Umfrage unter 126 Family Offices Was Single Family Officer beschäftigt – und wie sie investieren wollen

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Umfrage unter 126 Family Offices
Was Single Family Officer beschäftigt – und wie sie investieren wollen
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Eine Filiale der Citibank in Hongkong: Laut einer Umfrage des Instituts sehen asiatische Family Officer vor allem die geopolitische Unsicherheit als Herausforderung an, während ihre europäischen Kollegen mit der Inflation hadern.

Eine Filiale der Citibank in Hongkong: Laut einer Umfrage des Instituts sehen asiatische Family Officer vor allem die geopolitische Unsicherheit als Herausforderung an, während ihre europäischen Kollegen mit der Inflation hadern. Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Inflationssorgen, mehr Private-Equity-Investments und Lücken bei ESG-Implementierung: Eine Umfrage von der Citi Private Bank gewährt Einblicke in die Portfolios, die Strategie und die Themen, die die Vertreterinnen und Vertreter von 126 verschiedenen Family Offices derzeit umtreiben. Die eine Hälfte der Family Offices verwaltet dabei ein Vermögen von über 500 Millionen US-Dollar, die andere ein Vermögen von weniger 500 Millionen Dollar. 60 Prozent der in der Studie vertretenen Institute haben ihren Sitz in den USA, 17 Prozent in Lateinamerika und jeweils rund ein Dutzend Prozent in Asien sowie Europa.

 

Unterschiede gibt es naturgemäß bereits bei der Generation der Familie, die über das Family Office ihr Vermögen kontrollieren. Die Hälfte der Family Offices ist in der Hand der ersten, 35 Prozent in der der zweiten Generation. Nur 15 Prozent entfallen auf die dritte oder eine ältere Generation. 

Zahl der Beschäftigten in Family Offices nach Höhe des verwalteten Vermögens.
Zahl der Beschäftigten in Family Offices nach Höhe des verwalteten Vermögens. © Citi Private Bank

Auf die Frage hin, welche Sorgen Family Officer derzeit am ehesten umtreiben, wiesen fast 80 Prozent von ihnen auf die Inflation hin. Besonders in Europa ist die Inflation das vorherrschende Thema, während in Asien die geopolitische Unsicherheit für Family Offices wichtiger ist. Eine Rezession und die Zinswende sind weitere Herausforderungen. Weniger wichtig sind dagegen die Energiekrise und die Marktvolatilität sowie soziale Unruhen.

Inflation treibt auch die Family Officer um – soziale Unruhen aber nicht

Die Sorgen wirken sich auch auf die Portfolios der Family Offices aus: Etwa drei Viertel der befragten Family-Office-Mitarbeitenden gaben in der Umfrage an, dass das jeweilige Portfolio seit Jahresbeginn Verluste erlitten hat. Meist reduzierte sich das Vermögen um 0 bis 20 Prozent. Nur 22 Prozent der Family Offices konnten überhaupt Gewinne verzeichnen. 

Erwartete Portfoliorendite der Family Offices für die kommenden 12 Monate nach verwaltetem Vermögen
Erwartete Portfoliorendite der Family Offices für die kommenden zwölf Monate nach verwaltetem Vermögen © Citi Private Bank

Für die kommenden zwölf Monate gehen in Europa nur die Hälfte der Family Officer davon aus, eine positive Rendite erzielen zu können. In Latein- und Nordamerika liegt die Quote dagegen bei 90 respektive 85 Prozent. Derzeit verlassen sich die Family Offices dabei durchschnittlich auf folgende Asset Allocation: 23 Prozent Aktien und Aktienfonds, 20 Prozent Immobilien, jeweils 15 Prozent Private Equity und Anleihen. Dazu kommen 12 Prozent konzentrierte Portfoliopositionen und 10 Prozent Cash. Hedgefonds mit 4 und Rohstoff mit einem Prozent spielen dagegen nur eine kleine Rolle in der Vermögensstrukturierung der Family Offices.

Family Offices setzen auf passive Instrumente und internes Management

Auffällig ist, dass sowohl der Aktien-, als auch der Anleihen- und der Cash-Anteil bei Family Offices mit einem Vermögen von unter 500 Millionen Dollar durchschnittlich höher liegt, als bei Family Offices mit einem Vermögen von mehr als 500 Millionen Dollar. Größere Family Offices setzen dagegen eher auf Hedgefonds, Immobilien und konzentrierte Portfoliopositionen. Fast die Hälfte der Family Offices hat mehr als 20 Prozent passive Positionen im Portfolio aufgebaut, bei einem Viertel liegt der Anteil zwischen 10 und 20 Prozent.

