CFP, CFA & Co. Wie Private-Banking-Häuser ihre Mitarbeiter fortbilden

Zurück an die Uni? Für Berater und Portfoliomanager im Private Banking ist stetes Fortbilden notwendig, um im Wettbewerb den steigenden Kundenansprüchen zu genügen. | © Getty Images

Zurück an die Uni? Für Berater und Portfoliomanager im Private Banking ist stetes Fortbilden notwendig, um im Wettbewerb den steigenden Kundenansprüchen zu genügen. Foto: Getty Images

„Erst einmal die Akkus aufladen.“ Den Urlaub hat sich der 38-jährige Private-Banking-Berater verdient. Mehr als ein Jahr bereitete er seine Master-Arbeit vor: Es galt, Kooperationspartner für eine Kundenbefragung zu finden, Literatur zu recherchieren und den passenden Umfrage-Anbieter auszuwählen. Zuvor noch Aufnahmeprüfung, Workshops und Hausarbeiten. Das Übliche eines Studiums, nur eben neben seiner Tätigkeit bei einem norddeutschen Bankhaus.

Bis Anfang 2018 hat der Kundenberater nun Zeit, seine wissenschaftliche Abschlussarbeit an der EBS-Universität einzureichen. Anschließend wird er den Titel Master of Arts mit Spezialisierung Wealth Management tragen. Bei der Weiterbildung handelt es sich um ein rein privates Engagement. Sein Arbeitgeber unterstützt den Banker weder finanziell noch zeitlich.

Zudem hat unser Protagonist sich noch zum Certified Financial Planner (CFP) und Certified Foundation and Estate Planner (CFEP) weitergebildet – beides Voraussetzung für den Studiengang. Aller Aufwand, um im Wettbewerb zu bleiben und aufgrund steigender Ansprüche der Kunden. Der Mann hat einen inneren Antrieb. Doch gilt das für jeden Kundenberater?

Einer Umfrage unter verschiedenen Private-Banking-Anbietern zeigt, dass nur wenige von ihren Beratern eine bestimmte Qualifizierung verlangen oder sie zu Weiterbildungen mit anschließenden Zertifizierungen verpflichten. Von einer richtigen Strategie kann man bei der Schweizer Großbank UBS sprechen. Sie führte 2012 intern ein Lern- und Zertifizierungsprogramm verpflichtend für alle Wealth-Management-Berater ein.

Das sogenannte UBS Wealth Management Diploma ist ein dynamischer Abschluss, den die Berater laufend erneuern müssen. Die Grundzertifizierung schließen sie mit mündlichen und schriftlichen Prüfungen ab. Alle drei Jahre steht die Re-Zertifizierung an. „Der Kundenberater muss aufzeigen, dass er sein Handwerk beherrscht, ähnlich wie bei einem Piloten, der regelmäßig in einen Simulator muss“, sagt Markus Tanner, weltweit zuständig für die Wealth-Management-Zertifizierung der UBS.

In Deutschland sind aktuell 109 von 133 UBS-Beratern zertifiziert. Der Rest soll in den nächsten Monaten folgen. Einen ähnlichen internen Lehrgang für die Wealth Manager gab es bei der Deutschen Bank. Von 2013 bis 2016 durchliefen rund 200 Teilnehmer das Training zum sogenannten Platin-Berater. Die Zertifizierung erfolgte in Kooperation mit der EBS-Universität.

UBS Wealth Management Diploma und Platin-Berater waren als verpflichtende Trainings angedacht. Ähnlich handhabt das die Südwestbank. Sie verlangt von ihren Private-Banking-Beratern die Qualifikation zum Financial Planner oder einen gleichwertigen Abschluss wie den Estate Planner, aber nicht in Form einer Zertifizierung.

Bei der Apobank ist dies ebenfalls der Fall. Von insgesamt 58 Beratern und 13 Wertpapier-Spezialisten haben 18 Mitarbeiter den Certified Financial Planner (CFP) erworben, elf weitere durchlaufen aktuell das eigens für Apobanker angebotene Inhouse-Programm der Frankfurt School of Finance & Management zum Financial Planner. Zehn von ihnen starten anschließend teilweise noch die Zertifizierung. Durchschnittlich erwerben jährlich zehn bis zwölf Kollegen die Qualifizierung zum Financial Planner. Die Kosten übernimmt komplett die Bank.