Bilanz-Check So lief das letzte Geschäftsjahr des Bankhaus Lampe in Oetker-Besitz

Stammsitz des Bankhaus Lampe in Bielefeld: 2019 war das letzte vollständige Geschäftsjahr des Instituts im Besitz der Oetker-Gruppe. | ©  imago images/Markus Rinke

Stammsitz des Bankhaus Lampe in Bielefeld: 2019 war das letzte vollständige Geschäftsjahr des Instituts im Besitz der Oetker-Gruppe. Foto: imago images/Markus Rinke

Das Bankhaus Lampe hat 2019 trotz widriger Marktlage ein akzeptables Ergebnis erzielt. Ihr letztes Geschäftsjahr im Eigentum der Dr. Oetker-Gruppe schließt das Institut mit leicht rückläufigem Gewinn in Höhe von 13,9 Millionen Euro ab und damit um 6,7 Prozent schlechter als im Vorjahr. Obwohl sich positive Effekte aus der eingeleiteten Strategiewende vor allem in gestiegenen Provisionserträgen zeigen, geht das positive Jahresergebnis erneut maßgeblich auf Sondereffekte zurück. Das Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit der Privatbank war defizitär. So ist trotz anstehender Fusion mit Hauck & Aufhäuser der Ausblick für 2020 insgesamt getrübt.

Die Eigenkapitalrentabilität der Bank fiel von 4,9 Prozent im Jahr 2018 auf 4,4 Prozent. Erfreulich fällt der Anstieg des verwalteten Vermögens um netto 6,3 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro 2019 sowie des Geschäftsvolumens von 3,1 Milliarden Euro 2018 auf nun 3,5 Milliarden Euro auf, was auf ein Wachstum im Kerngeschäft mit vermögenden Privatanlegern und mittelständischen Firmenkunden zurückzuführen ist.

Ein tieferer Blick in das Zahlenwerk offenbart, wie sich die Erträge der Privatbank 2019 entwickelt haben. Wie schon im Vorjahr kann Lampe auch 2019 auf ein respektables Ergebnis bei dem provisionstragenden Geschäft zurückblicken. 2019 konnte der Provisionsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent deutlich auf insgesamt 82,8 Millionen Euro gesteigert werden, was Lampes Geschäftsmodell mit klarer Fokussierung auf provisionstragende Dienstleistungen wie Asset Management & Vermögensverwaltung und Corporate Finance zuzuschreiben ist. Auch wenn der Provisionsüberschuss noch nicht wieder auf dem Niveau von 2017 ist, hebt sich das Bankhaus mit einem Verhältnis von 70:30 von Provisions- zu Zinsüberschüssen deutlich positiv gegenüber seinen Mitbewerbern ab.

Eine stabile Ergebnis-Attribution kam in 2019 erneut vom Zinsüberschuss, der sich mit 37,4 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahresniveau (37,5 Millionen Euro) befand. Dies ist in einem noch immer durch die Niedrigzinspolitik herausfordernden Marktumfeld vor allem auf Lampe´s robustes Kerngeschäftsfeld der Bauzwischenfinanzierungen zurückzuführen. Die Stärke des Bankhauses im Kreditgeschäft und ganz besonders die konsequente Ausrichtung auf den deutschen Mittelstand haben sich entsprechend ausgezahlt. Allerdings sei hier in die Zukunft blickend darauf hingewiesen, dass diese Ertragskomponente nicht als nachhaltig angesehen werden kann, da insbesondere die Corona-Pandemie und der damit verbundene Konjunkturabschwung entsprechende negative Auswirkungen auf die Bonität der Kreditnehmer und damit mögliche Kreditausfälle haben könnte.

Es fällt auf, dass die vergleichsweise guten Zinserträge aus dem Kreditgeschäft sogar das um 60 Prozent rück-läufige Zinsergebnis aus den laufenden Erträgen aus Aktien und anderen nicht-festverzinslichen Wert-papieren, Beteiligungen und verbundenen Unternehmen überkompensieren konnte. Im gesamten Bankenmarkt ist diese Zinsergebnisquelle, die traditionell zu wichtigen Erträgen führt, stark unter Druck: während der Einlagenzins bei der EZB im Jahresverlauf 2019 bei minus 0,5 Prozent lag, haben nicht alle Häuser ihren Kunden negative Einlagenzinsen in Rechnung gestellt. So konnten die sonst erfolgreichen Strategien der Banken zur Generierung von Zinserträgen, wie der Fristentransformation oder der Generierung von zusätzlichen Kundeneinlagen, auch in 2019 nicht zu nennenswerten Erträgen führen.