Aussicht der Family Officer für die jeweiligen Anlageklassen
Aussicht der Family Officer für die jeweiligen Anlageklassen © Citi Private Bank

Interessant ist sicherlich auch, wie groß der durchschnittliche Anteil eines Family-Office-Portfolios ist, der von den Family Officern selbst gemanagt wird. Demzufolge werden 47 Prozent intern gemanagt, 42 Prozent werden von externen Investmentmanagern verwaltet und 11 Prozent als Cash- oder Liquiditätsposition gehalten.

ESG spielt für die Hälfte der Family Offices bei Investitionen keine Rolle

Über die Hälfte der Family Officer stockte in 2022 die Private-Equity-Positionen auf – damit war das die am häufigsten durchgeführte Veränderung. Danach folgen mehr Immobilieninvestments und opportunistische Aktienbeteiligungen – im vergangenen Jahr waren sie mit einem Anteil von 71 Prozent noch die am häufigsten durchgeführte Portfolio-Anpassung der Family Officer. 

Anteil Direktinvestments am Portfolio und für Direktinvestments ausgewählte Anlageklassen von Family Officern
Anteil Direktinvestments am Portfolio und für Direktinvestments ausgewählte Investmentart von Family Officern © Citi Private Bank

Während bei den Direktinvestments Immobilien und die Informationstechnologie als präferierte Sektoren angegeben werden, sind es bei Aktieninvestments der Gesundheits- und ebenfalls der Informationstechnologiesektor. Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit bei allen Anlageklassen an Relevanz gewonnen hat, geben 47 Prozent der Family Officer an, ESG-Prinzipien bei den eigenen Investments nicht zu beachten. Zusätzlich 13 Prozent sind sich nicht sicher, wie und ob ESG eine Rolle spielt.

 

Wenn ESG dann doch die Investments beeinflusst, geben die Vertreterinnen und Vertretern der Family Offices die Abfallreduzierung, Biodiversität und Ressourcenschonung sowie reduzierte CO2-Emissionen als Ziele neben der Rendite an. Als bestes Investitionsvehikel für derartige Ziele werden Direktinvestments, Fonds von Nachhaltigkeitsexperten sowie Partnerschaften mit gleichgesinnten Familien genannt. Und: Während 68 Prozent der Family Officer Krypto-Anlagen in 2021 noch ausschlossen, lag der Anteil 2022 nur noch bei 52 Prozent.

Die größten Bedenken der Familie und des Family Offices
Die größten Bedenken der Familie und des Family Offices. © Citi Private Bank

Während die größten Bedenken der Familien wohl beim Erhalt des Vermögens auftreten, liegt der primäre Fokus der Family Offices in 50 Prozent der Fälle auf dem Investmentmanagement und zusätzlich bei jeweils rund einem Drittel auf der Familieneinheit sowie klassischen Dienstleistungen wie Investments, Buchhaltung, Steuern und weiteren administrativen Aufgaben. Drei Viertel der Family Offices verfügen über Investmentkomitee. In 44 Prozent der Fälle besteht es sowohl aus unabhängigen Beratern als auch aus Familienmitgliedern. 

Nur ein Viertel aller Family Offices kommt ohne externe Dienstleister aus

Wenn die Family Offices externe Berater konsultieren, sind diese in 52 Prozent der Fälle für die Manager- oder Aktienselektion zuständig, knapp dahinter folgen Dienstleistungen im Bereich strategische Asset Allocation sowie Investment-Research. Das Reporting übernimmt in 24 Prozent der Fälle ein externe Dienstleister, während ein Viertel der Family Offices gar keine Externen beauftragt. 

Knapp über die Hälfte der Family Offices begünstigen in Sachen Philanthropie vor allem private Familienstiftungen, etwas geringer ist der Anteil derer, die direkt und persönlich an Hilfsorganisationen spenden. Andere philanthropische Aktivivtäten an etwa Unternehmensstiftungen oder spendenfinanzierte Fonds spielen nur eine untergeordnete Rolle.