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Während die Commerzbank derzeit wegen des Einsteigs und der Übernahmepläne der Unicredit in den Schlagzeilen steht, plant die Großbank auch eigene Zukäufe. Wie Vorstandschefin Bettina Orlopp kürzlich in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ verriet, schaue sich die Commerzbank „zum Beispiel im Bereich der Vermögensverwaltung“ nach Übernahmen um.
Neues Ressort unterhalb der Vorstandsebene
Dass es Orlopp mit ihren Absichten ernst meint, zeigen Pläne, über die das „Handelsblatt“ berichtet. Demnach schafft die Commerzbank für weitere Übernahmen ein neues Ressort „Corporate M&A and Investments“ unterhalb der Vorstandsebene. Dieses soll ab dem 1. Dezember von Matthias Pohl geleitet werden, wie aus einer Meldung im Intranet der Commerzbank hervorgeht. Pohl, 51 Jahre alt, steigt dadurch vom Bereichsleiter seiner Einheit zum neuen Bereichsvorstand auf. Er berichtet an die Vorstandsvorsitzende Orlopp.
Die Commerzbank hat das institutionelle Geschäft, das illiquide Asset Management und das Wealth Management zu Wachstumstreibern innerhalb ihrer Strategie bis 2027 auserkoren. Vergangenes Jahr gründete die Commerzbank mit Yellowfin eine Investmentboutique für institutionelle und Firmenkunden sowie hochvermögende Privatkunden. Im Januar übernahm die Commerzbank die Mehrheit an der Investmentgesellschaft Aquila Capital. Im März folgte eine Beteiligung an der Münchner Impact-Investment-Boutique Nixdorf Kapital.
Commerzbank will jährlich 530 Millionen in Geschäft investieren
Den eingeschlagenen Kurs will die Commerzbank weiterverfolgen. „Wir konzentrieren uns bei weiteren Übernahmen darauf, unseren Kunden neue Dienstleistungen anzubieten. Der Vorteil ist, dass wir solche Unternehmen nicht erst mühsam in unsere IT-Systeme integrieren müssen“, sagte Orlopp in der „Wirtschaftswoche“. Auch im Firmenkundengeschäft wolle sich ihre Bank nach Zukäufen umschauen. Die Commerzbank plane jährliche Investitionen von rund 530 Millionen Euro, um trotz Zinswende weiterzuwachsen. „Mehr als die Hälfte davon direkt in das Kundengeschäft“, betonte die Vorstandsvorsitzende.
Vor Kurzem hat die Commerzbank angekündigt, das Angebot für hochvermögende Kunden (Ultra-High-Net-Worth Individuals, UHNWIs) und Family Offices auszubauen. Die Leitung des Bereichs UHNWI & FO übernimmt Sebastian Ahlhorn, der zu Beginn dieses Jahres gemeinsam mit zwei Kollegen von Finvia zur Commerzbank gewechselt war. Zudem werden zwei weitere Standorte eröffnet. Neben Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main und München werden besagte Kunden nun auch in Hamburg und Stuttgart betreut.