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Wahlen in Brasilien Ein Sieg Lulas würde Brasiliens Nachhaltigkeitssektor befeuern

Rio de Janeiro

Rio de Janeiro: Ein Sieg der Partido Popular könnte dazu beitragen, das enorme Potenzial Brasiliens im Bereich der grünen Energien freizusetzen. Foto: Imago Images / robertharding

In Brasilien kommt es nach dem ersten Wahldurchgang zu einer Kopf-an-Kopf-Stichwahl zwischen dem rechten Präsidenten Bolsonaro und dem linken Herausforderer Lula da Silva. Die Brasilianer sind – anders als die Umfragen suggerierten – weiterhin polarisiert.

Während viele Analysten davon ausgehen, dass Lula seinen überraschend knappen Vorsprung für die bevorstehende Stichwahl beibehalten wird, könnten die Marktteilnehmer selbst unter der Annahme, dass ein Sieg Lulas weitgehend eingepreist ist, unruhig bleiben. Es besteht auch weiterhin das Risiko, dass Bolsonaro das Ergebnis der Stichwahl ablehnt, indem er Wahlbetrug und Probleme mit den elektronischen Wahlmaschinen geltend macht.

Aus wirtschaftlicher Sicht könnte ein Sieg der Linken ein überraschend positives Ergebnis sein; die Finanzmärkte spiegeln das teilweise wider. Der Brasilianische Real hat sich in den vergangenen Monaten gegenüber dem US-Dollar behauptet, während viele Währungen der Industrieländer, darunter der Euro und das Pfund Sterling, angeschlagen sind. Auch brasilianische Aktien haben sich im bisherigen Jahresverlauf und auf Jahressicht nach Bloomberg-Angaben deutlich besser entwickelt als die Aktien von Schwellenländern. Obwohl Lula viele von der linken Partido Popular (PT) geprägte Maßnahmen wie Transferzahlungen und Schuldenerlassprogramme unterstützt, wird er weder von der Wirtschaft noch von der breiten Bevölkerung als sozialistischer Brandstifter angesehen – trotz der Versuche Bolsonaros, ihn als solchen darzustellen. Gelegentlich radikal auf dem Papier, war Lulas tatsächliche Politik von 2003 bis 2010 eher pragmatisch. In seiner Amtszeit wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr, die Staatsverschuldung wurde um etwa ein Drittel gesenkt, und rund 20 Millionen Brasilianer fanden aus der Armut heraus.

Marcus Weyerer

Bolsonaro hatte natürlich auch seine eigenen Erfolge im Amt, darunter sein 2019 verabschiedeter ambitionierter Plan für eine langfristige Rentenreform. Er gilt als wichtiger Schritt zur Konsolidierung des brasilianischen Haushaltsdefizits, das in den vergangenen Jahren vor allem aufgrund der exorbitanten Rentenkosten in die Höhe geschossen ist. Bis zum Jahr 2030 soll die Reform Einsparungen in Höhe von umgerechnet rund 155 Milliarden US-Dollar bringen.

Der Binnenkonsum stärkt Brasilien

Dina Ting

Der nächste Präsident wird sich auch mit der Aussicht auf eine schwächelnde Weltwirtschaft auseinandersetzen müssen. Auf der anderen Seite wird Brasilien wahrscheinlich weiterhin von den hohen Rohstoffpreisen profitieren, obwohl es auch Risiken durch eine Eskalation des Krieges in der Ukraine unterliegt, da der wichtige Agrarsektor von Düngemittelimporten abhängig ist. Es ist jedoch zu beachten, dass Brasilien als führender Rohstoffexporteur von weltwirtschaftlichen Schocks einigermaßen abgeschirmt bleibt. Der Handel macht knapp ein Drittel des BIP aus, während der Konsum der privaten Haushalte mittlerweile über 60 Prozent beträgt, wie das Analysehaus The Global Economy kalkuliert.

Alles in allem würde eine Präsidentschaft Lulas wohl kurzfristig zu einem steigenden Defizit führen, das mittelfristig durch höhere Steuereinnahmen und mehr privaten Konsum ausgeglichen werden könnte. Zugleich könnten die staatlichen Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien zunehmen. Brasilien ist bereits führend in der Erzeugung von Wasserkraft, doch Lula hat in seinem Wahlprogramm versprochen, die staatliche Ölgesellschaft Petrobras so umzugestalten, dass sie gegenüber europäischen Unternehmen wettbewerbsfähiger wird, wie der Preis-Informationsdienst Argus Media unterstreicht. Ein Sieg der PT könnte in der Tat dazu beitragen, das enorme Potenzial Brasiliens im Bereich der grünen Energien freizusetzen, insbesondere in Zeiten erhöhter geopolitischer Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit.

 

Wir rechnen letztlich mit weiterer Volatilität: Entweder weil die Märkte im Falle eines unerwarteten Sieges von Bolsonaro in der Stichwahl neu bewertet werden müssen, oder weil die Anleger im Falle eines Sieges von Lula nach der Wahl eine gewisse Unsicherheit verdauen und seine tatsächliche Politik im Vergleich zu den Wahlversprechen bewerten müssen. In beiden Fällen bieten sich den Anlegern jedoch zahlreiche Möglichkeiten, denn Brasilien ist nach wie vor ein führender Akteur in der Rohstoffversorgung, hat einen Vorsprung bei den erneuerbaren Energien und verfügt über eine junge und weiter zunehmende Erwerbsbevölkerung.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.