Daten, Daten, Daten Der KI-Erfolg im Asset Management ist messbar

Günter Jäger ist Gründer der Plexus Investments und deren Denkfabrik für Künstliche Intelligenz. | © Plexus Investments

Günter Jäger ist Gründer der Plexus Investments und deren Denkfabrik für Künstliche Intelligenz. Foto: Plexus Investments

Was derzeit infolge der Corona-Krise im öffentlichen Leben und an den Finanzmärkten passiert, haben sich die meisten Investoren vorher kaum vorstellen können. Abgesehen von der horrenden Volatilität und der starken Unsicherheit über künftige gesellschaftliche Verhältnisse, zeigt sich nun stärker denn je: Wenn wir Zukunft antizipieren wollen, sind Daten die unentbehrliche Grundlage.

Die Datenrelevanz steigt im Turbomodus

Daten, Daten, Daten – medizinische, politische, volkswirtschaftliche, unternehmensspezifische, alternative: Ihre Menge, Vielfalt und Abrufgeschwindigkeit nehmen schon länger deutlich zu. Jetzt, in der Corona-Krise, vollzieht sich diese Entwicklung im Turbomodus. Nicht nur Unternehmenslenkern und Investoren schwirrt der Kopf. Doch an den Kapitalmärkten gilt: Wer Daten schneller und präziser priorisieren, erfassen und auswerten kann als andere Investoren, verschafft sich einen Informationsvorsprung und die Chance auf bessere Entscheidungen.

Doch wie soll das funktionieren angesichts der schieren Masse der verfügbaren Daten? Ein wichtiger Teil der Lösung heißt Künstliche Intelligenz (KI). Sie kann große Mengen an Daten viel besser als der Mensch auswerten. Sie ist milliardenfach schneller und viel genauer. Um sie gewinnbringend zu nutzen, fehlt es den meisten Investoren allerdings an digitalem Know-how und Transferkompetenz.

KI-Erfolg im Asset Management

Wir bei Plexus haben 2017 die KI-Denkfabrik gegründet, um den KI-Markt zu analysieren, KI-Manager zu prüfen und KI-Investmentstrategien zu identifizieren. So können Investoren die Funktionsweisen und Chancen der Künstlichen Intelligenz für den Anlageerfolg vermittelt werden. Eine wichtige Rolle spielt der AI Outperformance Index (AI: Artificial Intelligence, englisch für KI; das monatliche Update der Ergebnisse finden Sie hier), der die durchschnittliche Performance von KI-Fonds gegenüber ihrer jeweiligen Benchmark misst.

Damit ist erstmals möglich, verlässlich einen Vergleich zwischen Mensch und Maschine im Asset Management zu ziehen. Mit der AI Outperformer Ratio wird jeden Monat der Anteil jener KI-Fonds ermittelt, die ihre Benchmark in bestimmten Zeiträumen übertreffen. Der Index und die Ratio sind ein Spiegel der KI-Reife im Finanzsektor.

KI ist komplex, die Erfolgsmessung auch

Die Auswahl der KI-Fonds für den Index ist komplex. Ein Fonds, der für den AI Outperformance Index in Frage kommt, muss KI- oder Machine-Learning-Technologien als eine zentrale Komponente im Investmentprozess einsetzen. Diese Prämisse ist wichtig. Denn das Universum lediglich als KI-Fonds bezeichneter Produkte ist weit größer als das der echten KI-Fonds.

Etliche Fondsanbieter setzen KI bereits ein, um beispielsweise Analystenberichte zu verarbeiten oder Patentdatenbanken nach Schlüsselwörtern zu durchsuchen. Insbesondere letzteres hilft Portfoliomanagern, besonders innovative Unternehmen zu finden, die bislang unter dem Investorenradar wirtschaften. Aber welches Unternehmen ein Investment wert ist, entscheidet auch dann häufig der Mensch, wenn KI bei der Analyse hilft. Auch für vorteilhafte Order-Ausführungen sind KI-Lösungen schon verbreitet. Allerdings ist es bei KI-Einsätzen wie den hier beispielhaft genannten unmöglich, den Einfluss der Technologie auf die Fondsentwicklung zu bestimmen.