Teja von Holzschuher „Bond-Anleger nähern sich dem Eigenkapital“

Teja von Holzschuher, Investmentchef bei Salmann Investment Management

Teja von Holzschuher, Investmentchef bei Salmann Investment Management

private banking magazin.de: Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind seit vergangenem Mai von einem Zins von 1,63 auf rund 3,0 Prozent gestiegen. Was erwarten Sie für 2014?

Teja von Holzschuher:
Wie war das noch mit den Prognosen? Sie sind eine schwierige Sache, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Mark Twain hatte das bereits erkannt. Um aber ihre Frage zu beantworten: Wenig Freude erwarte ich für die Rentenmärkte 2014.

private banking magazin.de:
Die Amerikaner haben eine neue Notenbank-Chefin. Wird Janet Yellen die Anleihekurse weiter hoch halten?

von Holzschuher:
Yellen, Bernanke, Fed, die Zentralbanken. Sie unterstellen, dass Zentralbanken einen bestimmenden Einfluss auf Zinssätze jenseits des Geldmarkts haben. Einen Einfluss im Sinne eines Managements der Erwartungshaltung der Marktteilnehmer würde ich ihnen zugestehen.

Mehr aber nicht. Nichtsdestotrotz wird Frau Yellen wie ihr Vorgänger alles daran setzen, die langfristigen Zinsen niedrig zu halten. Schließlich gilt es die Gläubiger der USA, vor allem China, nicht zu verschrecken.

private banking magazin.de:
In welchem Anleihe-Segment bekommen Anleger noch faire Risikoprämien? Lässt sich hier etwas über die richtige Taktik an der Zinskurve erreichen?

von Holzschuher: Die Zinskurven sind derzeit im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit recht steil. Bei längerfristiger Betrachtung könnte man das als normal bezeichnen. Und ja, wir haben gelernt, dass der sogenannte Slide-down-Effekt einen gewissen Schutz vor Verlusten bietet.

Der zehnjährige Bund, den ich heute kaufe, ist in einem Jahr nur noch ein neunjähriger und handelt zu einem niedrigeren Zins. Aber müssten wir Anleger uns nicht fragen, ob wir überhaupt jemandem Geld zu 2 Prozent auf zehn Jahre leihen sollten?

Selbst wenn es sich um einen sogenannten risikolosen Schuldner wie die Bundesrepublik Deutschland handelt. Da ein Deflationsumfeld über diesen Zeitraum aus heutiger Sicht unwahrscheinlich und schon gar nicht wünschenswert scheint, sehe ich wenig Grund, das zu tun. Faire Risikoprämien gibt es dort nicht.

Ganz im Gegenteil: Je weiter Anleger sich von den sogenannten Prime Sovereigns entfernen, desto größer sind die Chancen, noch attraktive Risikoprämien zu finden.

private banking magazin.de:
Was bringen Senior Loans?

von Holzschuher: Senior Loans, einer meiner Favoriten aus den vergangenen Jahren, eignen sich für jedermann, der sich von dem Konzept gelöst hat, seine Verluste oder Gewinne zu jeder Zeit ganz gleich an welchem Ort dieses Globus realisieren können zu müssen.

Wer diesen Schritt nicht vollzogen hat, wird über kurz oder lang ein Debakel erleben, ähnlich dem um offene Immobilienfonds. Fristentransformation hat nämlich ihre Grenzen.