Bruttomarge, Nettomarge & Gehalt Welche Gehälter Banken und Vermögensverwalter zahlen können

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Vergleich mit Vermögensverwaltern

Bei einem unabhängigen Vermögensverwalter mittlerer Größe werden die Zahlen etwas unterschiedlich ausfallen. So dürfte die Bruttomarge im Kapitalanlagebereich etwas niedriger bei 0,5 bis 1,6 Prozent liegen, der Bruttoertrage entsprechend 250.000 bis 800.000 Euro pro Jahr betragen.

Im Kreditgeschäft liegt die Bruttomarge deutlich niedriger bei unter 0,1 Prozent. Grund hierfür ist, dass ein Vermögensverwalter lediglich als Vermittler auftritt. Der Bruttoertrag schmilzt hier also auf 8.000 Euro. Mit Festgeldern und Liquidität können Vermögensverwalter aufgrund ihrer Struktur gar nichts verdienen.

Insgesamt dürfte der Bruttoertrag für den Vermögensverwalter zwischen 258.000 und 808.000 Euro liegen. Zur Erinnerung: Bei einer Bank liegt die Spanne bei 920.000 bis 1.510.000 Euro, also deutlich höher.

Deutlich geringerer Kostenapparat

Nun zur Betrachtung der Nettomargen und -erträge bei Vermögensverwaltern. Schätzungsweise zwischen 0,2 und 1,2 Prozent der Assets under Management erlösen diese netto. Der Nettoertrag bei vorliegendem Kundenbuch liegt somit bei 100.000 bis 600.000 Euro. Im Kreditgeschäft dürfte es bei den 8.000 Euro aus der Kreditvermittlung bleiben. Mit Festgeldern und Liquidität kann eine Vermögensverwaltung gar nichts verdienen.

Der Netto-Gesamtertrag dürfte zwischen 108.000 bis 608.000 Euro betragen. Damit ist er zwar nicht ganz so hoch wie bei Banken (bis zu 710.000 Euro), aber liegt aufgrund von Kostenstrukturen, nicht aufgehender Cross-Selling-Ansätze oder anderer Sonderthemen auch nicht im schlechtesten Fall im Minusbereich.

Mehr Möglichkeiten bei Vermögensverwaltern

Das wirkt sich auch auf die Verdienstmöglichkeiten aus. Bei einem unabhängigen Vermögensverwalter, bei dem wohlgemerkt das Angestelltenverhältnis deutlich unternehmerischer geprägt ist, dürfte das Gesamtgehalt aufgrund der für das Unternehmen erwirtschafteten Nettoerträge bei 80.000 bis 350.000 Euro im Jahr liegen. Damit bekommt ein Berater einen deutlich höheren Anteil seines Ergebnisbeitrags als bei einer Bank, nämlich 50 bis 80 Prozent statt 10 bis 20 Prozent.

Ob es für viele Private Banker in Bankinstituten dadurch ratsam wird, sich nach einem Job bei einem Vermögensverwalter umzusehen, steht auf einem anderen Papier. Denn allein eine Voraussetzung wäre, dass sich die im Rechenbeispiel bemühten 80 Millionen Euro Geschäftsvolumen von der Bank zu einem Vermögensverwalter bewegen lassen. Und da liegt bekanntermaßen die Crux.