Chefstrategin von Danske Invest Höhere Zinsen führen nicht zu einem Kursrückgang bei Aktien

Seite 2 / 2

Bitte das Tempo drosseln

Geht es also darum, die Zinsen so schnell wie möglich anzuheben? Nicht ganz. Erstens können die Zinsen eine Belastungsgrenze erreichen, wenn die Wirtschaft zu einem Umfeld mit hoher Inflation wie in den Jahren vor 1998 zurückkehrt. In diesem Umfeld werden höhere Zinsen nicht automatisch mit einer sinkenden Risikoprämie verrechnet – und das sind schlechte Nachrichten für Aktien. Doch im aktuellen Zinsumfeld mit einem robusten Wirtschaftswachstum sollte es noch Spielraum geben, dass die Zinsen weiterhin aus den richtigen Gründen steigen können, nämlich aufgrund besserer konjunktureller Bedingungen, was Aktien zugutekommt.

Zweitens spielt das Tempo der Zinsänderungen eine Rolle. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Monate mit Zinssenkungen im Durchschnitt positive Aktienrenditen zur Folge hatten, unabhängig davon, wie schnell die Zinsen gesunken sind. Das ist nicht sonderlich überraschend.

Wenn man aber die Monate mit Zinserhöhungen betrachtet, war hingegen das Tempo ausschlaggebend dafür, ob die Aktienrenditen positiv oder negativ ausfielen. Hier haben Aktien im Durchschnitt ebenfalls positive Renditen erzielt, außer in Monaten mit sehr schnellen Zinsanhebungen, in denen Aktien deutlich einbrachen. Die Ursache für dieses Phänomen ist üblicherweise, dass die Zinserwartungen viel zu niedrig waren, wodurch die Aktienkurse künstlich hoch gehalten wurden, bis die Zinsen auf das richtige Niveau korrigierten.

Grund zum Optimismus für Aktienanleger

Wir gehen davon aus, dass die Zinsen in den kommenden zwölf Monaten sowohl in den USA als auch in Europa nur langsam steigen werden und das Weltwirtschaftswachstum 2018 weiterhin robust sein wird. Die historischen Zusammenhänge zwischen Zinsen und Aktienkursen sind natürlich keine Garantie für künftige Entwicklungen. Aber unserer Meinung nach gibt es trotzdem zahlreiche Gründe, um im aktuellen steigenden Zinsumfeld optimistisch für Aktien zu bleiben. Deshalb halten wir in unseren Portfolios an einer Übergewichtung in Aktien und einer entsprechenden Untergewichtung in Anleihen fest.