuerhinterziehung durch Bermuda-Scheinlebensversicherung und Geldwäsche. Wie die Ermittler an die Daten kamen, war gestern noch unklar. Heute sind zwei unterschiedliche Geschichten im Umlauf: Relativ sicher ist, dass Bankangestellte Fehler machten und die Behörde die Daten nicht, wie im vergangenen Jahr, angekauft hat.

Es wird davon ausgegangen, dass ein „peinliches“ Versehen von CS-Mitarbeitern zu den neuen Erkenntnissen führte. Laut der „Welt“ soll ein Bankangestellter die Daten fälschlicherweise mitgenommen haben, als er von der Schweiz in eine deutsche Filiale wechselte. Deutsche Steuerfahnder hätten die entsprechende Datei dann bei einer Razzia im Februar 2011 gefunden.

Eine andere Version der Datenpanne verbreitet das „Handelsblatt“: Ein Beamter des Finanzministeriums habe bei der Credit Suisse lediglich angefragt, wie viele Kunden Versicherungen auf den Bermudas hätten. Der Bankangestellte habe diese Frage jedoch falsch verstanden und irrtümlicherweise den kompletten Datensatz nach Deutschland geschickt.

Gegenüber der Zeitung bestätigten CS-Mitarbeiter die zweite Version. Offiziell gibt die Bank jedoch keine Angaben über die Herkunft der Daten. Sie rät den betroffenen Kunden, sich einen Anwalt zu nehmen und gegebenenfalls Selbstanzeige zu erstatten.

Für Kritiker des geplanten Steuerabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz ist der neue Steuerskandal ein gefundenes Fressen: „Deutschland wäre beim Steuervollzug also auf dieselben Banken angewiesen, die über Jahre ihren Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben“, zitiert das „Handelsblatt“ den SPD-Fraktionsvize Joachim Poß.