7. Capital-Ranking Regelbasierter Robo lässt die diskretionäre Konkurrenz hinter sich

Mehrere Menschen arbeiten in einem Café an ihren Laptops

Mehrere Menschen arbeiten in einem Café an ihren Laptops: Wer digital investieren möchte, kann auf aktive und passive Strategien zurückgreifen. Im Capital-Ranking lag 2023 ein passiver Anbieter vorne. Foto: IMAGO / Westend61

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Das deutsche Wirtschaftsmagazin Capital hat gemeinsam mit dem Institut für Vermögensaufbau 40 digitale Vermögensverwalter unter die Lupe genommen – und das insgesamt siebte Capital-Ranking für die Robos erstellt. Insgesamt zeigten sich die Prüfer zufrieden mit dem Anbieter-Feld: So sei es gut gelungen, die Verluste in den Portfolios in den zurückliegenden Monaten so gering wie möglich zu halten – auch wenn zuletzt alle Firmen, die Daten zur Verfügung gestellt haben, im Zwölf-Monats-Schnitt der vergangenen zwei Jahre eine negative Rendite einfuhren.

Gebühren und Mindestanlagen sinken, Durchschnittspunktzahl steigt

Aber: Immerhin verbesserten sich die Anbieter im Vergleich zum Vorjahr. Sie erhielten im Schnitt 67,4 von 100 Punkten, das war einen halben Punkt mehr als 2022. Zudem verkaufen 7 der 40 Anbieter inzwischen ausschließlich nachhaltige Produkte, die Mindestanlagen und die Kostenquoten sanken teilweise weiter. So liegt die Mindestanlage bei Peaks, Evergreen und bei Unitplus bei nur einem Euro, die höchste Einstiegshürde haben Liqid mit 100.000, Laic mit 50.000 und Carl mit 30.000 Euro. Die höchsten Gebühren verlangten bei einer Anlage von 50.000 Euro Vividam mit 1.290 Euro sowie IBB Jiminy mit 1.075 Euro. Besonders günstig waren Grünfin mit 47, Raisin Invest mit 240 und Growney mit 275 Euro.

 

Verbesserungspotenzial gäbe es aber durchaus noch. „Die Transparenz ist ausbaufähig“, zitiert Capital den IVA-Vorstand Apelt. Nicht immer könnten Kundinnen und Kunden nachvollziehen, wie der Robo für sie investiere oder wie sich einzelne ETFs entwickelt haben. „Es braucht mehr Kennzahlen und Analysen zu den investierten Assets.“ Immerhin gaben einige Vermögensverwalter die steigenden Zinsen an ihre Kunden weiter.

Die Methodik des Capital-Rankings 2023

Insgesamt wurden 40 Anbieter getestet, die von Mai bis Juni 2023 am Markt auftraten. Die Angebote wurden von einer fiktiven Testkundin getestet, die 28 Jahre alt und ledig ist und als Angestellte für zehn Jahre 50.000 Euro zum Vermögensaufbau bei einem moderaten Risiko anlegen möchte. Zudem hat sie ein monatliches Nettoeinkkommen von 2.800 Euro, von dem 1.800 Euro ausgegeben werden. Zusätzlich verfügt sie über ein liquides Vermögen von 75.000 Euro aus einer Erbschaft. Punkte wurden in drei Kategorien verteilt:

  1. Profilierung (20 von 100 Punkten): Bewertet wurde, ob der Anlagevorschlag zur Testkundin passt, ob der Robo ihre finanzielle Situation, Kenntnisse und Anlageziele abfragt. Bei Robos, die bisher weniger als zwei Jahre lang am Markt waren, wurde die Kategorie mit 25 Punkten etwas stärker bewertet
  2. Investment und Rendite (50 von 100 Punkten): Geprüft wurde die Rendite in einer ausgewogenen 50:50-Strategie mit Daten über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren, aus denen rollierende Renditen für zwölf Monate, Volatilität und Maximum Drawdown berechnet wurden. Zudem wurde die Transparenz und die Erklärung des Investmentansatzes bewertet, (neue) Anbieter mit fehlenden Daten erhielten weniger Punkte.
  3. Service (30 von 100 Punkten): Untersucht wurden Kosten, Kontaktinformationen, Reaktionszeit und Antwortqualität. Auch handyoptimierte Websites oder Apps, mögliche Webinare für Finanzwissen oder eventuelle aktuelle Portfolio-Infos wurden bewertet.

Einen Überblick über die zehn besten Anbieter finden Sie auf der nächsten Seite.

Die gesamten Ergebnisse finden Sie bei Capital (Bezahlschranke).

Der Gesamtsieger Ginmon heimste mit dem diesjährigen Sieg und der Punktzahl von 90,3 laut der Testautoren eine der höchsten Bewertungen ein, die je beim Capital-Ranking erzielt wurden. Außergewöhnlich sei zudem, dass mit Ginmon ein Anbieter gewann, der auf eine systematische Strategie setzt: Die Anlageentscheidungen werden weitestgehend von einem Algorithmus getroffen. Sowohl 2023 als auch im Vorjahr hatten demnach die digitalen Vermögensverwalter im Durchschnitt bessere Renditen abgeliefert, bei denen auch Portfoliomanager Entscheidungen trafen – laut der Studienautoren, weil sie besser mit den Marktverwerfungen umgehen konnten.

 

Beim zweitplatzierten Anbieter Solidvest, dem Robo der Vermögensverwaltung DJE Kapital, investieren Portfoliomanager diskretionär und bestücken die Portfolios mit Einzeltiteln – bei vielen anderen Strategien sind Fondsvermögensverwaltungen geläufig. Die beste durchschnittliche 12-Monate-Rendite zwischen Juni 2021 und 2023 erzielte übrigens Cominvest mit 0,65 Prozent, während Estably mit -17,46 Prozent das Rendite-Schlusslicht bildete.

Die zehn besten Anbieter im Capital-Ranking 2023

Die gesamten Ergebnisse finden Sie bei Capital (Bezahlschranke).  

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