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Niedrige KGVs und hohe Rohstoffpreise Brasilien-Aktien könnten möglicherweise viel Freude machen

Die chinesische Regierung will in Brasilien das größte Autowerk außerhalb Chinas errichten

Die chinesische Regierung will in Brasilien das größte Autowerk außerhalb Chinas errichten: Brasilien lockt die Anleger mit chancenreichen Bewertungen und ansehnlichen Dividendenrenditen. Foto: Imago Images / Fotoarena

Dina Ting, Franklin Templeton

Nur eine Woche vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine reiste der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro nach Moskau, um Wladimir Putin als Zeichen der „Solidarität“ die Hand zu schütteln, und rief nach dem Angriff seinen Vizepräsidenten zur Räson, der mit entsprechender Kritik nicht hinter dem Berg hielt. Dennoch stimmte Brasilien im UN-Sicherheitsrat für eine Resolution zur Verurteilung der Invasion – gegen den Willen seines „neutralen“ Präsidenten.

Geopolitische Spannungen haben die Angewohnheit, die Märkte auf einen Schlag in den roten Bereich zu drücken. Die Aktienmärkte rund um die Welt pflegen indes nicht lange mit gleicher Taktung zu schwanken. Eine globale Diversifizierung zahlt sich demnach aus, wobei sich in jüngster Zeit viele Anleger insbesondere für Lateinamerika interessieren. Der genaue Blick vieler Anleger kommt nicht von ungefähr: Im Februar wurden die Bewertungen der Schwellenländeraktien mit einem Abschlag von 40 Prozent auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 Index gehandelt – laut MSCI niedrigster Stand seit 18 Jahren. Viele haben sich Brasilien zugewendet, das sich durch besonders stark gefallene Bewertungen auszeichnet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt nach Bloomberg-Angaben mit dem niedrigen Wert von 6,5 mehr als 70 Prozent unter dem historischen Fünfjahresdurchschnitt.

Seit Januar sind brasilianische Aktien im Aufwärtstrend

Der FTSE Brazil Capped Index konnte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres mit einem Anstieg von mehr als 17 Prozent in etwa den Verlust ausgleichen, den er im gesamten Jahr 2021 erlitt, als der Index nur leicht vor dem vom Regulierungsfuror erschütterten chinesischen Markt lag. Dank der starken Gewichtung des Rohstoff- und Energiesektors hat der brasilianische Index inzwischen einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt und sich besser entwickelt als andere Schwellenländer sowie der FTSE Emerging Market Index, der Bloomberg zufolge mit -3 Prozent abschnitt.

Als einer der weltweit führenden Exporteure profitiert Brasilien von dem sprunghaften Anstieg der Rohstoffpreise, den die internationalen Sanktionen gegen Russland ausgelöst haben. Da Brasilien hauptsächlich Düngemittel aus Russland importiert, könnte das Land jedoch wie auch andere Agrarexporteure mit höheren Düngemittelpreisen und Energiekosten konfrontiert werden.

Brasiliens erneuerbare Energiequellen machen nach Regierungsangaben 83 Prozent im Strommix des Landes aus, was dem Land einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Agrarexporteuren verschafft und dazu beiträgt, das Land vor höheren Preisen zu schützen, die durch CO2-intensive Stromerzeugung entstehen.

Vor zwei Jahren war Brasilien nach Angaben der US Energy Information Administration das einzige südamerikanische Land, das seine Rohölproduktion steigerte. Und Brasiliens Bedeutung wird auf der Grundlage von Schätzungen, wonach das Land bis 2040 annähernd die Hälfte des weltweiten Offshore-Öls produzieren wird, weiter zunehmen.

Energie- und Rohstoffunternehmen mit Dividendenrenditen von 8 Prozent

Insgesamt eröffnen diese Faktoren neue Anlageperspektiven und chancenreiche Einstiegsmöglichkeiten in das größte Land Lateinamerikas. Brasiliens Energie- und Rohstoffunternehmen warten derzeit mit attraktiven Dividendenrenditen von rund 8 Prozent auf; in beiden Sektoren werden, wie Bloomberg kalkuliert, fast die Hälfte aller Erträge des brasilianischen Markts erwirtschaftet.

Brasilien ist im Handel mit Russland nur minimal exponiert und hat daher ein minimales Risiko volkswirtschaftlicher Einbußen durch die Russland-Sanktionen. Bislang machten die jährlichen Exporte nach Russland Regierungsangaben zufolge weniger als 1 Prozent der brasilianischen Gesamtausfuhren aus. Bolsonaros umstrittene Reise nach Moskau scheint daher aus wirtschaftlichem Blickwinkel wenig Sinn zu machen, da Brasilien deutlich weniger Waren nach Russland (rund 1,6 Milliarden US-Dollar jährlich) oder in die Europäische Union liefert als in die Vereinigten Staaten (31 Milliarden US-Dollar). Politikbeobachtern zufolge könnte der unpopuläre Präsident gehofft haben, sein Image in einem turbulenten Wahljahr mit einer Demonstration globaler Diplomatie aufzupolieren.

