Rekordjahr 2021 BVI meldet neue Bestmarken bei Fondsvermögen und Zuflüssen

Grafik Fondsvermögen

Grafik Fondsvermögen: 2021 war ein Rekordabsatzjahr für die deutsche Fondsbranche. Foto: BVI

Von einem „Ausnahmejahr“ spricht man beim Fondsverband BVI. Auf der Jahrespressekonferenz stellte Verbandspräsident Alexander Schindler die Absatzzahlen der deutschen Fondsbranche für das Jahr 2021 vor.

Demnach verwalteten in Deutschland vertretene Gesellschaften zum jüngsten Jahreswechsel ein Rekord-Fondsvermögen von 4,334 Milliarden Euro. Und auch im laufenden Geschäft lief es rund: „Fonds erzielten mit einem Neugeschäft von 256 Milliarden Euro ihr bestes Absatzjahr“, so Schindler.

Als Grund für den fulminanten Geschäftserfolg hat man beim BVI das weiter andauernde Negativzinsumfeld sowie die 2021 deutlich gestiegene Inflationsrate ausgemacht. Angesichts der Umstände hätten viele Privatanleger die Wertpapieranlage für sich entdeckt. „Viele Sparer haben offenbar ihre chronische Distanz zur Wertpapieranlage verloren“, kommentiert Schindler.

Ganz besonders stark haben laut dem BVI übrigens Fondssparpläne von der neuen Freude an der Geldanlage profitiert.

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Das stärkste Fonds-Segment bleiben laut den jetzt vermeldeten Zahlen – wie auch in den Jahren zuvor – offene Spezialfonds. Sie hielten Ende Dezember 2.188 Milliarden Euro unter Verwaltung. Gemeinsam mit Spezialfonds-Mandaten (634 Milliarden Euro) machen diese institutionell verwalteten Mittel immerhin zwei Drittel des Gesamtvermögens in hiesigen Fonds aus.

Aber auch offene Publikumsfonds konnten zulegen, und das deutlich: Zu Jahresende verwalteten sie 1.471 Milliarden Euro – auch dies ist eine neue Bestmarke. Offene Publikumsfonds konnten auch anteilsmäßig am stärksten wachsen: Ihnen flossen netto 118 Milliarden Euro zu. Seit 2019 hätten Publikumsfonds ihre Zuflüsse pro Kalenderjahr jeweils mehr als verdoppelt, hat man beim BVI gemessen. Das Rekordwachstum gehe vor allem auf Privatanleger zurück.

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Nach Anlageklassen betrachtet konnten in den Reihen der offenen Publikumsfonds vor allem Aktienfonds deutlich zulegen. Ihre Zuflüsse haben sich laut BVI 2021 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Aber auch Mischfonds feierten nach einer dreijährigen relativen Schwächephase 2021 ein Comeback.

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Schindler berichtete auch über die jüngste Neuaufstellung der Fondshäuser mit Blick auf Nachhaltigkeit. Die von der EU geförderte nachhaltige Geldanlage ist für Europas Fondsindustrie ein beherrschendes Thema – spätestens seit am 10. März 2021 die europäische SFDR („Offenlegungsverordnung“) in Kraft getreten ist. Gemäß der Verordnung sollen Fondsgesellschaften den Grad der Nachhaltigkeit ihrer Produkte transparent benennen, der EU-Gesetzgeber will so Grünfärberei verhindern.

Beim BVI hat man ermittelt: In Deutschland steckten bislang erst 16 Prozent (588 Milliarden Euro) der verwalteten Mittel in Fonds, die sich selbst als nachhaltig bezeichnen. Dieser Wert sei im Vergleich zum übrigen Europa (40 Prozent) gering. Schindlers Fazit: Deutsche Fondsgesellschaften treten vorsichtig auf. In anderen EU-Ländern sei man forscher, mit dem expliziten Stempel „nachhaltig“ für Fonds zu werben.