Crypto Custody Finoa startet Krypto-Verwahrstelle für institutionelle Anleger

Die beiden Finoa-Gründer Henrik Gebbing (l.) und Christopher May | © Finoa

Die beiden Finoa-Gründer Henrik Gebbing (l.) und Christopher May Foto: Finoa

In Berlin geht eine Krypto-Asset-Verwahrstelle für institutionelle Anleger an den Start: Das Fintech Finoa hat mit dem Onboarding erster Kunden begonnen. Das Versprechen der Berliner: Digitale Assets sollen bei dem Unternehmen nicht bloß sicher verwahrt, sondern auch innerhalb von Sekunden wieder handelbar sein – in Zeiten von Zugangsschlüsseln (Private Keys) auf Papier oder USB-Stick keine Selbstverständlichkeit.

Das Gründer-Team, bestehend aus den beiden ehemaligen McKinseyanern Henrik Gebbing und Christopher May, reagiert mit dem Angebot auf die jüngsten Entwicklungen im Krypto-Bereich: So seien bereits viele Krypto-Investmentfonds für digitale Assets entstanden, so Gebbing im Gespräch mit der „Börsen-Zeitung“ (Ausgabe vom 14. Mai), sie alle hätten aber das Problem, einen Custodian Partner zu finden. Diese Lücke will Finoa nun für den deutschsprachigen Raum schließen.

Die Zeit dürfte dabei für das Start-up spielen: Mit Assets under Management zwischen 20 und 50 Millionen Euro sind viele der Kryptofonds laut Bericht gegenwärtig noch unter der Schwelle für spezifische Regulierung. Überschreiten sie erst die 100-Millionen-Euro-Grenze, gelten strengere Regeln – ab dieser Grenze dürfen die Anbieter das ihnen anvertraute Vermögen nicht mehr selbst verwahren.

Doch bereits jetzt vollzieht sich laut Gebbing bei institutionellen Anlegern ein Sinneswandel: Angesichts gehackter Kryptobörsen würden viele vorsichtiger und suchten nach Anbietern wie Finoa, darunter auch traditionelle Finanzinstitute.

IT-seitig arbeitet Finoa mit einem eigenen Kernbankensystem aus der Feder von Technologiechef Matthias Albrecht, der die Software für Finoa an die spezifischen Anforderungen der Blockchain-Technologie angepasst hat. Die Unterschiede zu herkömmlichen Systemen sind dabei grundsätzlicher Natur: So können heutige Systeme beispielsweise lediglich sechs Nachkommastellen abbilden, Bitcoin arbeitet jedoch mit acht.

Langfristig will Finoa die Sicherungsverwahrung als voll regulierter Dienstleister anbieten. Noch kann die Bafin allerdings keine belastbare Aussage machen, was für eine Lizenz für das Fintech überhaupt infrage kommt. Bis es soweit ist, überlegen die Berliner, unter ein Haftungsdach zu schlüpfen.