Hohe Abflüsse offenbar gestoppt Credit Suisse lockt Wealth-Management-Kunden mit Sonderkonditionen zurück

Logo auf dem Sitz der Credit Suisse

Logo auf dem Sitz der Credit Suisse: Die Bank will Wealth-Management-Kunden mit speziellen Angeboten zurücklocken. Foto: imago images7Geisser

Nachdem die Credit Suisse im Herbst 2022 Abflüsse in Höhe von 84 Milliarden Franken vermeldet hatte, konnte die Schweizer Großbank diesen Aderlass an Kundengeldern offenbar stoppen. „Die Abflüsse sind deutlich zurückgegangen, und wir sehen, dass das Geld in verschiedene Bereiche des Unternehmens zurückfließt“, sagte Credit-Suisse-Chef Ulrich Körner am Mittwoch in einem Interview mit dem US-amerikanischen Sender „CNBC“ am Rande des Weltwirtschaftsforums 2023 in Davos.

Im Wealth Management: Trendwende dank Sonderkonditionen

Körners Aussage decken sich laut dem Portal „Finews“ mit Äußerungen von Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann, der auf einer Bankenkonferenz in London Anfang Dezember erklärt hatte, dass sich die Abflüsse gedreht und nur sehr wenige Kunden die Bank verlassen hätten. Laut André Helfenstein, Schweiz-Geschäftsführer der Credit Suisse, hätten zudem sehr wenige Kunden ihre Konten nach dem Abzug ihrer Gelder von der Bank geschlossen.

Ulrich Körner von der Credit Suisse
Ulrich Körner, Geschäftsführer
der Credit Suisse © Credit Suisse

Die Trendwende kommt aber nicht von ungefähr. Wie „Finews“ berichtet, bietet die Credit Suisse rückkehrenden Kunden im Wealth Management Bonuszinsen bis zu 6 Prozent schon ab einem geringeren Mindestbetrag sowie spezielle Schuldverschreibungen mit einem Festzins von fast 7 Prozent an.

Abgesprungenen Kunden, die zur Schweizer Bank zurückkehren, soll zudem ein Konto offeriert werden, auf dem Bargeld mit 1,5 Prozent verzinst wird und trotzdem täglich abrufbereit bleibt. Das Finanzmedium „Inside Paradeplatz“ berichtet unter Berufung auf einen Insider, die Bank böte ihren Kunden sogar bis zu 2 Prozent auf Cash an.

 

 

Im Rahmen der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2022 am 9. Februar dürfte die Credit Suisse auch ein Update zu ihrem verwalteten Vermögen geben. Bis dahin, so scheint es, wolle das Institut möglichst viel an Kundengeldern zurückgewinnen.

Credit Suisse will Wealth Management zum Kerngeschäft machen

Körner bestätigte im Fernsehinterview auch, dass die gemeldete Entlassung von 10 Prozent der Investmentbanker der Credit Suisse in Europa Teil der angekündigten Pläne sei, bis 2023 2.700 Stellen abzubauen und bis 2025 insgesamt 9.000 Stellen zu streichen. In Teilen wird sich diese Maßnahme auch auf das Wealth Management erstrecken, das in Folge des radikalen Konzernumbaus das Kerngeschäft des Schweizer Instituts bilden soll. 

 

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