Von Deutscher Bank, Commerzbank und Co. Das sagen 9 Experten über das 8.000-Dollar-Gold-Szenario der Deutschen Bank

Ulrich Stephan von der Deutschen Bank, Ulrich Urbahn von Berenberg, Thu Lan Nguyen von der Commerzbank, Gabriele Widmann von der Dekabank, Christian Subbe von HQ Trust, Edgar Walk von Metzler, Thomas Strobel von der Unicredit, Reinhard Pfingsten, Apobank

Ulrich Stephan von der Deutschen Bank, Ulrich Urbahn von Berenberg, Thu Lan Nguyen von der Commerzbank, Gabriele Widmann von der Dekabank, Christian Subbe von HQ Trust, Edgar Walk von Metzler, Thomas Strobel von der Unicredit, Reinhard Pfingsten, Apobank und Nitesh Shah, Wisdomtree (v.o.l.i.Uhrzeigersinn). Bildquelle: Deutsche Bank/Commerzbank/Metzler/Berenberg/Unicredit/Wisdomtree/Unicredit/Dekabank/Apobank

Gold und das Szenario der Deutschen Bank polarisieren – die Einschätzungen der befragten Experten gehen  auseinander: 

Ulrich Stephan, Deutsche Bank

1. Grundsätzliche Einschätzung Die beiden Autoren der Studie halten diese Preisentwicklung für möglich, da sie argumentieren, dass der Anteil von Gold an den Währungsreserven der Notenbanken primär von dem geopolitischen Umfeld abhängt. Zuletzt war der Anteil des US-Dollars an den globalen Währungsreserven rückläufig. Er ist von über 60 Prozent auf rund 40 Prozent gefallen, während sich der Goldanteil von seinen Tiefständen aus auf derzeit etwa 30 Prozent verdreifacht hat – was aber auch wesentlich auf den starken Kursanstieg der Goldpreise in den vergangenen drei Jahren zurückzuführen ist.

Auch gehen die Autoren davon aus, dass Schwellenländer in den kommenden fünf Jahren den Goldanteil ihrer Reserven weiter erhöhen werden, und zwar auf mindestens 40 Prozent. Unter diesen Voraussetzungen wäre ein Anstieg der Goldpreise auf 8.000 US-Dollar je Unze denkbar. Dabei handelt es sich um ein Szenario unter spezifischen Annahmen, aus dem keine konkrete Prognose abgeleitet werden sollte. Ohne mich auf eine konkrete Kursprognose festlegen zu wollen, dürfte der Goldpreis in diesem Szenario tatsächlich kräftig zulegen, schließlich rechnen die Autoren mit Devisenreserven der Schwellenländer in Höhe von mindestens 5 Billionen US-Dollar in fünf Jahren.

2. Zentralbanknachfrage Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass auch bei einer im Vergleich zu den beiden Vorjahren geringeren Nachfrage der Notenbanken der Goldpreis dennoch kräftig zulegen kann. Dies ist in erster Linie auf massive Käufe chinesischer Privatanleger in physischem Gold und in ETFs sowie eine Diversifizierung großer Kapitalsammelstellen wie Pensionsfonds und Versicherungen in Asien sowie auch in Nordamerika und Europa zurückzuführen. Während die physische Nachfrage unter dem hohen Preisniveau leidet, verzeichnen börsengehandelte, mit physischem Gold hinterlegte Produkte eine wachsende Nachfrage.

 

3. De-Dollarisierung In Anbetracht der geopolitischen Entwicklungen ist zu vermuten, dass der Trend zur Diversifizierung der Währungsreserven weiter anhalten wird. Zuletzt ist unter Marktakteuren verstärkt die Diskussion aufgekommen, ob eine Verringerung der Nachfrage nach „Petrodollar" – Staaten im Nahen Osten verkaufen Erdöl gegen US-Dollar und legen die Erträge zinsbringend in US-Staatsanleihen an – zu erwarten ist. Dies dürfte keine abrupte Abkehr aus US-Staatsanleihen auslösen, aber möglicherweise auf lange Sicht ein schleichender Prozess werden, der für eine verstärkte Nachfrage nach Gold sorgen sollte. Entscheidend ist hierbei, dass Gold nicht negativ von der Problematik stark steigender Verschuldung vieler Staaten beziehungsweise Diskussionen um deren Schuldentragfähigkeit betroffen sein dürfte, sondern davon profitieren sollte.

„Ein Niveau von 8.000 US-Dollar je Unze erscheint etwas sportlich“

4. Geopolitik vs. Fundamentaldaten Dies dürfte auf kurzfristige Positionierungen der Marktteilnehmer zurückzuführen sein, denn:

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