Buy-and-Maintain mit Unternehmensanleihen „Niedrige Liquidität ist ein langfristiger Trend“

Lionel Pernias, Leiter der Buy-and-Maintain-Strategien bei AXA Investment Managers: „Die Anleihewelt hat sich verändert. Die Liquidität ist deutlich gesunken. Das ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein langfristiger Trend.“

Lionel Pernias, Leiter der Buy-and-Maintain-Strategien bei AXA Investment Managers: „Die Anleihewelt hat sich verändert. Die Liquidität ist deutlich gesunken. Das ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein langfristiger Trend.“

Was ist eine Buy-and-Maintain-Strategie?

Lionel Pernias: Darunter verstehen wir eine Strategie im Credit-Bereich. Hier werden alle Anleihen gekauft mit der Absicht, sie bis zur Fälligkeit zu halten. Ziel ist es, die Staatsanleihe-Rendite plus den Risikoaufschlag zu kassieren und gleichzeitig den durch Transaktionskosten verursachten Performance-Schwund zu minimieren.

Warum ist eine solche Strategie überhaupt nötig?

Pernias: Die Anleihewelt hat sich verändert. Die Liquidität ist deutlich gesunken. Das ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein langfristiger Trend. Durch die Regulierung haben sich die Transaktionskosten erhöht. Investoren halten länger als früher an ihren Papieren fest. Als Reaktion auf die gesunkene Liquidität greifen viele Anleiheinvestoren zu liquiden derivativen Instrumenten. Früher wurden Credit Default Swaps als Absicherungsinstrumente genutzt, heute dienen diese Kreditausfallversicherungen als Zugang zum Unternehmensanleihemarkt. Auch die Nachfrage nach Anleihe-ETFs ist signifikant gestiegen. Index-Investments sind aber eine schlechte Wahl, mit ihnen sind Investoren gezwungen, unsinnigen  Regeln zu folgen. Ein Beispiel ist der automatische Verkauf von Anleihen, wenn sie aus dem Investmentgrade-Bereich herausfallen. Das ist der schlechteste Verkaufszeitpunkt. Mit unserem Ansatz verfolgen wir keine passiven Regeln.

Wie sieht ihre Buy-and-Maintain-Strategie genau aus?

Pernias: Am Tag eins wird ein voll diversifiziertes Portfolio auf Top-down-Level erstellt. Wir stellen sicher, dass es sowohl auf regionaler Ebene als auch auf der breiten Branchenebene das Risiko optimal gestreut ist, um Marktschocks abzumildern. Dann folgt eine währungsübergreifende relative Analyse, um die günstigsten Anleihen auf der Zinskurve herauszupicken, ohne die Zinsrisiken zu erhöhen. Schließlich stellen wir sicher, dass die Transaktionskosten so gering wie möglich sind, indem wir genügend Cashflow aus fälligen Anleihen und Zinskupons haben. So können wir weitere Chancen nutzen und das Wertpotenzial im Portfolio stetig auffrischen, ohne Bonds verkaufen zu müssen.