J.P. Morgan baut sein deutsches Private-Banking-Netzwerk weiter aus. Nach der Eröffnung eines Standorts in München Anfang 2025 hat die US-Bank nun auch Büros in Hamburg gefunden. Das bestätigte Caroline Pötsch-Hennig, die das Private Banking in Deutschland leitet, gegenüber Bloomberg News. Die künftigen Räumlichkeiten befänden sich am Domplatz in der Hamburger Innenstadt. Mit dem Einzug sei für August oder September zu rechnen.
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J.P. Morgan baut sein deutsches Private-Banking-Netzwerk weiter aus. Nach der Eröffnung eines Standorts in München Anfang 2025 hat die US-Bank nun auch Büros in Hamburg gefunden. Das bestätigte Caroline Pötsch-Hennig, die das Private Banking in Deutschland leitet, gegenüber Bloomberg News. Die künftigen Räumlichkeiten befänden sich am Domplatz in der Hamburger Innenstadt. Mit dem Einzug sei für August oder September zu rechnen.
Neue Kundengruppen und regionale Präsenz
Hinter der Expansion steht eine bewusste Strategieentscheidung. Historisch habe J.P. Morgan im deutschen Private Banking auf sehr große Vermögen – etwa Single Family Offices – gesetzt, erklärte Pötsch-Hennig gegenüber dem private banking magazin im vergangnen August. Heute betreue die Bank auch mittelständische Unternehmer, Private-Equity-Manager, Top-Führungskräfte und erfolgreiche Privatpersonen. Diese Verbreiterung der Zielgruppen mache die lokale Präsenz notwendig: „In den großen Städten, in denen viele vermögende Familien ansässig sind, können wir unser Netzwerk erweitern. Bei J.P. Morgan möchten wir in den Gemeinden, in denen wir tätig sind, fest verwurzelt sein“, sagte Pötsch-Hennig gegenüber Bloomberg.
Zehn Berater für den Norden
Ein Team von rund zehn Private Bankern solle sich künftig um vermögende Kunden im Norden kümmern, so Pötsch-Hennig. Die meisten würden direkt in Hamburg sitzen, einige könnten auch von Frankfurt aus arbeiten. Die Leitung des Private-Banking-Geschäfts in Norddeutschland übernimmt demnach André Spiewak, der bereits im vergangenen Jahr zu J.P. Morgan gestoßen sei und zuvor unter anderem für die UBS tätig gewesen war.
Jahrelang hatte J.P. Morgan das deutsche Private Banking zentral aus Frankfurt betrieben. Die Eröffnung regionaler Büros ergebe Sinn, da sich das Vermögen über das gesamte Land verteile – anders als etwa in Frankreich oder Italien, wo es stärker konzentriert sei. In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe J.P. Morgan die Zahl der Berater im deutschen Private Banking verdoppelt – die Gesamtzahl liegt derzeit im guten zweistelligen Bereich.
Ambitionierte Wachstumziele
J.P. Morgan will im deutschen Private Banking zulegen. Bis 2030 solle sowohl die Kundenbasis als auch das verwaltete Vermögen mindestens verdoppelt werden – die Mitarbeiterzahl solle noch stärker wachsen, sagte Pötsch-Hennig gegenüber dem private banking magazin. Deutschland sei beim Wachstum im Private Banking stets eine Priorität gewesen. CEO Jamie Dimon sei regelmäßig vor Ort und „absolut überzeugt von Deutschland und der Bedeutung des Standorts“, so Pötsch-Hennig.
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München wächst – und zieht um
Am Münchner Standort, der seit Anfang 2025 aktiv ist, arbeiten derzeit neun Berater. Matthias Musch, der das dortige Private Banking leitet, verwies auf das Wachstumspotenzial der Region: Bayern biete eine Kombination aus etablierten Familienunternehmen und dynamischer Gründerszene – beides schaffe Vermögen, das professionelle Begleitung erfordere. Für den Münchner Standort steht zudem ein Umzug an. J.P. Morgan habe einen Mietvertrag für die Maximilianhöfe unterzeichnet; der Einzug werde voraussichtlich im vierten Quartal 2027 erfolgen.
Auch Berlin rückt in den Blick. Kollegen aus Frankfurt arbeiteten bereits mehrmals wöchentlich aus den Räumlichkeiten der Retailbank Chase in der Hauptstadt. Permanente Private-Banking-Mitarbeiter gebe es dort bislang nicht – eine entsprechende Entscheidung sei noch nicht gefallen, so Pötsch-Hennig gegenüber Bloomberg.