Offener Brief von Larry Fink Blackrock-Chef drängt Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit

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„Früher erwarteten Unternehmen von ihren Mitarbeitern, dass sie von Montag bis Freitag ins Büro kommen. Die psychische Gesundheit war kaum ein Thema, über das am Arbeitsplatz diskutiert wurde“, schreibt Fink. „Rund um den Globus erwarten Beschäftigte heute mehr von ihren Arbeitgebern – darunter mehr Flexibilität und eine sinnstiftendere Tätigkeit.“

Start-ups holen auf

Zudem weist der Blackrock-Chef daraufhin, dass in den vergangenen vier Jahrzehnten die Verfügbarkeit von Kapital explosionsartig zugenommen und zu einer großen Innovationslandschaft mit einer Fülle von Start-ups geführt hat. Diese versuchen, die Marktführer vom Sockel zu stoßen. Aus diesem Grund appelliert Fink an Unternehmen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Denn nur so können sie auch in den nächsten Jahrzehnten attraktive Renditen generieren.

Eine klimaneutrale Welt wird alles verändern

Ein Punkt, der Bereits im Brief des vergangenen Jahres im Mittelpunkt stand, ist auch 2022 noch aktuell. Fink weist daraufhin, dass der Wandel zu einer klimaneutralen Welt, jedes Unternehmen und jede Branche fundamental verändern wird. Aber nicht nur junge Unternehmen können ganze Branchen auf den Kopf stellen. Mutige, etablierte Unternehmen können und müssen dies ebenfalls tun.

„Große Unterschiede wird es beim Tempo des Wandels zwischen den Entwicklungs- und den Industrieländern geben. Aber in allen Märkten werden beispiellose Investitionen in Technologien zur Dekarbonisierung erforderlich sein. Wir brauchen transformative Erfindungen, vergleichbar mit der der Glühbirne.“, so Fink.

Zugleich müssen Regierungen und Unternehmen dafür sorgen, dass Menschen weiterhin Zugang zu einer verlässlichen und erschwinglichen Energieversorgung haben. Daher konfrontiert er die Vorstände: „Der Wandel zu einer klimaneutralen Welt wird jedes Unternehmen und jede Branche fundamental verändern. Die Frage ist: Werden Sie diesen Wandel anführen - oder sich führen lassen?“


Blackrock gibt Kunden mehr Mitspracherechte in Sachen ESG

Ganz in diesem Sinne wünscht sich Fink mehr Mitspracherechte für Kunden in Form von Abstimmungen zu ESG-Themen: „Wir sehen ein wachsendes Interesse von Aktionären an der Corporate Governance von börsennotierten Unternehmen. Aus diesem Grund haben wir damit begonnen, mithilfe von Technologie mehr Kunden die Möglichkeit zu geben, unmittelbarer ihre eigenen Stimmrechte bei den Unternehmen ausüben zu können, in die sie ihr Geld investieren.“

>> Den gesamten Brief finden Sie hier