Damit Nachhaltigkeit auch was bringt Der Spagat zwischen Ideologie und rentabler Geldanlage

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Ein Ausschlussgrund für Unternehmen kann z.B. die Herstellung von Tabak, die grobe Verletzung von Menschenrechten oder der Verstoß gegen Arbeitsnormen sein. Für Staaten kann zum Beispiel die Anwendung der Todesstrafe oder eine hohe Korruptionsrate zum Ausschluss führen.

2. Best-in-Class-Ansatz

Beim sogenannten „best-in-class“-Ansatz werden die Unternehmen oder Länder ausgewählt, die besonders führend hinschlicht sozialer, ökologischer oder governancebezogener Kriterien sind. Das können zum Beispiel eine besonders umweltschonende Produktion, geringer CO² Ausstoß oder effizienter Ressourcenverbrauch sein. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, beschäftigt beispielsweise der Indexanbieter MSCI hierfür eine ganze Mannschaft von Analysten, die ein ESG-Ranking erstellen.

3. Impact Investments

Beim Impact Investing wird vor allem in Unternehmen investiert, die n3. eben dem Ertragsziel auch soziale und ökologische Ziele verfolgen. Impact Investments können auch bestimmte Industrien umfassen. Beispiele sind Mikrofinanz, Wasseraufbereitung oder Forstwirtschaft.

Gelingt die Diversifikation mit ESG-Investments?

Um breit streuen zu können, bedarf es eines breiten Anlageuniversums. Auch wenn der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen eine Vielzahl neuer Anlageprodukte hervorgebracht hat, ist die Auswahl im Vergleich zu traditionellen Produkten weiterhin eher gering. Findet man beispielsweise für europäische Aktien über 300 ETFs, so reduziert sich die Anzahl der Produkte mit ESG-Filter auf unter 40. Bei aktiven Fonds sieht das ähnlich aus.

Auch innerhalb eines Index können die Risiken „verklumpen“. Hält der beliebte MSCI World Index noch über 1.600 Aktienunternehmen, so sind es bei ETF-Anbieter UBS nur noch 386, die einen ESG-Welt-Index abbilden.

Unsere Erfahrung ist, dass mit den heutigen Produkten ein ausreichend diversifiziertes Portfolio möglich, aber nicht ganz einfach ist. Je größer die Einschränkung ist, was jeder Anleger selbst noch für nachhaltig hält und was nicht, desto mehr leidet die Effizienz des Portfolios. Oder anders ausgedrückt: Je strenger Anleger Nachhaltigkeit definieren, desto mehr wird die Geldanlage von ideologischen Vorstellungen und nicht mehr von einem sinnvollen Rendite-Risiko-Verhältnis getrieben. Anleger stehen vor dem Spagat, zwischen der persönlichen Haltung, was „nachhaltig“ für sie bedeutet und einem effizienten Portfolio, welches die Kriterien Rendite, Risiko, Liquidität und Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtig.

Mit unseren Green Portfolios gehen wir klar den letzteren Weg. Nachhaltigkeit soll kein Verzicht auf gute Anlageergebnisse bedeuten. Daher verfolgen unsere ETF-Portfolios in erster Linie erprobte Anlagestrategien, umgesetzt mit einem breiten Spektrum an nachhaltigen Anlageprodukten.