private banking magazin: Herr Schreiber, Herr Svensson – Deutschland steht im Spannungsfeld zwischen ambitionierten Ausbauzielen und ausgeprägter Bürokratie. Warum bleibt der Standort für Sie dennoch attraktiv?
Detlef Schreiber: Wir profitieren grundsätzlich von einer regionalen Diversifikation in unserem Portfolio – unterschiedliche Vergütungsmechanismen, Strompreisniveaus und Erzeugungsprofile. Deutschland ist dabei ein wesentlicher Teil. Wir bauten über die vergangenen 20 Jahre gut die Hälfte unserer Standorte hier auf. Was sich in letzter Zeit verändert hat, ist der regulatorische Rahmen.
Wir sehen in unserer Projektentwicklung, dass wir deutlich zügiger zum Ziel kommen – bis hin zu Genehmigungen und Netzverfügbarkeiten. Ein konkretes Beispiel ist das Repowering: Früher musste man für jeden Standort praktisch eine komplett neue Genehmigung beantragen. Das wurde grundlegend vereinfacht. Es gibt heute quasi einen Rechtsanspruch für Betreiber, Repowering-Maßnahmen umzusetzen, mit einer massiv reduzierten Anforderungsliste. Das spüren wir täglich in unserem Portfolio.
Bengt Svensson: Aus SEB-Perspektive kann ich das nur bestätigen. Wir feiern dieses Jahr unser 50-jähriges Jubiläum in Deutschland. In unseren skandinavischen Heimatmärkten sind wir im Unternehmenskundengeschäft meist Nummer eins oder zwei – Wachstumspotenzial ist dort begrenzt. Die DACH-Region ist für uns deshalb ein sehr wichtiger Markt, auch weil die deutsche Industrie ähnliche Strukturmerkmale aufweist wie die schwedische: exportorientiert, innovationsaffin. Das passt.
Sie haben ein komplexes Restrukturierungsprojekt abgeschlossen: Drei bestehende Fonds wurden in einen neuen überführt, flankiert von einer Portfoliofinanzierung. Was steckt dahinter?
Schreiber: Wir sitzen auf einem Portfolio von rund 40 deutschen Wind- und Solarparks. Diese Anlagen sind gut 15 Jahre alt und bieten enormes Repowering-Potenzial. Im Solarbereich lässt sich die Leistung auf das Zwei- bis Zweieinhalbfache steigern, im Windbereich sogar auf das Drei- bis Vierfache. Die Wirtschaftlichkeit ist überzeugend: gleiche Fläche, deutlich mehr Strom, höhere Cashflows, bessere Rendite nach Repowering.
Das Konzept konnten wir unseren Investoren gut vermitteln – obwohl die Fonds bereits rund 15 Jahre gelaufen sind, haben sich die Bestandsinvestoren für weitere 20 Jahre in einem neuen Vehikel committet. Der nächste Schritt war die Ablösung von rund 40 Einzelfinanzierungen – von Sparkassen und Geschäftsbanken – durch eine einheitliche Portfoliofinanzierung auf Holdinggesellschaftsebene. Das schafft Flexibilität und eröffnet uns den finanziellen Handlungsspielraum für das Repowering.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
private banking magazin: Herr Schreiber, Herr Svensson – Deutschland steht im Spannungsfeld zwischen ambitionierten Ausbauzielen und ausgeprägter Bürokratie. Warum bleibt der Standort für Sie dennoch attraktiv?
Detlef Schreiber: Wir profitieren grundsätzlich von einer regionalen Diversifikation in unserem Portfolio – unterschiedliche Vergütungsmechanismen, Strompreisniveaus und Erzeugungsprofile. Deutschland ist dabei ein wesentlicher Teil. Wir bauten über die vergangenen 20 Jahre gut die Hälfte unserer Standorte hier auf. Was sich in letzter Zeit verändert hat, ist der regulatorische Rahmen.
Wir sehen in unserer Projektentwicklung, dass wir deutlich zügiger zum Ziel kommen – bis hin zu Genehmigungen und Netzverfügbarkeiten. Ein konkretes Beispiel ist das Repowering: Früher musste man für jeden Standort praktisch eine komplett neue Genehmigung beantragen. Das wurde grundlegend vereinfacht. Es gibt heute quasi einen Rechtsanspruch für Betreiber, Repowering-Maßnahmen umzusetzen, mit einer massiv reduzierten Anforderungsliste. Das spüren wir täglich in unserem Portfolio.
Bengt Svensson: Aus SEB-Perspektive kann ich das nur bestätigen. Wir feiern dieses Jahr unser 50-jähriges Jubiläum in Deutschland. In unseren skandinavischen Heimatmärkten sind wir im Unternehmenskundengeschäft meist Nummer eins oder zwei – Wachstumspotenzial ist dort begrenzt. Die DACH-Region ist für uns deshalb ein sehr wichtiger Markt, auch weil die deutsche Industrie ähnliche Strukturmerkmale aufweist wie die schwedische: exportorientiert, innovationsaffin. Das passt.
Sie haben ein komplexes Restrukturierungsprojekt abgeschlossen: Drei bestehende Fonds wurden in einen neuen überführt, flankiert von einer Portfoliofinanzierung. Was steckt dahinter?
Schreiber: Wir sitzen auf einem Portfolio von rund 40 deutschen Wind- und Solarparks. Diese Anlagen sind gut 15 Jahre alt und bieten enormes Repowering-Potenzial. Im Solarbereich lässt sich die Leistung auf das Zwei- bis Zweieinhalbfache steigern, im Windbereich sogar auf das Drei- bis Vierfache. Die Wirtschaftlichkeit ist überzeugend: gleiche Fläche, deutlich mehr Strom, höhere Cashflows, bessere Rendite nach Repowering.
Das Konzept konnten wir unseren Investoren gut vermitteln – obwohl die Fonds bereits rund 15 Jahre gelaufen sind, haben sich die Bestandsinvestoren für weitere 20 Jahre in einem neuen Vehikel committet. Der nächste Schritt war die Ablösung von rund 40 Einzelfinanzierungen – von Sparkassen und Geschäftsbanken – durch eine einheitliche Portfoliofinanzierung auf Holdinggesellschaftsebene. Das schafft Flexibilität und eröffnet uns den finanziellen Handlungsspielraum für das Repowering.
Svensson: Was dieses Projekt aus Bankensicht besonders macht, ist der Portfoliogedanke. Wir finanzieren kein einzelnes Großprojekt, sondern 40 Assets. Wenn eines davon nicht wie geplant läuft, können die anderen ausgleichen. Das ist ein erheblicher Risikopuffer. Hinzu kommt: Die Anlagen laufen während des Repowerings weiterhin unter dem EEG, generieren also stabilen Cashflow. Das ist für Fremdkapitalgeber ein sehr beruhigendes Szenario.
Herr Salic, wie haben Sie Ihre Bestandsinvestoren von diesem Schritt überzeugt?
Franjo Salic: Ein zentrales Versprechen war, dass kein frisches Eigenkapital erforderlich sein wird. Das ist für eine Fremdfinanzierung dieser Größenordnung ungewöhnlich – klassischerweise fordern Banken bei Bauprojekten immer auch Eigenkapitalpuffer. Wir haben dieses Problem durch den Portfolioeffekt gelöst: Eventuelle Kostensteigerungen bei einem Standort werden durch die Cashflows der anderen 39 Assets aufgefangen.