Neuer Deutschland-Chef? Carmignacs unglückliche Personalpolitik

Kai Volkmann

Kai Volkmann

Eine Party zu verlassen, ohne sich zu verabschieden, das ist der umgangssprachliche „französische Abgang“. Nun funktionieren französische Abschiede aber auch noch anders, wie die Fondsgesellschaft Carmignac gerade beweist. Ein Frankfurter Recrutingunternehmen (Headhunter) ist derzeit für die Franzosen auf der Suche nach einem Deutschland-Chef. Diese Informationen und auch der Name des Headhunters liegen der Redaktion von private-banking-magazin.de exklusiv vor. Erste Gespräche zwischen Headhunter und potentiellen Kandidaten sind zudem bereits geführt worden.

Pikant ist dabei: Mit Kai Volkmann ist der amtierende Leiter für den deutschen Markt noch unter Vertag bei der französischen Fondsgesellschaft. Auf Nachfrage von private-banking-magazin.de wollen sich weder ein Sprecher von Carmignac noch Kai Volkmann zu dem Vorgang äußern. „Kein Kommentar“ heißt es von beiden Seiten. Auch was Auslöser der Personalie ist, wird nicht beantwortet. Will Carmignac sich von Volkmann trennen? Oder hat Volkmann sich schon umorientiert und es wird vorsorglich ein Nachfolger gesucht? Kein Kommentar.

Volkmann leitet seit Januar 2012 das deutsche Büro der Fondsgesellschaft. Zuvor war er Vertriebsleiter Deutschland bei der britischen Fondsgesellschaft Blackrock und vier Jahre bei J.P. Morgan Fleming Asset Management beschäftigt.


Tippfehler: Auf seiner Homepage bezeichnet Carmignac seinen Deutschland-Chef als Kai Wolkmann

Eine weitere Personalie ist indes schon entschieden: Thomas Hammer, seit Juni 2008 Sales-Direktor bei Carmignac, ist nicht mehr für das Unternehmen tätig und derzeit freigestellt. Hammer war zuvor für die Fondsgesellschaften Robeco und Pioneer im Vertrieb tätig.


Thomas Hammer

Unklar ist indes, ob es überhaupt einen perfekten Kandidaten für die Franzosen gibt und ob die Suche nach einem neuen Deutschland-Chef erfolgreich sein wird. Denn die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Carmignac hat unlängst einige Dämpfer erhalten. Eine eher unterdurchschnittliche Performance der Flagschiff-Fonds führte zu massiven Kapitalabflüssen. Ratingagenturen wie Morningstar setzten zudem das Rating für den Klassiker Carmignac Patrimoine herab.