Verdacht auf Cum-Ex-Geschäfte Ermittler durchsuchen Hamburger Privatbank

Zentrale der Hamburger Privatbank M.M. Warburg

Zentrale der Hamburger Privatbank M.M. Warburg

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat im Januar die Zentrale der Hamburger Privatbank M.M. Warburg durchsuchen lassen. Die Razzia stehe im Zusammenhang mit mutmaßlich kriminellen Aktiengeschäften, berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“.

Laut den Angaben werde gegen das Bankhaus ermittelt, weil es in sogenannte Cum-Ex-Deals mit einem Volumen von rund 150 Millionen Euro verwickelt sei. Ein Anfangsverdacht der Ermittler richte sich demnach auch gegen fünf Banker aus der Warburg-Führung, darunter der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Olearius. Der 73-Jährige hat die Bank seit 1986 geführt. Vor zwei Jahren räumte er seinen Posten für seinen Sohn Joachim Olearius und wechselte an die Spitze des Aufsichtsrats.

Bei Cum-Ex-Geschäften werden Aktien eines Unternehmens kurz vor dem Dividenden-Stichtag in schneller Abfolge einmal mit und einmal ohne Dividende verkauft. Dadurch können Investoren sich eine Erstattung der Kapitalertragssteuer erschleichen, ohne die Steuer jemals gezahlt zu haben.

Die Privatbank Warburg soll, so der Verdacht, mit drei Fonds auf der Mittelmeer-Insel Malta gearbeitet haben, um an diesen Vorgängen zu verdienen. Zwei Warburg-Banker sollen dabei auch privat Geld in die Cum-Ex-Geschäfte investiert haben, so die Medienberichte.

Ein Sprecher von Warburg teilte auf Nachfrage des private banking magazins mit: „Im Zuge umfangreicher Ermittlungen nordrhein- westfälischer Behörden gegen insgesamt 129 Banken hat Mitte Januar 2016 unter anderem auch eine Durchsuchung von Geschäftsräumen der Bank in Hamburg stattgefunden. Die Bank unterstützt die Ermittlungen vollumfänglich.“

Weiter heißt es: „Die Wertpapiergeschäfte erfolgten unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anforderungen. Eine mehrfache Erstattung von Steuer hat die Bank weder erhalten noch beantragt."