Studie Das sind die Trends am Immobilienmarkt

Frank Dornseifer

Frank Dornseifer: Der Geschäftsführer des BAI geht davon aus, dass Assetklassen, die als traditionell angesehen werden, neu betrachtet werden müssen. Foto: BAI

Der Bundesverband Alternative Investments (BAI) hat in Deutschland 77 institutionelle Investoren befragt, wo sie die besten Renditechancen am Immobilienmarkt sehen. Dabei wurde deutlich, dass Alternative Investments einen elementaren Portfoliobaustein der deutschen Altersvorsorge darstellen. Deshalb entwickeln sich für diesen Markt immer neue Zugangswege und Investitionsstrategien.

Befragt wurden für die Studie „Private Real Estat – Die Immobilien-Allokation deutscher institutioneller Investoren unter der Lupe im BAI Investor Survey: Zuganswege, Strategien, Trends, Covid-19 und die Digitalisierung“ 28 Versicherungen, 21 Pensionskassen, zwölf versorgungswerke, fünf Banken, fünf Stiftungen, drei (Single) Family Offices und drei Pensionstreuhänder.

BAI Geschäftsführer Frank Dornseifer dazu: „Investoren wollen neue Renditequellen erschließen und vor allem auch über die gesamte Kapitalstruktur hinweg allokieren, eben um das Portfolio bestmöglich zu diversifizieren. Dies führt dazu, dass auch Assetklassen, die grundsätzlich eher als traditionell angesehen werden, neu betrachtet werden müssen.“

BAI Vorstandsmitglied Andreas Kalusche dazu: „Im Fokus steht für den BAI natürlich der Private-Markets-Kontext, der für immer mehr Investoren von elementarer Bedeutung ist. Die Portfolioallokation in Immobilien wird in den nächsten drei bis fünf Jahren um cirka fünf Prozent wachsen und damit auf durchschnittlich elf Prozent ansteigen. Davon entfallen voraussichtlich 9,6 Prozent auf Equity und 1,4 Prozent auf Debt Investments. Das ist angesichts des reifen und Covid-erschwerten Marktumfeldes eine beachtliche Entwicklung.“

Laut Philipp Bunnenberg, Referent Alternative Markets beim BAI sehen die befragten Investoren als größte Herausforderung die Covid-19-Pandemie an. Mittelfristig und mit Blick auf beschleunigte Impfprozesse sollte das Virus aber keinen erheblichen Einfluss auf den Investitionsprozess haben. Die Pandemie beschleunigt jedoch Trends, die sich bereits davor herauskristallisiert haben. Investoren zeigen eine höhere Risikoaversion, neue Investoren treten in den Markt ein und zugleich nimmt die Zahl der Immobilien mit Core-Status ab. Dieser zunehmende Wettbewerb um globale Core-Immobilien hat deren Preise in die Höhe getrieben. Viele Investoren korrigieren ihre erwartete Rendite je nach Nutzungsart (Commercial versus Residential) nach unten.

Ein Schwerpunkt der Studie ist laut BAI, erstmals neue, innovative Investitionsstrategien und Zugangswege für Real Estate darzulegen. Stand heute investiert die überwiegende Mehrheit der befragten Investoren (82,7 Prozent) in Real Estate Equity. Debt Investments befinden sich in etwa der Hälfte der Portfolios (45,5 Prozent). Sie werden jedoch in den nächsten Jahren nach und nach zu ihren Equity Pendants aufschließen. Denn Kreditfonds sind derzeit der wachstumsstärkste Zugangsweg zum Immobilienmarkt. Hohes Potenzial hat auch der Sekundärmarkt für Immobilienfonds, der im Vergleich zu anderen Sekundärmärkten für Fondsanteile (beispielsweise Private Equity), trotz stetigen Wachstums in den vergangenen Jahren nach wie vor klein ist.

Neue Trends und Technologien am Immobilienmarkt fasst BAI Geschäftsführer Frank Dornseifer wie folgt zusammen: „Der Einsatz neuer Technologien verändert schon jetzt die AI-Branche spürbar. Die Wertschöpfungskette wird aufgebrochen. Und spätestens mit flankierender Regulierung wie dem Gesetz zur Einführung elektronischer Wertpapiere in Deutschland und dem europäischen Regelwerk für Krypto-Assets und DLT-basierter Marktinfrastruktur werden wir digitale Assets zunehmend auch im institutionellen Portfolio sehen. Hierfür werden gerade jetzt die Weichen gestellt. Die Tokenisierung von Immobilieninvestments und elektronische Fondsanteilscheine sind ein richtiger und wichtiger Schritt zu mehr Digitalisierung.“