Länge und Luxus – bitte recyclebar Das sind die besten Segel- Motor- und Superyachten des Jahres

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Länge und Luxus – bitte recyclebar
Das sind die besten Segel- Motor- und Superyachten des Jahres
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Eine Yacht in türkischen Gewässern: Bootsbauer gibt es zur Genüge – Fachmagazine zeichnen jährlich die besten Segel-, Motor- und Superyachten aus.

Eine Yacht in türkischen Gewässern: Bootsbauer gibt es zur Genüge – Fachmagazine zeichnen jährlich die besten Segel-, Motor- und Superyachten aus. Foto: Imago Images / Panthermedia

Luxus geht immer: Was die Anbieter entsprechender Themen-ETFs und -Fonds gebetsmühlenartig wiederholen, lässt sich auch auf den Bootsmarkt erweitern. Denn in den vergangenen Jahren waren die Orderbücher für große Yachten immer voll. Gerade in der Zeit der Pandemie schwammen die Boote und der Vertrieb ihrer Erbauer auf einer Erfolgswelle. Das zeigen auch die Zahlen: Ende 2021 lagen laut dem Global Order Book von „Boat International“ genau 1.024 Aufträge für Yachten mit einer Länge von über 24 Metern bei Bootsbauern vor – ein Jahr später waren es mit 1.203 laufenden Projekten ganze 17,5 Prozent mehr. Der deutsche Bundesverband Wassersportwirtschaft feierte ein „Konjunktur-Allzeithoch“ und eine „aufblühende  Wassersportbranche“.

Dementsprechend eifrig werkelten die Yachthersteller auf aller Welt in den vergangenen Jahren auch an neuen Booten. Interessant dabei: Nicht nur Luxus funktioniert sowohl bei Fonds als auch bei Yachten, sondern auch Nachhaltigkeit. Bei den renommierten „European Yacht of the Year“- Awards, die jährlich von mehreren Fachzeitschriften wie den deutschen Magazinen „Yacht“ oder „Boote“ verliehen werden, existiert mittlerweile ein Sonderpreis für besonders nachhaltige Segelyachten. Denn: Obwohl die durch Wind auf Geschwindigkeit gebrachten Segelyachten gegenüber ihren motorisierten Verwandten zumindest noch einen Vorteil beim nachhaltigeren Antrieb haben, stellen sowohl Motor- als auch Segelboote in Sachen Recycling ein großes Problem dar. Jahrelang wurden die Korpusse der Yachten aus glasfaserverstärktem Kunststoff gebaut – dessen Recycling ist zwar grundsätzlich möglich, aber sehr teuer. 

 

Candela C-8: Futuristische und preisgekrönte Motoryacht mit Elektro-Antrieb; Foto: Candela

 

Anders soll es beim diesjährigen Preisträger namens „Ecoracer 25“ funktionieren. Die 7,69 Meter lange Segelyacht von Northern Lights Composites ist vollständig und einfach recyclebar – weil für den Rumpf und das Deck ein Verbundstoff aus Flachsfasern verwendet wird und ein Basalt-Strukturrahmen das Boot hält. Die Basisversion ist laut Hersteller ab einem Preis von 80.000 Euro 
erhältlich. Schon im Jahr 2022 hatte das Projekt den Preis für das „Eco-focused Boat of the Year 2022“ erhalten. Bei den Motoryachten – normalerweise angetrieben von Dieselmotoren – bedeutet Nachhaltigkeit vor allem: Elektro-Antrieb.

 

 

 

 

Auch bei den „European Powerboat of the Year“-Awards gibt es deswegen eine Kategorie, in der inzwischen das beste Elektroboot ausgezeichnet wird. 2023 gewann der schwedische Hersteller Candela mit dem Modell C-8. Das Boot, das bereits in verschiedenen Versionen erhältlich ist, hat laut Hersteller eine maximale Reichweite von 105 Kilometern. Entscheidet sich der Kapitän allerdings für eine Vollgasfahrt mit der Maximalzahl von Passagieren an Bord, schrumpft die Reichweite auch mal schnell auf unter 60 Kilometer zusammen. Und: Mit 330.000 Euro Basispreis ist das Motorboot auch nicht unbedingt erschwinglich.

 

Foto: Montura/Zerogradinord

 

Ohnehin scheint trotz der Rekorde aus den Vorjahren derzeit nicht unbedingt die Zeit der kleinen und günstigen Boote zu sein. Laut einer Umfrage des Bundesverbands Wassersportwirtschaft 
sind die Mitglieder vor allem um die Geschäftsentwicklung im Yacht-Einstiegssegment besorgt. „Gerade diese Zielgruppe wird aktuell vermutlich das Ersparte lieber für die Nebenkostenabrechnung an die Seite legen“, heißt von Seiten des Verbandes.

 

Foto: Peter Seyffer

Dagegen bleiben die Verbandsmitglieder mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im Segment größerer Segelyachten eher optimistisch: 63 Prozent von ihnen erwarten ein gleichbleibendes oder sogar besseres Geschäft als im Vorjahr, auch für Motorboote jenseits der 12-Meter-Marke gaben die Befragten eine ähnliche Einschätzung ab. Luxus geht also immer – und besonders „Länge läuft“, wie das Branchenmagazin „Yacht“ süffisant kommentierte.

 

Quelle: Boat International, Yacht, Boote; Stand: 9. Juni 2023

Die besten Superyachten hat dagegen ein anderes Branchenmagazin gekürt: „Boat International“ verlieh im Mai gemeinsam mit „Akyacht“ bereits das 18. Mal die „World Superyacht“- Awards. Unter den Preisträgern findet sich mit der von der deutschen Lürssen-Werft eigentlich schon 1994 ausgelieferten, nun aber preiswürdig um- und neu aufgebauten „Coral Ocean“ übrigens auch eine deutsche Yacht. Superyacht des Jahres wurde die „Kensho“ – deren Eigner angeblich über 100 andere Superyachten besuchte, um seine Wunschyacht in Auftrag geben zu können.  

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