Tatsächlich ist es gerade die politische Unsicherheit, die die Aussichten für die Wachstumsdynamik Brasiliens trübt. Es besteht global die Gefahr, dass die hohen Ölpreise zu einem starken Rückgang der Nachfrage und infolgedessen zu einer anhaltenden Zerrüttung der Preise führen. Ein langwieriger Krieg in der Ukraine würde zweifellos ebenfalls Anlass zu weiterer Sorge geben. Die global steigenden Preise könnten die bereits hohe Inflationsrate Brasiliens verschärfen, die Ende Januar laut Reuters 10,4 Prozent erreichte.

Der Präsident der brasilianischen Zentralbank, Roberto Campos Neto, ist jedoch optimistisch und prognostiziert einen beschleunigten Rückgang des Inflationsdrucks im Land noch in diesem Frühjahr. Wirtschaftsminister Paulo Guedes äußerte sich ebenfalls optimistisch. Er machte kürzlich geltend, dass die Inflation in Brasilien im laufenden Jahr sogar niedriger ausfallen könnte als in den Vereinigten Staaten. Guedes wies zudem auf das erneute Wachstum der Auslandsinvestitionen in Brasilien hin, die sich bis Ende des Jahres auf 200 Milliarden US-Dollar belaufen dürften.

Verbesserte Haushalts- und Leistungsbilanz

Derweil setzt die brasilianische Regierung viel daran, ihr investitionsfreundliches Klima für ein nachhaltigeres Wachstum zu stärken, statt sich auf den nächsten Rohstoffpreisboom zu verlassen. Die brasilianische Haushalts- und Leistungsbilanz hat sich verbessert, wobei auch die höheren Ölpreise dem Netto-Ölexporteur zugutekommen. Die ausländischen Direktinvestitionen in Brasilien erreichten im Januar nach Bloomberg-Angaben mit 4,7 Milliarden US-Dollar den höchsten Stand seit August 2021. Der makroökonomische Schub macht sich auch auf Unternehmensebene bemerkbar, da die steigenden Ölpreise der Volkswirtschaft mit ihren 215 Millionen Einwohnern bei der Schuldenreduzierung helfen. Darüber hinaus scheint Brasilien von der kriegsbedingten Streichung Russlands aus den Benchmarks der Indexanbieter MSCI und FTSE zu profitieren: Die Anleger sind veranlasst, Kapital in das Land mit der weltweit sechsgrößten Bevölkerung umzuschichten.

„Das Wichtigste, was sich in Brasiliens Volkswirtschaft beobachten lässt, ist der Übergang von einer staatlich gelenkten Wirtschaft zu einer Marktwirtschaft“, betonte Guedes und fügte hinzu, dass ebenfalls wichtige Infrastrukturmaßnahmen auf den Weg gebracht worden sind.

Die brasilianische Währung Real wurde durch die aggressiven Zinserhöhungen Brasiliens gestärkt, infolgedessen erhöhten sich die Zuflüsse ausländischer Investitionen. Für Investoren besonders wichtig ist zugleich die erstmals im vergangenen Jahr gesetzlich verankerte Autonomie der brasilianischen Zentralbank – eine wichtige Reform, die sie vor politischer Einmischung schützen und ihre Glaubwürdigkeit im Dienst der brasilianischen Wirtschaft erhöhen soll.

Bei den Prognosen für die Präsidentschaftswahlen liegt Lula da Silva vorn

Die Präsidentschaftswahlen im Oktober 2022 sind indes ein Risiko, das es zu beobachten gilt: Bolsonaro ermutigt seine Anhänger für den Fall aller Fälle schon jetzt, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen nicht anzuerkennen und schließt sich damit dem Gebaren des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump an. Derweil scheinen die Märkte bereits einen Sieg des linken Politikers und ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva einzukalkulieren. Dieser führt in der jüngsten PoderData-Umfrage mit acht Punkten Vorsprung; 40 Prozent der Wähler würden für Lula stimmen, 32 Prozent für Bolsonaro, berichtete Bloomberg.

Sollte sich Lula bei den Wahlen durchsetzen, könnte die im Hinblick auf die Bevölkerungszahl viertgrößte Demokratie der Welt bessere Chancen haben, die Ziele ihrer auf Nachhaltigkeit getrimmten Agenda voranzubringen und CO2-Neutralität zu erreichen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf den Schutz des Amazonas ein überaus wichtiges Thema, das es im Blick zu behalten gilt. Das wasserreiche Brasilien ist in der glücklichen Lage, nach China der weltweit zweitgrößte Produzent von Strom aus Wasserkraft zu sein. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass die Regierung in Brasília die erneuerbaren Energienquellen, die nicht aus Wasserkraft gewonnen werden, stetig ausbaut, um im Rahmen des brasilianischen 10-Jahres-Energieausbauplans bis 2027 einen Anteil von 28 Prozent am heimischen Energiemix zu erreichen. Mit Blick auf Innovationen und Digitalisierung wird erwartet, dass Brasilien in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres sein Projekt einer digitalen Zentralbankwährung startet.

Es sind diese und weitere volkswirtschaftlich relevante Initiativen, die auf eines hindeuten – dass Brasilien für ein langfristiges Wachstum gut aufgestellt ist.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton Investments veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.