Comeback der Schwellenländer Mit ETFs gezielt die Chancen der Emerging Markets nutzen

Peter Scharl, Head of iShares Sales Germany, Austria, Eastern Europe

Peter Scharl, Head of iShares Sales Germany, Austria, Eastern Europe

Noch in der Finanzkrise, als die etablierten Volkswirtschaften in die Rezession abrutschten, galten Schwellenländer – allen voran China – als letzte Bastion. Doch 2012 wandelte sich das Bild dramatisch. Die Sorge vor negativen Auswirkungen einer Zinswende in den USA, hohe Leistungsbilanzdefizite in einigen Emerging Markets, abnehmende Wachstumsraten und nicht zuletzt die Angst vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft sorgten dafür, dass Anleger den Schwellenländern den Rücken kehrten.

Sie zogen ihr Kapital ab und investierten in die Industrieländer. Seit Mitte 2012 ist so die Bewertung des MSCI World, der die Aktienmärkte der etablierten Volkswirtschaften abbildet, um rund 40 Prozent gestiegen. Dagegen hat sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Emerging Markets kaum verändert. Sie notieren, trotz guter Kursentwicklung im laufenden Jahr, noch immer bei einem KGV von rund elf und damit unter dem langfristigen Mittel.
 
Es gibt zahlreiche Faktoren, die darauf hindeuten, dass das Interesse an den Schwellenländern wieder zunimmt. Seit März dieses Jahres haben sich sowohl die Aktien- wie auch die Bondmärkte der heranwachsenden Volkswirtschaften zum großen Teil besser entwickelt als die Märkte der Industriestaaten. Auch eine Umfrage unter Fondsmanagern bestätigt, dass professionelle Investoren dazu tendieren, Emerging Markets wieder stärker zu gewichten.

Keine harte Landung der chinesischen Wirtschaft

Dabei dürfte zwar das niedrige Bewertungsniveau eine Rolle spielen, aber es ist nicht das einzige Argument. Ein wichtiger Aspekt ist auch China. Dort steckt die Zentralregierung inzwischen zwar bescheidenere Wachstumsziele. Doch die Befürchtungen, die Wirtschaft des Landes – immerhin die zweitgrößte der Welt – könnte dramatisch einbrechen, haben sich verringert. Stattdessen haben sich die ökonomischen Daten stabilisiert und deuten nun eher auf eine weiche Landung hin.

Damit tritt auch die Sorge, dass eine Krise in China die anderen Volkswirtschaften der Region mitreißen könnte, allmählich in den Hintergrund. Zudem haben viele Notenbanken der Schwellenländer derzeit mehr Handlungsspielraum, um ihre Volkswirtschaften mit Liquidität zu versorgen. Und schließlich scheinen immer mehr Investoren zu der Überzeugung zu gelangen, dass die Furcht vor den negativen Folgen einer Zinswende in den USA für die Emerging Markets übertrieben war. 

Heterogene Aktienmärkte

Allerdings sei davor gewarnt, nun breit in die Emerging Markets zu investieren. Denn anders als oft propagiert sind Schwellenländer keine homogene Anlageklasse. Im Gegenteil: Zuletzt hat die Heterogenität sogar zugenommen. Im Jahr 2008 lag die Korrelation der Aktien aus den Emerging Markets bei rund 80 Prozent. Aktuell beträgt sie nur noch 60 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 2005. Anleger müssen deshalb die wirtschaftlichen Bedingungen jeder einzelnen Region und jedes einzelnen Marktes genau prüfen.

Unter den großen Regionen erscheint Asien derzeit besonders attraktiv. Zum einen liegt das an den verbesserten Rahmenbedingungen in China. Zum anderen an der günstigen Bewertung dieser Märkte – auch im Vergleich zu anderen Schwellenländern. Zudem waren dort zuletzt mehr positive Gewinnüberraschungen zu vermelden als in den anderen Regionen. Und schließlich haben sich auch die Konjunkturaussichten verbessert: Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für die Schwellenländer Asiens im Vergleich zur Entwicklung der Emerging Markets insgesamt angehoben.

Mit ETFs gezielt Schwerpunkte setzen

Wer sich innerhalb dieser Region die einzelnen Länder ansieht, erkennt aber auch dort Unterschiede. Der südkoreanische Aktienmarkt zum Beispiel könnte davon profitieren, dass die Notenbank des Landes ihren Spielraum für die expansive Geldpolitik nutzt und an ihren quantitativen Maßnahmen festhält. Taiwan wiederum, das viele Waren in die USA exportiert, könnte zugutekommen, dass sich die Wirtschaft in den USA vergleichsweise erfreulich entwickelt. 

Um von dieser selektiv positiven Entwicklung zu profitieren, können Investoren Exchange Traded Funds nutzen. Sie brauchen dafür aber ein vielseitiges und flexibel einsetzbares Instrumentarium. iShares ist mit einer Palette von 27 Aktien-ETFs und fünf Renten-ETFs auf verschiedene Länder und Regionen der Schwellenländer einer der führenden Anbieter in diesem Bereich. Und mit den passiven Produkten lassen sich präzise Schwerpunkte setzen. Zum Beispiel in einzelnen Ländern mit dem iShares MSCI Korea UCITS ETF (ISIN: IE00B5W4TY14) oder dem iShares MSCI Taiwan UCTS ETF (ISIN: DE000A0HG2K5). Oder speziell die Region Asiens mit dem iShares MSCI EM Asia UCITS ETF (ISIN: IE00B5L8K969).

Wie kann ich mit ETFs präszise in Schwellenländer investieren?