Bis hin zur Testamentsvollstreckung V-Bank steigt in Nachfolgeplanung ein

Florian Grenzebach, Bereichsleiter Vertrieb und Kundenbetreuung: „Damit können Vermögensverwalter nicht nur ihre Kundenbindung stärken, sondern direkt das verwaltete Vermögen nachhaltig erhöhen.“

Florian Grenzebach, Bereichsleiter Vertrieb und Kundenbetreuung: „Damit können Vermögensverwalter nicht nur ihre Kundenbindung stärken, sondern direkt das verwaltete Vermögen nachhaltig erhöhen.“

Die V-Bank stellt ihren Geschäftspartnern ab Anfang 2019 einen eigenen Nachfolgeplaner zur Verfügung. Der Spezialist soll Kunden der Depotbank als Referent für Veranstaltungen, bei der gezielten Begleitung von Kundengesprächen, zur Überprüfung des Mandantenstamms und Schulung der eigenen Mitarbeiter, bei Stiftungsgründungen oder als Testamentsvollstrecker zur Verfügung stehen.

Gegen ein Stundenhonorar können Vermögensverwalter den Experten anfordern und die Kosten gegebenenfalls an ihre Mandanten weiterreichen. Der neue Mitarbeiter der Münchener war zuvor bei zwei deutschen Großbanken in verschiedenen Fach- und Führungspositionen und zuletzt als Leiter im Bereich Nachfolgeplanung tätig. Bei entsprechender Nachfrage will die Bank weitere Experten in diesem Bereich einstellen.

„Vermögensverwalter, das zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, verlieren Kunden selten durch Unzufriedenheit sondern sehr häufig, wenn der Vermögensinhaber stirbt“, sagt Florian Grenzebach, Bereichsleiter Vertrieb und Kundenbetreuung. Nachfolgeplanung setze dagegen rechtzeitig an, um die möglichen Erben bereits zu Lebzeiten an sich zu binden. „Damit können Vermögensverwalter nicht nur ihre Kundenbindung stärken, sondern direkt das verwaltete Vermögen nachhaltig erhöhen.“

Das Institut reagiert mit dem neuen Angebot auf die wachsende Zahl von Erben und Erblassern in Deutschland. So werden die Deutschen in den kommenden Jahren deutlich mehr erben als bisher angenommen, wie aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Die Studie rechnet erstmals ein, dass die Bundesbürger auch im Alter sparen und sich ihr Vermögen weiter vermehrt. Dadurch erhöht sich das zu vererbende Vermögen um mehr als ein Viertel auf bis zu 400 Milliarden Euro pro Jahr. Dazu zählen Geld-, Immobilien- sowie Betriebsvermögen. Jede fünfte Erbschaft liegt über 250.000 Euro, ermittelten jüngst die Meinungsforscher von YouGov.

Im Bereich der Nachfolgeplanung gebe es daher enormen Beratungsbedarf, so Grenzebach weiter. So bestünden bei vermögenden Privatpersonen und Unternehmern oft keine oder nicht wirtschaftlich sinnvoll abgestimmte letztwillige Verfügungen wie Testamente und Erbverträge. Gleichzeitig kenne der langjährige Finanzberater meist nur einen Bruchteil des wirklichen Vermögens des Kunden beziehungsweise dessen familiärer Konstellationen. „Genau hier können unsere Geschäftspartner mit Hilfe des neuen Kollegen ansetzen.“ Dies gelte insbesondere für kleinere und mittlere Vermögensverwaltungen, die selbst keinen eigenen Experten oder eine entsprechende Simulationssoftware vorhalten können.

Aus entsprechenden Kundenveranstaltungen können sich Erst- und Folgegespräche ergeben. Wichtigen Mandanten kann direkt ein Gesprächsangebot zur Erstellung eines Nachfolgeplans mit Hilfe einer Spezialsoftware gemacht werden, bei dem beispielsweise verschiedene Todesfälle und Erbschaftsverläufe simuliert werden können. Um den richtigen Gesprächseinstieg zu finden, unterstützt der neue Nachfolgeplaner auf Wunsch die Berater der Vermögensverwaltung vorab, sucht im Kundenstamm nach Potentialen und hilft bei der Erstellung von Materialien.

Für die konkrete Umsetzung wie die Erstellung eines Testaments, ein Vorsorgevollmacht oder einen Gesellschaftervertrag greift er auf ein bundesweites Netzwerk an Notaren, Rechtsanwälten, Steuerberatern und Stiftungstreuhändern zurück. Auch bei der Gründung einer Stiftung soll er mit seinem Wissen die ersten Schritte organisieren und die Weichen richtig stellen. Ab dem zweiten Quartal 2019 soll schließlich auch Testamentsvollstreckung angeboten werden.

Die V-Bank fokussiert sich seit ihrer Gründung auf die Depot- und Kontoführung sowie auf die Wertpapierabwicklung für unabhängige Vermögensverwalter und Kunden wie Family Offices. Zum 31.10.2018 betreute die V-BANK Mandantengelder von über 390 bankenunabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices in Höhe von rund 17,5 Milliarden Euro. Die V-Bank beschäftigt 61 Mitarbeiter.