Capgemini World Wealth Report 2019 Vermögen deutscher HNWIs sinkt erstmals seit der Finanzkrise

Screenshot vom Deckblatt des aktuellen World Wealth Reports der Beratungsfirma Capgemini | © Capgemini

Screenshot vom Deckblatt des aktuellen World Wealth Reports der Beratungsfirma Capgemini Foto: Capgemini

Das Vermögen der High Net Worth Individuals (HNWIs) weltweit sank 2018 um 3 Prozent, was einem Verlust von 2 Billionen US-Dollar entspricht. Zuvor vermehrte sich das Geld der Millionäre sieben Jahre in Folge stetig. Die HNWI-Anzahl ging weltweit um 0,3 Prozent zurück. Das geht aus dem World Wealth Report 2019 der Unternehmensberatung Capgemini hervor.

Der Haupttreiber dieser Entwicklung seien vor allem die abnehmenden Vermögen in der Region Asien-Pazifik, insbesondere in China. Hier sank die Anzahl der Privatanleger mit einem frei verfügbaren Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar um 1,7 Prozent und deren Vermögen verringerte sich um 4,8 Prozent, was insgesamt einer Billion US-Dollar entspricht. In Lateinamerika ging das Vermögen um fast 4 Prozent zurück, in Europa um rund 3 Prozent und in Nordamerika um etwa ein Prozent.

HNWI-Vermögen weltweit

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 Quelle: Capgemini Financial Services Analysis 2019

Auch Deutschland gab es seit 2008 erstmals wieder einen Rückgang der HNW-Vermögenden um 1,1 Prozent. 2018 lebten 1.350.000 Millionäre hierzulande. Das Gesamtvermögen der deutschen HNWIs sank um 3,9 Prozent, nachdem es im Vorjahreszeitraum 2016 bis 2017 noch um 7,6 Prozent gestiegen war.

Gegen den Trend wuchs das Vermögen der HNWIs im Mittleren Osten um mehr als 4 Prozent. Auch die Anzahl der HNWIs stieg dort aufgrund des starken Bruttoinlandprodukts und der dortigen Finanzmarkt-Performance um 6 Prozent.

Wie im Vorjahr repräsentieren die Märkte mit den meisten US-Dollar-Millionären – die USA, Japan, Deutschland und China – 61 Prozent aller HNWIs weltweit.

Wie sich HNWI-Vermögende weltweit verteilen

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 Quelle: Capgemini Financial Services Analysis 2019

Das Vermögen der Ultra-HNWIs, also Personen mit einem anlagefähigen Vermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar, ging um 6 Prozent zurück. Die Gruppe macht zwar nur ein Prozent der HNWI-Bevölkerung aus, jedoch steht dieser Anteil für drei Viertel des gesamten globalen Wohlstandsrückgangs. Das Vermögen der Ultra-HNWIs war damit am stärksten von den globalen wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen betroffen. Die Anzahl der Ultra-HNWIs ging dem Report zufolge um fast 4 Prozent zurück.