Marktführer, Trends und Hintergründe Das sind die 10 größten Verwahrstellen Deutschlands
Platz 10: ABN Amro, Frankfurt – 100,9 Milliarden Euro
Die ABN AMRO Bank ist durch die vollständige operative Verschmelzung und Übernahme der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank (HAL) im Juni 2026 offiziell in die Top 10 der größten Verwahrstellen in Deutschland aufgestiegen. Zur Jahresmitte wurden 100,9 Milliarden Euro verwahrs. Zum Jahresende 2025 waren es 89,6 Milliarden Euro, nach 84,6 Milliarden Euro Ende 2024.
Die Verwahrstelle fällt in das Geschäftsfeld Asset Servicing: Neben Verwahrstellendienstleistungen ist ABN Amro (vormals Hauck Aufhäuser Lampe) dort auch als Kapitalverwaltungsgesellschaft aktiv und bietet die Administration von Investmentprodukten für unabhängige Vermögensverwalter, Finanzdienstleister, institutionelle Investoren sowie Asset Manager an – mit Schwerpunkten in Deutschland, Luxemburg, der Schweiz, Österreich und Irland. Das Institut ist in allen Bereichen wie offene Wertpapierfonds, offene Sachwertefonds sowie geschlossene Sach- und Wertpapierfonds vertreten.
Das verwahrte Vermögen verteilt sich auf diese Gruppen wie folgt: Bei offenen Wertpapierfonds sind es 38,2 Milliarden Euro in Publikumsfonds und rund 7 Milliarden Euro in Spezialfonds. Im Bereich offener Sachwertefonds kommen 2,5 Milliarden Euro in Publikumsfonds und 38,2 Milliarden Euro in Spezialfonds hinzu. Bei geschlossenen Wertpapier- und Beteiligungsfonds verwahrt das Haus 1,0 Milliarden Euro in Publikumsfonds. Im Segment der geschlossenen Sachwertefonds entfallen 1,9 Milliarden Euro auf Publikumsfonds und 12,0 Milliarden Euro auf Spezialfonds.
Geleitet wird die Verwahrstell von Anja Schlick, die die Aufgabe von Holger Sepp übernommen hat.
Laut der aktuellen BVI-Verwahrstellenstatistik zum Stichtag 30. Juni 2026 verwahren die 27 in Deutschland aktiven Depotbanken insgesamt 3.125 Milliarden Euro für in Deutschland aufgelegte Fonds.
Die Marktkonzentration bleibt hoch: Die fünf größten Anbieter – BNP Paribas, State Street Bank International, DZ Bank, HSBC Continental Europe und Dekabank – verwahrten zusammen 2.154 Milliarden Euro und damit 70 Prozent des Gesamtvermögens. Zur Jahresmitte 2025 hatte dieser Anteil noch bei 69 Prozent gelegen.
Die Zahl der aktiven Verwahrstellen ist gegenüber Mitte 2025 von 29 auf 27 gesunken. Zuletzt hatte die Oldenburgische Landesbank die Degussa Bank übernommen, die damit als eigenständige Verwahrstelle vom Markt verschwand. Zudem verkaufte die Apobank ihr Verwahrstellengeschäft an die DZ Bank. Jüngst übernahm die ABN Amro den Wettbewerber Hauck Aufhäuser Lampe, was sich auch in diesem Ranking widerfindet. Die Konsolidierung im deutschen Depotbankmarkt setzt sich somit weiter fort.
Die Statistik, die der Fondsverband BVI gemeinsam mit dem Praxisforum Depotbanken erstellt, umfasst in Deutschland aufgelegte offene Wertpapierfonds und Sachwertefonds sowie geschlossene Investmentfonds gemäß Kapitalanlagegesetzbuch.