Studie der Capital Group Investoren beklagen Mangel an Innovationen bei ESG-Produkten

Ein Kohlekraftwerk an einem Fluss in West Virginia, USA

Ein Kohlekraftwerk an einem Fluss in West Virginia, USA: Laut einer Umfrage der Capital Group sagen 34 Prozent der befragten Investoren, dass Vermögensverwalter, die ausschließlich in ESG-Führer investieren, mit Blick auf Nachhaltigkeitsziele mehr Schaden als Nutzen anrichten. Foto: imago images/YAY Images

Globale Investoren beklagen einen Mangel an Innovationen bei ESG-Produkten und -Dienstleistungen. Die Mehrheit der Anleger ist zudem der Meinung, dass es nicht genügend Fonds gebe, die ein breites Spektrum an ESG-Themen anböten. Zu diesem Ergebnis kommt die „ESG Global Study 2022“ der Capital Group unter 1.130 institutionellen und Großanlegern, darunter Pensionsfonds, Family Offices und Versicherungsgesellschaften sowie Dachfonds, Privatbanken und Finanzberater in 19 Märkten weltweit.

„Anleger, die Zugang zu einem breiten Spektrum an ESG-Themen suchen, müssen derzeit mehrere Fonds mit jeweils nur einem Thema oder einem engen Fokus kaufen. Dabei zeigen unsere Studien-Ergebnisse einen Bedarf an All-in-One-Lösungen, die es Anlegern ermöglichen, Nachhaltigkeit durch eine möglichst umfassende Brille zu betrachten“, so Jessica Ground, Leiterin ESG der Investmentgesellschaft.

 

 

Viele der befragten Anleger glauben, dass eine nachhaltige Zukunft nicht allein durch die Unterstützung von Unternehmen erreicht werden kann, die als „ESG-Führer“ gelten. 40 Prozent bevorzugen derzeit Investitionen in eine Kombination aus ESG-Führern und ESG-Umsteigern, während ein Drittel (34 Prozent) der Meinung ist, dass Vermögensverwalter, die ausschließlich in ESG-Führer auf Kosten von Umsteigern investieren, mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Anleger suchen nach breit diversifizierten ESG-Anlagelösungen

Die Studie verdeutlicht zudem die Existenz einer Lücke zwischen der Nachfrage der Anleger und der Verfügbarkeit von Fonds, die ein Engagement in mehreren Themenbereichen bieten:

  • 39 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Anleger sind der Meinung, dass ein Mangel an Produktinnovationen einer stärkeren Verbreitung von ESG-Anlagen im Wege steht
  • Fast die Hälfte (46 Prozent) ist der Meinung, dass es nicht genügend Fonds gebe, die auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) ausgerichtet sind
  • 47 Prozent gaben zudem an, dass bestehende Fonds, die auf die SDGs ausgerichtet sind, sich zu sehr auf Umweltthemen konzentrieren würden
  • 43 Prozent sagen, es gebe einen besonderen Bedarf an themenübergreifenden ESG-Fonds

Investoren aus Europa setzen in Zukunft am stärksten auf ESG

Die Befragten erwarten, dass der Anteil der Anleger, die sich hauptsächlich oder ausschließlich auf ESG konzentrieren wollen, in den nächsten zwei bis drei Jahren von heute 21 Prozent auf 30 Prozent steigen wird. Die Umfrage ergab außerdem, dass Investoren in Europa in Zukunft am stärksten auf ESG setzen dürften. Diese gaben im Durchschnitt an, ihre Allokationen von heute 20 Prozent auf 34 Prozent in den nächsten zwei bis drei Jahren erhöhen zu wollen.