Brooks Ritchey im Interview „Wir passen das Portfolio an, aber wirbeln es nicht herum“

Brooks Ritchey, Senior Managing Director K2 Advisors

Brooks Ritchey, Senior Managing Director K2 Advisors

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Für den Franklin K2 Alternative Strategies Fund setzen Sie auf einen Manager-Mix. Wie viele Manager haben Sie zurzeit verpflichtet?

Brooks Ritchey: Wir wollen mit dem Fonds möglichst breit den Hedge-Fonds-Markt abdecken, und alle vier großen Strategien Long-Short-Equity, Relative Value, Global Macro und Event Driven sollen im Fonds vertreten sein. Zurzeit haben wir zwölf Manager verpflichtet.

Wird die Zahl der Manager mit dem Fondsvolumen steigen?

Ritchey: Beim Start des Fonds waren es elf Manager. Mit der aktuellen Mannschaft sollten wir ausreichend Kapazität für künftiges Wachstum haben. Wenn jedoch das Wachstum im Bereich der Liquid Alternatives wie erwartet richtig Fahrt aufnimmt und damit auch die Nachfrage nach unserem Fonds stark steigt, müssen wir eventuell weitere Manager hinzunehmen. Das Volumen ist aber nicht allein ausschlaggebend für die Zahl der Manager. In der nächsten Zeit würden Veränderungen wahrscheinlich eher getrieben sein durch neue Investmentchancen und dem Wunsch, in bestimmten Strategien oder Substrategien vertreten zu sein.

Zum Beispiel?

Ritchey: Wir haben gerade einen Manager verpflichtet, der unser Exposure in europäischen Aktien verstärkt. Dort sehen wir eine neue, sich entwickelnde Anlagegelegenheit. Mit diesem neuen Manager können wir gezielter an europäischen Aktien partizipieren und gleichzeitig hat er unsere Kapazitäten erhöht. Letzteres war aber nicht der Antrieb für die Vergabe des Mandats.

Zwölf Manager sind also optimal für eine gute Diversifizierung?

Ritchey: Eine optimale Zahl gibt es hier nicht. Wir denken, es gibt ein Minimum an Managern für einen breit gefächerten Multi-Strategy-Multi-Manager-Ansatz. Acht sollten es schon sein. Bei mehr als 20 Managern hingegen sehen wir eher eine Überdiversifizierung und unser Anlagemix von Ideen, die auf starken Überzeugungen beruhen, könnte verwässert werden.

Wie wählen Sie die Manager aus?

Ritchey: Bei K2 Advisors haben wir eine Liste von rund 100 Managern, die bereits unseren aufwändigen Due-Diligence-Prozess erfolgreich durchlaufen haben. Mit vielen davon arbeiten wir bereits in anderen Mandaten zusammen. Diese Liste ist unsere Ausgangsbasis. Der Auswahlprozess fürs Portfolio erfolgt gemeinsam durch die drei Teams Research, Portfolioaufbau und Risikomanagement. Jedes Team bringt dabei seine spezielle Expertise ein.

Ändern Sie häufig die Gewichtung der Manager und ihrer Strategien?

Ritchey: Wir managen die Allokationen aktiv und neigen das Portfolio leicht in eine Richtung entsprechend der sich ändernden Marktbedingungen, die neue Chancen und Risiken eröffnen. Dabei ist wichtig: Wir verlagern das Portfolio in eine Richtung, wir wirbeln es nicht komplett durcheinander. Es gibt keine kurzfristigen massiven Veränderungen der Gewichtung und Strategien. Unsere taktische Anpassung erfolgt innerhalb festgelegter Spannen, so managen wir aktiv unser Aktien-Beta entsprechend unserer Makro-Einschätzung. Die Anpassungen sollen sowohl für Alpha sorgen als auch im gegebenen Fall das Marktrisiko im Gesamtportfolio mindern. Unser Anlagehorizont liegt bei sechs bis 18 Monaten.

Bitte nennen Sie ein Beispiel für eine Strategie und erklären, warum Sie diese ausgewählt haben.

Ritchey: Wir sind zurzeit sehr überzeugt von Long-Short-Aktienstrategien allgemein und vor allem mit Schwerpunkt Europa sowie von marktneutralen Aktienstrategien. Die Volatilität von Faktoren wie Momentum, Unternehmensgröße oder Value ist im ersten Quartal 2016 auf ein Fünf-Jahres-Hoch geklettert. Wir erwarten, dass sich die Schwankungen hier wieder normalisieren. In der Vergangenheit haben sich Verzerrungen bei Faktoren schnell wieder eingerenkt, Wir denken, dass dies auch diesmal der Fall sein wird und sich ein sehr vorteilhaftes Umfeld für Long-Short-Strategien daraus ergibt. Die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA dürfte die Marktvolatilität erhöhen und die Korrelation zwischen den einzelnen Faktoren wird abnehmen, was Long-Investments unterstützt. Von einer sinkenden Faktor-Volatilität würden ebenfalls marktneutrale Aktienstrategien profitieren, da Kapital in die Aktien umgeschichtet wird, die vorher gelitten haben.