Details zur Strategie bis 2027 Commerzbank positioniert Asset und Wealth Management als Wachstumstreiber

Manfred Knof blickt in seine Unterlagen

Manfred Knof blickt in seine Unterlagen: Mit den Quartalsergebnissen präsentierte der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank auch Details zur Strategie bis 2027. Das Wealth Management spielt darin eine wichtige Rolle. Foto: Imago Images / Sven Simon

Abbau von tausenden Arbeitsplätzen, Wegfall von hunderten Filialen, Fokussierung und Digitalisierung des Geschäfts: Im Februar 2021 verabschiedete die Commerzbank ihre „Strategie 2024“, um die Bank wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Teils mit Erfolg: Einige der damals festgelegten Ziele habe die Bank bereits 2023 erreicht, teilt das Institut nun mit. „Darauf bauen wir mit unserem Strategieprogramm bis 2027 auf: Wir werden unsere Ertragsbasis vergrößern, die Aufwandsquote weiter verbessern und unsere Eigenkapitalrendite steigern“, erklärt Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank.

 

Die Commerzbank gibt damit erstmals offiziell Einblicke in die Strategie bis 2027: Die Aufwandsquote soll sich bis dahin auf circa 55 Prozent verbessern, Aktionäre für die Jahre 2025 bis 2027 von einer Ausschüttungsquote von mehr als 50 Prozent profitieren. Das dafür notwendige Nettoergebnis soll bis 2027 auf 3,4 Milliarden Euro steigen, die Eigenkapitalrendite auf mehr als 11 Prozent verbessert werden – getrieben durch einen auf hohem Niveau moderat wachsenden Zinsüberschuss sowie einen gesteigerten Provisionsüberschuss.

Der gesteigerte Provisionsüberschuss dürfte auch damit begründet werden, dass die Commerzbank im Privat- und Unternehmerkundengeschäft – Commerzbank-intern mit dem Namen „Puk“ bezeichnet – insbesondere das Asset und das Wealth Management als Wachstumstreiber ausgemacht hat. Das Institut will laut Pressemitteilung als „Premium-Anbieterin die erste Anlaufstelle für anspruchsvolle Kundschaft“ sein.

Asset und Wealth Management als „Wachstumstreiber“ 

Die Hebel dafür sieht die Commerzbank zum einen in der vor kurzem gegründeten Asset-Management-Boutique Yellowfin, die sich an institutionelle Kunden, Firmenkunden sowie hochvermögende Privatkunden richtet. Zum anderen nennt die Bank in der Pressemitteilung auch explizit das Wealth Management, weist dabei auf „ein ganzheitliches Beratungstool“ hin, das neben liquidem Anlagevermögen künftig auch mehr auch illiquide Investments enthalte. Geleitet wird das Geschäft mit vermögenden Kunden von den Bereichsvorständen Christian Hassel und Mario Peric, unter deren Leitung unter anderem vor gut einem Jahr die gesamte Regionalstruktur im Private Banking und Wealth Management angepasst wurde.

Im neben dem „Puk“ zweiten Segment der Bank, dem Firmenkundengeschäft, positioniert sich die Commerzbank zurückhaltender. Bis 2027 wolle die Bank ihre Marktposition als „führende deutsche Mittelstandsbank“ weiter ausbauen: Schwerpunkte liegen demnach im Transaction Banking, im internationalen Geschäft von Kunden mit Bezug zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz sowie aus Zukunftsbranchen, in der Finanzierung grüner Infrastrukturprojekte, im digitalen Währungsgeschäft und der zentralen Onlinehandelsplattform sowie im Ausbau des Bonds-Geschäfts.

Wertpapiervolumen sinkt im Vergleich zum Vorquartal leicht

Die Bank veröffentlichte neben den Details zur zukünftigen Ausrichtung auch die Ergebnisse für das dritte Quartal: Die Erträge wuchsen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 46 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, getrieben von dem um gut ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro gestiegenen Zinsüberschuss. Der Provisionsüberschuss stabilisierte sich trotz eines schwächeren Wertpapiergeschäfts bei 831 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 849 Millionen Euro. Das Wertpapiervolumen ging im Vergleich zum Vorquartal leicht auf 205 Milliarden Euro zurück, im dritten Quartal 2022 lag es aber noch bei 182 Milliarden Euro. Nach neun Monaten im Jahr 2023 lagen die Erträge der Bank insgesamt bei 8,1 Milliarden Euro, 2022 waren es 7,1 Milliarden Euro.

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