Damit Nachhaltigkeit auch was bringt Der Spagat zwischen Ideologie und rentabler Geldanlage

Tankende Elektro-Autos an einer Ladesäule: E-Mobilität gilt als eine der Zukunftstechnologien. | © (Joenomias) Menno de Jong / Pixabay.com

Tankende Elektro-Autos an einer Ladesäule: E-Mobilität gilt als eine der Zukunftstechnologien. Foto: (Joenomias) Menno de Jong / Pixabay.com

Die Börse genießt bisweilen einen schlechten Ruf. Die Immobilien- und Finanzkrise brachte viele Berichte über geldgierige Investmentbanker zu Tage, die immer wieder an die Grenzen des Erlaubten gingen oder diese überschritten, um einen möglichst hohen Bonus einzusacken. Der Fall Wirecard zeigt das kriminelle Verhalten von Vorständen von börsengeführten Unternehmen, welche die Öffentlichkeit mit fingierten Umsätzen täuschen und Milliardengewinne einstreichen. Mit Cum-Ex-Geschäften schlossen sich alle großen deutschen Banken zusammen, um gemeinsam dem Staat Steuereinnahmen in Milliarden vorzuenthalten und damit ihre Bilanzen auf Vordermann brachten.

Auch wenn wir als Anleger und Investoren mit diesen Machenschaften nicht viel zu tun haben, so ist es dennoch eine sehr gute Idee, sich beim Thema Geldanlage Gedanken über seine persönlichen Werte und Grundsätze zu machen. Denn letztendlich unterstützt jedes Investment ganz aktiv ein bestimmtes Unternehmen in einer bestimmten Branche oder einen bestimmten Staat. Nicht jedem ist das bewusst, dass er zum Beispiel mit einem Aktienfonds tatsächlich Unternehmen aus der Rüstungs-, Pharma- oder Tabakindustrie unterstützt.

Natürlich können Anleger sich das bei Fonds-Investments nur bedingt aussuchen – Bayer und die Deutsche Bank gehören nun mal zu den im Index Euro Stoxx 50 enthaltenden Unternehmen. Wer in den europäischen Aktienmarkt investieren will, unterstützt damit fast automatische auch diese Unternehmen. Aber es gibt Alternativen: Immer mehr Fonds- und ETF-Anbieter wählen ihre Investments nach ökologischen, ethischen oder sozialen Aspekten aus.

Der Markt für diese sogenannten nachhaltigen Geldanlagen wächst stetig. Heute werden in Deutschland 270 Milliarden Euro nach diesem Ansatz verwaltet –ein Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach einer aktuellen Studie von FNG macht dieses Volumen zwar gerade einmal rund 5 Prozent des Gesamtmarktes aus, es ist aber davon auszugehen, dass es in den kommenden Jahren deutlich mehr wird. Vor allem institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen treiben das Wachstum an. Sie werden regulatorisch dazu angehalten, ihr Vermögen zunehmend nachhaltig anzulegen. Die Kirchen haben dieses Thema schon länger besetzt und investieren kircheneigene Gelder im Einklang mit ihren Glaubens-Grundsätzen. Bei privaten Anlegern ist „grünes Anlegen“ noch nicht so weit verbreitet.

Welche Anlageprozesse werden bei nachhaltiger Geldanlage unterschieden?

Um ein nachhaltig ausgerichtetes Portfolio zusammenzustellen, hat das Fondsmanagement grundsätzlich drei unterschiedliche Ansätze:

1. Ausschluss

Ausschlusskriterien dienen dazu, Unternehmen oder Staaten vom Anlageuniversum auszuschließen, weil sie bestimmte Produkte herstellen oder bestimmte soziale, ökologische und governancebezogene Kriterien nicht erfüllen.

Auch Anlagen können ausgeschlossen werden, wenn sie bestimmten Wertvorstellung eines Investors nicht entsprechen oder gegen internationale Normen und Standards verstoßen, wie sie zum Beispiel von der OECD definiert werden.