Die BW-Bank erweitert ihr digitales Wertpapierangebot um Kryptowährungen. Über eine Kooperation mit dem österreichischen Digital-Asset-Spezialisten Bitpanda erhalten in einer Einführungsphase zunächst ausgewählte Privatkunden Zugang zum Handel mit den zehn gängigsten Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ether und Solana. Danach soll das Angebot schrittweise allen Privatkunden der Bank zur Verfügung stehen.
Der Zugang erfolgt über den bankeigenen Nextbroker, der Kunden auf die Handelsplattform von Bitpanda weiterleitet. Dort können Anleger Kryptos kaufen, verkaufen und ihre Bestände verwalten. Bitpanda übernimmt als regulierter Kryptowertedienstleister die Handels- und Verwahrinfrastruktur, heißt es.
„Digitale Assets etablieren sich immer mehr als Teil eines Portfolios“, sagt Rainer Zeeb, Abteilungsleiter Wertpapiere bei der BW-Bank. Mit der Kooperation wolle das Institut seinen private Kunden einen komfortablen Zugang zu Kryptowerten bieten und das digitale Anlageangebot weiter ausbauen.
Die Kooperation ergänzt das erst kürzlich ausgeweitete Brokerage-Angebot der BW-Bank. Über die Handelsplattform Traderebel der Börse Stuttgart können Kunden bereits Aktien, Anleihen, Fonds und Exchange Traded Products ohne Handelsplatzentgelte handeln. Mit der Anbindung von Bitpanda erweitert die Bank ihr Angebot nun um digitale Vermögenswerte.
„Mit dem Krypto-Offering Retail gehen wir den nächsten logischen Schritt innerhalb unserer Digital-Assets-Aktivitäten und bieten, aufbauend auf einer bewährten Partnerschaft, einen Zugang zu einem vielfach nachgefragten Produkt an“, meint Stephan Paxmann, Chief Innovation Officer des LBBW-Konzerns, zu der die BW-Bank als Kundenbank gehört. Die LBBW selbst kooperiert bereits seit mehr als 2 Jahren mit Bitpanda, um Unternehmenskunden Handel und Verwahrung von Kryptowährungen anzubieten.
Krypto hält Einzug ins klassische Bankgeschäft
Die BW-Bank steht mit diesem Schritt nicht allein. Nachdem zunächst Direktbanken, Neobroker und spezialisierte Krypto-Anbieter den Markt geprägt hatten, integrieren inzwischen auch immer mehr etablierte Banken digitale Vermögenswerte in ihr Produktangebot. Rückenwind erhält diese Entwicklung durch den europäischen Mica-Regulierungsrahmen, der den Handel und die Verwahrung von Kryptowerten auf eine einheitliche Grundlage stellt.
Für Vermögensverwalter und Private-Banking-Kunden bedeutet das vor allem eines: Der Zugang zu Kryptowährungen wird einfacher und erfolgt zunehmend innerhalb der vertrauten Bankinfrastruktur. Damit verschiebt sich der Wettbewerb. Künftig dürfte wohl weniger die Frage sein, ob Banken Krypto anbieten, sondern wie weit die Institute digitale Assets in Beratung, Vermögensverwaltung und bestehende Depotlösungen integrieren.